Singles: 1.500 kWh/Jahr
Paare: 2.800 kWh/Jahr
Kleinfamilien: 4.000 kWh/Jahr
Familien: 6.000 kWh/Jahr
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Von Andreas Madel
Grundtarife | Wechselboni | Tarife mit Vorauskasse | Tarife mit Strompaketen | Tarife mit Kaution | Mindestvertragslaufzeit | Preiserhöhungen | Kündigung des alten Anbieters | Kurzüberblick
(02.02.2010) Stromanbieter sind erfinderisch - vor allem, wenn es darum geht, für den Kunden neue, schwer zu durchschauende Tarife aufzustellen. Was Sie beim Stromanbieterwechsel beachten sollten, erklärt Andreas Madel.
Aufgrund fester Kostenblöcke bei der Strompreisbestimmung, wie Netznutzungsentgelte, Konzessionsabgabe oder Steuern, haben es vor allem Anbieter ohne eigenes Stromnetz schwer, preislich attraktive Tarife anzubieten. Um bei Tarifrechnern im Internet weit vorne zu landen, werden Tarife kreiert, die durch hohe Wechselboni im ersten Jahr günstiger aussehen, als sie in Wirklichkeit sind. Ebenfalls werden Tarife angeboten, bei denen der Kunde Kautionen hinterlegen muss und somit in Vorleistung geht, um die günstigen Tarife mitzufinanzieren.
Im Internet kann man mithilfe von Tarifrechnern Strompreise vergleichen, beispielsweise auf
Dazu muss man lediglich seinen Jahresstromverbrauch und seine PLZ in die Stromrechner eingeben.
Den Stromverbrauch entnimmt man der letzten Stromrechnung. Sollte diese nicht vorliegen, kann man sich an folgenden Richtwerten orientieren:
Singles: 1.500 kWh/Jahr
Paare: 2.800 kWh/Jahr
Kleinfamilien: 4.000 kWh/Jahr
Familien: 6.000 kWh/Jahr
Nicht immer sind jedoch die günstigsten Tarife auch wirklich die Besten.
Die Grundversorgungstarife des lokalen Grundversorgers sind in der Regel immer eine der teuersten Alternativen. Die Grundversorger nutzen hier die "Wechsel-Faulheit" ihrer Kunden aus und berechnen in der Regel vergleichsweise teure Strompreise. Oftmals bietet der Grundversorger aber noch andere Tarife an, die billiger sind (spezielle Internet-Tarife etc.). In diese Tarife muss der Kunde aber aus eigenem Antrieb wechseln.
Mit einem hohen einmaligen Bonus von bis zu 150 Euro locken viele Stromanbieter wechselwillige Kunden an. Im ersten Jahr ist der Strompreis des neuen Stromanbieters dann oftmals deutlich günstiger. Im zweiten Jahr nach dem Wegfall des Willkommensbonus kann dies dann wieder ganz anders aussehen.
Der Bonus wird bei fast allen Anbietern erst mit der Jahresendabrechnung gutgeschrieben, teilweise erst mit der Jahresendabrechnung des zweiten Vertragsjahres. Viele Kunden hält die Aussicht auf den Bonus von einem erneuten Wechsel des Anbieters ab. Dies ist besonders dann nachteilig, wenn sich der Stromvertrag bei Nichtkündigung automatisch um eine bestimmte Laufzeit verlängert und die Tarife im zweiten Vertragsjahr ohne Berücksichtigung eines Bonus im Vergleich zum Wettbewerb nicht mehr so günstig sind.
Lassen Sie sich nicht von einem hohen Wechselbonus blenden, sondern betrachten Sie den Grundtarif sowie den verbrauchsabhängigen Arbeitspreis. Wenn Sie den Stromanbieter nicht jedes Jahr wechseln wollen, achten Sie auf Preisgarantien und günstige Preise. Entfernen Sie, falls möglich, bei Strompreisrechnern im Internet beim Preisvergleich das Häkchen neben "einmaligen Bonus berücksichtigen". Die angezeigten Strompreise sind dann um den einmaligen Bonus bereinigt.
Mit Vorauskassetarifen sparen sich die Stromanbieter vor allem Verwaltungsaufwand. Bonitätsprüfungen werden überflüssig, das Mahnwesen kann eingespart werden, der Verwaltungsaufwand bei der Rechnungsstellung wird stark reduziert. Zudem kann der Stromanbieter mit dem Geld (Ihrem Geld!) arbeiten und vorausschauender planen. Die Stromkosten werden bei einigen Tarifen bis zu 24 Monate im Voraus bezahlt.
Stromtarife mit Vorauszahlung sind nicht zwangsläufig nachteilig. Oftmals sind die Tarife wirklich günstiger. Sollten sich aber Probleme mit Ihrem neuen Anbieter ergeben, müssen Sie gegebenenfalls Ihrem Geld hinter herlaufen. Im Insolvenzfall des neuen Anbieters könnte Ihr im Voraus bezahltes Geld verloren gehen. Die letzte Insolvenz eines Stromversorgers liegt allerdings sechs Jahre zurück.
Entscheiden Sie sich für Vorauskasse, achten Sie auf einen seriösen Anbieter mit entsprechender Reputation am Markt. Wählen Sie nur dann Tarife mit Vorkasse aus, wenn diese wirklich deutlich günstiger sind.
Einige Stromanbieter bieten sog. Strompakete an. Dabei kauft der Kunde eine bestimmte Menge an Strom für einen bestimmten Zeitraum (meistens ein Jahr) im Voraus ein.
