Wer ist denn eigentlich ... Tiffany Wyatt?

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Tiffany WyattTiffany Wyatt arbeitet seit 1998 im Netz - als Webentwicklerin und Screendesignerin. 2001 gründete sie die Internet-Agentur feld wald wiese in Hamburg, die auf Unternehmen und Organisationen aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Kultur spezialisiert ist. 2000 entwickelte sie eine umfangreiche blinden- und sehbehindertengerechte Website für ein öffentliches Verkehrsunternehmen. Seit der Zeit hat sie ihr Thema gefunden: die Verbindung von guter Gestaltung und Barrierefreiheit - eben Internet für alle!

Tiffany WyattBeschreiben Sie sich selbst mit drei Begriffen!
Tiffany Wyatt: Begeisterungsfähig, neugierig und manchmal etwas zu ungeduldig.

Was ist für Sie "richtiges Glück?
Tiffany Wyatt: Richtiges Glück? Das kommt manchmal von ganz allein, meistens total unverhofft - unterwegs im Bus, an einem verregneten Nachmittag zu Hause, oder abends kurz vor dem Einschlafen. Auf einmal bin ich erfüllt von einem ganz perfekten Glücksgefühl und freue mich, dass alles in meinem Leben genau so ist, wie es ist.

Wen oder was bewundern Sie?
Tiffany Wyatt: Menschen, die es immer schaffen, ihre Launen zu verbergen.

Wen oder was können Sie überhaupt nicht ausstehen?
Tiffany Wyatt: Schnacker.

Worüber haben Sie das letzte Mal richtig gelacht?
Tiffany Wyatt: Wahrscheinlich über irgendeinen Unsinn, den meine zwei Katzen veranstaltet haben - die beiden kann man nicht lange beobachten, ohne lachen zu müssen. Um übrigens auf die Frage nach dem "richtigen Glück" zurück zu kommen: Katzen gehören unbedingt dazu! ;-)

Tiffany im WaldWie sieht bei Ihnen ein typischer Sonntagnachmittag aus? Tiffany Wyatt: An guten Wochenenden: Gemütlich im Bett liegen mit Kakao, Keksen, Katzen und einem netten alten englischen Roman.

An weniger guten Wochenenden: Gemütlich im Bett liegen mit Kakao, Keksen, Katzen und meinem Apple Powerbook, an dem ich Sonntags aber grundsätzlich nicht länger als bis zum Tatort arbeite :-)

Was ist für Sie die größte Herausforderung in Bezug auf Ihre Arbeit?
Tiffany Wyatt: Die bestmögliche Verbindung zwischen Zugänglichkeit, intuitiver und schöner Interface-Gestaltung und nicht zuletzt den Wünschen des Auftraggebers hinzubekommen - eine Aufgabe, die einen manchmal fast zum Verzweifeln bringen kann, die aber immer wieder großen Spaß macht.

Was sind zur Zeit die wichtigsten Tendenzen in Ihrem Fachgebiet?
Tiffany Wyatt: Auf dem Gebiet der barrierefreien Webentwicklung tut sich seit dem Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetzes sehr viel. Es gibt zahlreiche Initiativen, viele Webdesigner fangen an, sich für das Thema zu interessieren und bilden sich weiter. Das alles ist sehr positiv.

Es gibt außerdem einen wichtigen Trend hin zu Webseiten, deren Layout ausschließlich mit CSS (Cascading Stylesheets) umgesetzt wird - ganz ohne die klassischen Tabellentricks, die wir alle jahrelang angewendet haben. Noch fristen reine CSS-Seiten eher ein Nischendasein, weil die Stylesheet-Interpretation der meisten Browser noch zu wünschen übrig lässt. Das wird sich aber mit Sicherheit ändern, so dass wir uns hoffentlich schon bald endgültig von den alten Layouttabellen und Platzhalter-Grafiken verabschieden können - ein wichtiger Schritt in Richtung barrierefreies Internet.

Was war für Sie die überraschendste Erkenntnis im Hinblick auf Ihr Fachgebiet? Wo haben Laien die "falschesten" Vorstellungen
Tiffany Wyatt: Viele Menschen sind zunächst einmal davon überrascht, dass Blinde und stark Sehbehinderte überhaupt Computer benutzen können, geschweige denn im Internet surfen. Die allermeisten sind dann aber sofort sehr interessiert und lassen sich genau erklären, was Screenreader, Braillezeilen und Sprachausgaben sind.

Auch Webdesigner verbinden mit barrierefreiem Design oft falsche Vorstellungen und haben sofort hässliche, altmodische, ungestaltete Textwüsten vor Augen. Das muss aber überhaupt nicht sein: solange einige Regeln beachtet werden, können die allermeisten Designideen auch barrierefrei umgesetzt werden.

Welche Websites empfehlen Sie als Einstieg in das Thema? (Eigene natürlich eingeschlossen)
Tiffany Wyatt: Einen guten Überblick über die vielen Internetressourcen zum Thema "Barrierefreies Webdesign" bietet die Web Accessibility Linksammlung von Martin Stehle.

"Einfach für alle" macht vor, wie Websites mit reinem CSS gebaut werden können.

Die Richtlinien des WAI (Web Accessibility Initiative) braucht man auch als alter Accessibility-Hase immer wieder mal zum Nachschlagen.

Was würden Sie Einsteigern mit auf den Weg geben?
Tiffany Wyatt: Nicht einschüchtern lassen! Wer sich das erste Mal mit barrierefreiem Webdesign beschäftigt, wird erst mal mit unzähligen Verboten konfrontiert: Dies ist böse, jenes ist böse, und das darf man schon gar nicht. Betreffen diese Verbote lieb gewonnene HTMLer-Gewohnheiten, verlieren manche schon mal die Motivation. Besser ist es, sich dem Thema von der anderen Seite zu nähern: Fragen Sie statt "Was darf ich denn noch alles nicht?" lieber "Was kann ich tun, um meine Seiten besser zugänglich machen?". Oft sind es nur Kleinigkeiten, die über die Benutzbarkeit einer Site für Blinde und Sehbehinderte entscheiden.

Und zum Schluss noch einen Satz zum Internet...?
Tiffany Wyatt: Ich bin im Urlaub immer wieder überrascht, dass es doch auch ohne geht! :-)

Tipp:

Barrierefreies Webdesign ist unter anderem Thema der Online-Workshops von Tiffany Wyatt bei akademie.de. Einen Einstieg ins Thema bietet auch ihr Kurs Webdesign barrierefrei.