Google Maps und JavaScript
JavaScript APIs - eine alte Lösung im neuen Gewand
Die zentrale Technologie von Google Maps ist JavaScript. JavaScript gibt es seit 1995 und in den letzten 11 Jahren hat das Ansehen der Sprache ein ständiges Auf und Ab erlebt. Anfangs wurde JavaScript für dynamische Webseiten genutzt und war lange Zeit eine bessere Alternative als Flash. Auch die Idee, eine öffentliche API zu schaffen und zur Verfügung zu stellen, ist nicht neu. Ein verbreitetes und erfolgreiches Beispiel war die DynAPI
von Dan Steinman, seit 1998 eine offene Schnittstelle für dHTML-Applikationen. Seit 2003 kümmert sich die Open-Source-Quellenschmiede Sourceforge
darum - und dort ruht die API in Frieden bis heute.
Kein Wunder, den nach der Netscape-4-Ära wehte ein frischer Wind durch das Netz. In die Webprogrammierung zogen neue Ideen und Kommunikationskonzepte wie barrierefreie und standardkonforme Internetseiten ein. JavaScript war zu Grabe getragen, das dynamische Internet war an Macromedia Flash verloren und die lange Tradition und die Vorteile der Sprache gerieten in Vergessenheit. In den letzten drei Jahren galt die Sprache bestenfalls als Sicherheitslücke. Oder als Spam-Sprache, mit der man nichts anderes als nervtötende Werbe-Pop-ups produzieren kann.
Doch Totgesagte leben länger: JavaScript erlebt ein Comeback. Zuerst überraschte uns AJAX (Asynchronous JavaScript and XML), und nun stellt Google Maps eine offene Programmierschnittstelle für jeden zur Verfügung, die aus Javascript besteht. Also: Kramen Sie Ihre verstaubten JavsScript-Kenntnisse hervor - Google macht es uns allen leicht. Fast so leicht wie das Document Object Model (DOM) der Webseiten.
Was haben das DOM und die Google Maps API gemeinsam?
Sie haben JavaScript bisher hauptsächlich für MouseOver-Effekte, Klappmenüs oder Pop-up-Fenster genutzt? Dann haben Sie schon vom DOM gehört. Jede HTML-Seite "besitzt" diese Objekte automatisch, und Sie können über vordefinierte Methoden darauf zugreifen. Eine Webseite ist aber nur ein Sonderfall eines DOM. Und das DOM ist genau genommen auch nur eine API für den Zugriff auf html- und xml-Dokumente. Das DOM wird vom W3C
(World Wide Web Consortium) definiert, die Browser kennen das DOM, interpretieren Ihre JavaScript Anweisungen und führen sie aus. Na gut, inzwischen kennen alle Browser den Standard-W3C-DOM. Lange Zeit interpretierte der Internet Explorer ein eigenes DOM und Netscape ein anderes eigenes DOM und beide kämpften um die Marktherrschaft. Durchgesetzt hat sich letztendlich und glücklicherweise der Standard.
Die Google Maps API
Wenn Sie mit dem DOM arbeiten, dann rufen Sie die vordefinierten Methoden einfach auf, bsp. window.open([Parameter]); um ein Pop-up-Fenster zu öffnen. Sie müssen das Objekt window nicht erst instanziieren ("anschalten"), es ist bereits da, ganz einfach so. Und zwar deshalb, weil Ihr Browser nicht nur als Interpreter Ihr Skript abarbeitet. Nein, er stellt Ihnen diese Objekte automatisch zur Verfügung. Das ist wunderbar einfach, aber im Gebrauch mit objektorientierter Programmierung (OOP) ist es unüblich, dass der Interpreter auch die Objekte kennt. Und hier beginnt ein Unterschied vom DOM zur Google API. Die Schnittstelle stellt ebenfalls Objekte, Eigenschaften und Methoden bereit, aber sie müssen "richtig objektorientiert" aktiviert werden.
Die Google Maps API ist nicht fertig, sie wird ständig fortentwickelt. Im April 2006 wurde bereits die erste Version durch eine zweite ersetzt und zwischendurch hat es bereits ein Update gegeben. Zwar versucht Google die neuen APIs rückwärtskompatibel zu halten, aber immer gelingt das nicht. Bleiben Sie also dran an der API!
In diesem Workshop geht es nun nicht darum, OOP zu erlernen oder eine Google Referenz zu schreiben. Die gibt es sowieso, und zwar hier
. Ich stelle Ihnen Lösungen vor, die Sie 1:1 übernehmen können. Für Interessierte erkläre ich, wie der Quellcode funktioniert - so arbeiten Sie sich ganz von selber in das Google-Maps-Prinzip ein.
Das ist eine Leseprobe
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