Es sind dabei unterschiedliche Strompakete wählbar, oft auf bestimmte Zielgruppen wie Singles, Paare oder Familien zugeschnitten. Der Anbieter besitzt durch feste Strompakete eine bessere Planungssicherheit und spart Verwaltungs- und Mahnkosten.
Oft sind die Tarife augenscheinlich sehr preisgünstig. Aber: Verbraucht der Kunde weniger Strom, als im Strompaket enthalten ist, verfällt die zu viel gekaufte Strommenge. Und: Zu viel verbrauchter Strom wird mit einer erhöhten kwh-Pauschale verrechnet. Der Kunde erkauft sich mit dem Strompaket sozusagen eine Preisgarantie für die vereinbarte Zeit.
Strompakete sind vor allem für Verbraucher sinnvoll, die ihren Stromverbrauch sehr genau einschätzen können. Bei einer Punktlandung beim Stromverbrauch kann man wirklich günstige Tarife erhalten. Falls man zu wenig Strom verbraucht, verschenkt man eingekauften Strom. Wird zu viel Strom verbraucht, wird dieser mit einem deutlich teureren Arbeitspreis berechnet. Wenn Sie sich nicht sicher über Ihren zukünftigen Stromverbrauch sind, sollten Sie sich für einen anderen Tarif entscheiden.
Bei Stromtarifen mit Kaution muss vor Lieferbeginn eine sogenannte Sonderabschlagszahlung geleistet werden. Diese wird nicht verzinst und nach Beendigung des Vertragsverhältnisses verrechnet bzw. zurückerstattet. Mit dem Geld kann der Stromanbieter arbeiten und so seine Planungssicherheit erhöhen.
Tarife mir Kaution sind in der Regel für den Kunden nicht vorteilhaft. Wenn Sie den Stromanbieter wieder wechseln möchten, müssen Sie gegebenenfalls Ihrem Geld hinterherlaufen. Bei Insolvenz des Anbieters kann Ihre Kaution ganz verloren sein. Greifen Sie wirklich nur bei unschlagbaren Angeboten zu!
Bei vielen Stromtarifen bestehen Mindestvertragslaufzeiten von bis zu zwei Jahren. Wird nicht rechtzeitig gekündigt, kommt es oftmals zu einer automatischen Vertragsverlängerung um einen bestimmten Zeitraum (in der Regel um den gleichen Zeitraum wie die Mindestvertragslaufzeit). Eine Mindestvertragslaufzeit führt zu einer höheren Planungssicherheit für den Stromanbieter.
Je kürzer die Mindestvertragslaufzeiten sind, desto flexibler sind Sie, wenn es Bewegungen am Energiemarkt gibt. Manche Stromanbieter verlangen gar keine Mindestvertragslaufzeiten. Meiden Sie wenn möglich Tarife, die sich automatisch um einen längeren Zeitraum verlängern. Schließen Sie Tarife mit langer Laufzeit nur in Kombination mit einer Preisgarantie ab.
Erhöht der Anbieter während der Vertragslaufzeit die Preise, haben Sie ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht. An die Sonderkündigung sind in der Regel kurze Fristen geknüpft.
Entscheiden Sie sich zu einem Anbieterwechsel, sollten Sie in diesem Falle selbst den Anbieter kündigen und dies nicht wie üblich Ihrem neuen Stromanbieter überlassen.
Sie brauchen übrigens keine Angst zu haben, ganz ohne Strom dazustehen. Geben Sie einfach Ihrem neuen Wunsch-Stromanbieter Bescheid, dass Sie bereits selbst gekündigt haben. Sollten Sie das Sonderkündigungsrecht wahrnehmen, kann jedoch der Wechselbonus Ihres alten Anbieters gegebenenfalls entfallen.
Achten Sie bei den Stromtarifen auf Preisgarantien. Je länger die Preise garantiert werden, desto besser für Sie.
Die Kündigung ihres alten Stromanbieters erledigt im Regelfall Ihr neuer Anbieter für Sie.
Eine Kündigung erfolgt unter Berücksichtigung der jeweiligen Kündigungsfristen bei Ihrem alten Stromanbieter. Ihr bisheriger Stromanbieter schickt Ihnen anschließend eine Bestätigung der Vertragskündigung sowie eine Abschlussrechnung.
Beachten Sie, dass der Wechsel des Stromanbieters sechs bis acht Wochen dauern kann.
Vertragslaufzeiten | Je kürzer, desto flexibler sind Vertragskunden |
Kündigungsfristen | sollten möglichst kurz sein |
Preisgarantien | Je länger, desto besserer Schutz gegen steigende Preise |
Mindestvertragslaufzeit | Je kürzer, desto flexibler ist der Verbraucher |
Strompakete | Nur sinnvoll, wenn Sie Ihren Stromverbrauch genau kennen |
Kaution & Vorkasse | Nur bei seriösem Stromanbieter & sehr günstigen Tarifen ratsam |
Wechselboni | Im Prinzip gut - entscheidend ist aber der Grund- und Arbeitspreis! |
Andreas Madel betreibt die Webseite KWH Preis
, die Informationen zum Strom- und Gasmarkt in Deutschland anbietet. Neben der Möglichkeit, Strom- und Gaspreise zu vergleichen, werden viele Verbraucherinformationen, Tipps und Informationen rund um Strom, Gas und Ökostrom auf der Webseite veröffentlicht.
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