Zehn Regeln für eine zugängliche, barrierearme Website - ob für Sehbehinderte, iPad-Nutzer oder Suchmaschinen-Bots!Dieser Tipp wurde mit 4 von 5 Sternen bewertet.

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Von Martina Rüter

Barrieren | Rechtsfragen | Barrierefrei denken

(29.06.2010) Damit ein Web-Angebot auch für die große Mehrheit der Nutzer leicht zugänglich ist, muss es weitgehend barrierefrei sein und möglichst wenige Hindernisse enthalten. Die meisten Barrieren lassen sich ohne übertriebenen Aufwand vermeiden. Wir nennen wichtige Grundregeln zur Barriere-Vermeidung im Web: Konsequent umgesetzt, sorgen sie dafür, dass Ihre Web-Seiten bereits eine große Anzahl der Anforderungen an einen barrierearmen Internetauftritt erfüllen und keinen Besucher aussperren, weil dieser zum Beispiel einen exotischen Browser benutzt.

Barrieren und Hindernisse

Barrieren können ganz unterschiedlicher Art sein: technisch, grafisch oder inhaltlich beziehungsweise sprachlich.

  • Zu den technischen Hürden zählen zum Beispiel der Einsatz von Flash-Filmen, JavaScript und multimediale Angebote, die spezielle Player zum Abspielen der Inhalte erfordern.

    Auch zu kleine Schriften, die sich durch den Benutzer nicht vergrößern lassen, stellen eine technische Hürde dar.

  • Grafische Hindernisse sind beispielsweise zu kleine interaktive Seitenelemente. Für die Navigation verwendete Icons, die sich aber nur schwer anklicken lassen, erschweren beispielsweise die Nutzung vieler Webangebote. Eine grafische Hürde kann auch mangelnder Farbkontrast zwischen Text und Hintergrund sein.

  • Zu den inhaltlichen und sprachlichen Barrieren gehören schwer verständliche Texte, die mit Fachbegriffen und Anglizismen gespickt sind. Aber auch Mängel in der logischen Struktur und Klarheit der Navigation fallen darunter. Der Nutzer muss stets wissen, wo er sich auf der Website befindet.

Rechtliche Aspekte

Grundlage barrierefreier Internetseiten ist in erster Linie die Einhaltung der Webstandards des Word Wide Web Consortiums (W3C) und der Richtlinien der Web Accessibility Initiative (WAI).

Seit das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) 2002 in Kraft getreten ist, sind öffentliche Einrichtungen gesetzlich verpflichtet, ihre Internetauftritte möglichst barrierefrei zu gestalten. Unternehmen und Privatanbieter sind ebenfalls aufgefordert, diesen Anforderungen nachzukommen. Das Gesetz hat die Beseitigung von Benachteiligungen behinderter Menschen zum Ziel und soll ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft und eine selbstbestimmte Lebensführung ermöglichen.

Barrierefrei denken

Es geht aber nicht nur um das Einhalten rechtlicher Bestimmungen, sondern auch um das eigene Interesse: Wer die Bestimmungen zur Barrierefreiheit erfüllt, erreicht eine größere Nutzergruppe, da niemand von dem Angebot ausgeschlossen wird, und sichert sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Mitbewerbern, die noch an Frame- oder Tabellenlayouts festhalten und an denen die Weiterentwicklung der Webstandards vorbeigegangen ist.

Webentwickler gehen häufig davon aus, dass die späteren Besucher der Hightech-Website über die gleichen technischen Voraussetzungen verfügen wie sie selbst - nämlich stets das aktuellste Update, das neueste Plugin und den breitesten Flachbildschirm, den es gibt. Diese Denkweise ist jedoch unrealistisch. Viele Nutzer machen gar keine Updates, surfen lange Zeit mit einem veralteten Browser und ohne viele Plugins. (Dem Web-Barometer von Webhits zufolge verfügten im Juni 2010 lediglich ca. 55 Prozent der Internetnutzer über das Flash-Plugin.)

Viele Menschen sind schon technisch einfach überfordert, wenn sie zur Nutzung eines Angebots zunächst eine spezielle Software installieren sollen. Andere installieren aus Angst vor Computerviren und Trojanern prinzipiell keine zusätzliche Software auf ihrem Rechner. Machen Sie sich also ein Bild über Ihre eigene Zielgruppe. Für Websites gilt sehr oft die Regel: Weniger ist mehr!

"Barrierefreiheit" bedeutet also deutlich mehr als eine behindertengerechte Seite, die von blinden Menschen mit einem Screenreader (Vorlesesoftware) ausgelesen werden kann. Wer barrierefrei denkt, sorgt dafür, dass auch ältere Menschen, unerfahrene Surfer oder Handy-Nutzer seine Inhalte erreichen - und erleichtert gleichzeitig Suchmaschinen den Zugriff.

Regeln für Barrierefreiheit

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