Webgerecht Texten - So schreiben Sie Texte für's Web
Von Birgit Poppke
(25.06.2008) Texte im Netz müssen so verfasst sein, dass die Nutzer/innen sich auf den ersten Blick orientieren können und sofort sehen, wo sie welche Informationen finden.
Texte im Netz müssen so verfasst sein, dass die Nutzer/innen sich auf den ersten Blick orientieren können und sofort sehen, wo sie welche Informationen finden. Das erreichen Sie, indem Sie mit Absätzen, Aufzählungen und Hervorhebungen arbeiten.
Um Textteile hervorzuheben, eigenen sich am besten Fettungen. Kursive Schrift und Unterstreichungen - die für Links vorbehalten sind - sind tabu.
Im Gegensatz zu Printmedien ist es im Internet erlaubt, zusammengesetzte Hauptwörter zu zerteilen. Ein Bindestrich zwischen den Substantiven erleichtert die Lesbarkeit von Online-Texten.
Da Texte am Bildschirm gescannt werden, muss das Wichtigste am Anfang stehen. Verwenden Sie zudem eine einfache, klare Sprache. Fassen Sie sich kurz. Aber schreiben Sie immer vollständige Sätze. Telegrammstil und Halbsätze sind unhöflich und verpönt. Dass Ihre Sätze grammatikalisch richtig sind und keine Tippfehler aufweisen, ist selbstverständlich.
Vermeiden Sie eingeschobene Nebensätze und Bandwurmsätze, die über mehrere Zeilen gehen. Derlei können Sie getrost Wissenschaftler/innen und Behörden überlassen. Aber variieren Sie die Satzlängen. Ab und an ein angehängter Nebensatz ist okay und bringt Abwechslung in den Lesefluss. Denn ein Hauptsatz mit Subjekt-Prädikat-Objekt nach dem anderen ist auf Dauer auch langweilig.
Tipp:
Sie erkennen einen zu langen Satz immer daran, dass Ihnen der Atem ausgeht, wenn Sie ihn laut vorlesen. Dort wo Sie Luft holen müssen, gehört in der Regel ein Punkt hin.
(Zu) verschachtelte Sätze erkennen Sie daran, dass Sie selbst beim Lautlesen den Überblick verlieren. Da hilft nur: die Gedanken entwirren und mehrere Sätze machen.
Benutzen Sie Verben und eine aktive Sprache. Schreiben Sie nicht "Von unserem Forschungsteam wurde ein neues Produkt entwickelt, mit dem man XY machen kann". Besser ist: "Unser Forschungsteam entwickelte ein neues Produkt, das ..." Klingt das nicht auch in Ihren Ohren sofort viel dynamischer und ansprechender?
Vermeiden Sie im Internet Fremdwörter und Anglizismen, denn Sie wissen nie genau, mit wem Sie es als Leser/in zu tun haben. Bei Webtexten, die sich gezielt an ein Fachpublikum wenden, ist die jeweilige Fachsprache natürlich angebracht.
Vorsicht ist auch mit Sprachspielen und Ironie geboten - es sei denn, es ist sofort klar, dass es bei dem Angebot darum geht. Wer im Internet surft, möchte in der Regel jedoch informiert werden und nicht erst darüber nachdenken müssen, wie dieser oder jener Satz wohl gemeint sein könnte.
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