In vielen Filmen ist die Musik das Salz in der Suppe. Sie verleiht einigen Sequenzen Dynamik und verstärkt die Emotionen. Aber Vorsicht: Musik ist nicht dazu geeignet, schlecht gedrehte und geschnittene Videos "aufzupeppen". Und wenn die Bilder keine Dynamik haben oder keine Emotionen auslösen, schafft das auch die beste Musik nicht.
Wenn Sie nur Homevideos produzieren, die Sie nur Ihren Freunden oder Bekannten vorführen, haben Sie einen großen Vorteil: Sie können nämlich für Ihre Filme alle Musik dieser Welt verwenden, wenn Sie diese zur Hand haben. Ist die Quelle eine CD, brauchen Sie allerdings eine spezielle Software, um daraus eine wav- oder MP3-Datei zu machen, die Sie in Ihr Schnittprogramm importieren können. Dieser Vorgang nennt sich "grabben".
Wollen Sie Ihr Video öffentlich vorführen oder ins Internet stellen, ist die Musikauswahl schon etwas limitierter. Denn sobald Sie so genannte Gema-pflichtige Musik über den privaten Kreis hinaus verbreiten, müssen Sie Gema-Gebühren zahlen, die den Komponisten, Interpreten und Plattenfirmen der Musikstücke zugutekommen. Und das ist ziemlich teuer. Es gibt allerdings auch Firmen wie bluevalley.de
, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Musik zu vertreiben, die nicht bei der Gema registriert ist. Hier können Sie für einen geringen Preis Musik anfordern, die Sie dann für Ihre Produktionen verwenden können. Wenn es allerdings um kommerzielle Videos geht, erhöht sich dieser Preis.
Tipp: Musik sparsam einsetzen
Wie Blenden und Effekte ist Musik ein bestimmtes Stilmittel für Ihre Videos. Und für alle Stilmittel gilt: Werden Sie zu oft eingesetzt, verpufft ihre Wirkung. Gehen Sie deshalb sparsam mit Musik um und überlegen Sie sich genau, an welchen Stellen sie Sinn macht.
Wenig Sinn macht der Einsatz von Musik, wenn die Atmo, also der Originalton, schon interessant genug ist. Wenn Sie also z. B. ein Video über den Kölner Karneval produzieren, können Sie mit Musik die Atmosphäre zerstören. Denken Sie in solchen Fällen besser beim Dreh schon daran, längere Passagen von guten Atmos aufzunehmen. Und verpassen Sie auch nicht die Gelegenheit, öffentlich gespielte Musik für bestimmte Sequenzen zu verwenden. Wenn Sie z. B. ein Portrait Ihres Heimatortes machen, könnte es ein schöner Schachzug sein, einen Straßenmusiker zu drehen und die Musik über andere Bilder und Impressionen weiter laufen zu lassen. So bekommen Sie auch keine Probleme mit der Gema, denn Ihre öffentliche Aufnahme können Sie verwenden, wann und wo immer Sie wollen.
Welche Art von Musik Sie für Ihre Filme bevorzugen, ist eine Sache des Geschmacks. Lassen Sie auch Andere beurteilen, ob sie bestimmte Kombinationen von Bildern und Musik für harmonisch halten. Grundsätzlich sollte die Musik nicht aufdringlich wirken. Deshalb empfiehlt es sich, eher Musik ohne als mit Gesang auszuwählen. Häufig ist ein Musiktext zu dominierend und lenkt vom eigentlichen Film ab. Nehmen Sie nicht gleich die erst beste Musik, sondern hören Sie sich einige Stücke in Ruhe an. Oft ist es so, dass Sie nach längerem Suchen eine Musik finden, von der Sie denken, sie sei für eine bestimmte Sequenz komponiert worden.
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