Schatten brauchen Licht

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"Wo viel Licht ist, ist starker Schatten - doch wär mir's willkommen", ließ schon Goethe seinen Götz von Berlichingen sagen. Auch wenn der sich dort sicherlich nicht mit Zeichnungen beschäftigt hat, ist diese Aussage richtig und für Bilder wichtig.

Vergleichen Sie mal die beiden folgenden Fotos der London Tower Bridge (beide von Rudolf Schuba, im Original farbig). Das obere Bild ist in diffusem Licht fotografiert und wirkt insgesamt flau, das untere hat deutliche Schatten, welche die Konturen viel knackiger betonen:

Die London Tower Bridge in unterschiedlichem Licht
  

Die London Tower Bridge in unterschiedlichem Licht
  Die London Tower Bridge in unterschiedlichem Licht

Dabei geht es gar nicht um die Menge an Licht, sondern vor allem um die Richtung. An einem wolkigen Sommertag ist es bestimmt hell genug, aber das Licht kommt diffus gefiltert durch die Wolkendecke.

Wird ein Objekt jedoch von einer punktförmigen Lichtquelle beleuchtet, gibt es klare Schatten. Je nach Richtung arbeiten diese die Konturen des Objekts viel deutlicher heraus als im diffusen Licht. Das tut dem Bild meistens gestalterisch gut.

Dabei sind zwei wesentliche Arten des Schattens zu unterscheiden:

  • Eigenschatten: die hellen oder dunklen Flächen auf dem Objekt selbst, je nachdem, wie sie zur Lichtquelle ausgerichtet sind.

  • Schlagschatten: der Schatten, den das Objekt auf ein anderes Objekt wirft.

Sie folgen eigenen zeichnerischen Gesetzen. Daher sollten wir uns die beiden mal ausführlich ansehen.


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