Die 10+1 häufigsten Fehler in Marketing und Werbung

- und wie Sie sie vermeiden

Von: Hans-Jürgen Borchardt
Stand: 19. September 2011
5
(2)
Beitrag bewerten
Anmelden um Kommentare zu schreiben

Downloads zu diesem Beitrag

Über den Autor: Hans-Jürgen Borchardt

bild134002

Hans-Jürgen Borchardt ist seit 1967 selbstständiger Marketingberater. Er berät mittelständische Unternehmen, vorwiegend im Handel und Handwerk in Deutschland, Schweiz und den Niederlanden. Seit über 20 Jahren veröffentlicht H.-J. Borchardt zudem Fachbeiträge.

H.-J. Borchardt war Gründer und Präsident des Marketingclubs Nordhessen und war 22 Jahre Beauftragter des Landes Hessen für Ausbildungsfragen für Werbekaufleute. Neun Jahre leitete er die Akademie für Absatzwirtschaft. Parallel dozierte er an der Fachhochschule Fulda und hielt Marketing-Seminare für den RKW Hessen und die IHK Kassel. H.-J. Borchardt erhielt die Ehren-Plakette der IHK Kassel für die Förderung des Nachwuchses.

Beiträge des Autors als Atom-Feed Atom-Feed: Neues von akademie.de

Falsche Versprechen

5. Fehler: Nur nicht auffallen

Jeder Unternehmer möchte möglichst bekannt sein, will aber nicht auffallen. Diese beiden Forderungen schließen einander aus. Richtig ist, je mehr Sie auffallen, desto schneller werden Sie bekannt. Aggressive Bilder und Schlagzeilen setzen sich schneller durch und bleiben besser im Gedächtnis haften ("Ich bin doch nicht blöd", "Geiz ist geil" etc.). Daher empfiehlt es sich, über Konzepte nachzudenken, die auffallen.

Sagen Sie nicht sofort "nein", wenn Ihnen ein ungewöhnlicher oder aggressiver Auftritt von Mitarbeitern oder externen Beratern vorgeschlagen wird. Denken Sie mit Ihren Mitarbeitern oder Beratern sehr intensiv über ungewöhnliche Vorschläge nach, bevor Sie sagen: "Das können wir nicht machen." Denken Sie immer daran, Wettbewerb ist der Kampf um die Kunden. Und wenn Sie diesen Kampf nicht gewinnen, können Sie auf Dauer nicht (erfolgreich) bestehen.

Um Fehler bei der Entwicklung eines Konzeptes zu vermeiden, müssen Sie auf jeden Fall Ihre Zielvorstellung schriftlich formulieren, damit alle Beteiligten aufgaben- und zielorientiert mitdenken können. Werden Ideen und Vorschläge entwickelt und anschließend abgelehnt, weil keine eindeutige Zielvorstellung formuliert wurde, tötet das jede Motivation bei den Mitarbeitern wie bei den Beratern. Außerdem verschaffen Sie sich selbst Klarheit, wenn Sie Ihren Anspruch, Ihr Ziel schriftlich formulieren.

Vergessen Sie nicht, Ihre Zielvorstellung zu diskutieren. Machen Sie das nicht, sondern legen das Ziel ohne Absprache fest, wird sich kaum ein Mitarbeiter finden, der sich damit identifiziert.

Die schriftliche Formulierung der Zielvorstellung bietet noch einen wichtigen Vorteil. Anhand der Zielvorgabe können Sie und Ihre Mitstreiter die Zusammenarbeit wesentlich effektiver gestalten. Bei jeder Idee, bei jedem Vorschlag können Sie sich fragen: "Können wir mit dieser Idee, mit diesem Vorschlag unser Ziel besser, schneller erreichen?"

Selbstkontrolle:

Nehmen Sie sich jetzt zehn Minuten Zeit und formulieren Sie das Besondere Ihres Angebotes schriftlich. Fixieren Sie für sich ganz allein die Gründe, warum ein Kunde Ihren Betrieb und nicht den eines Wettbewerbers beauftragen sollte. Sie werden feststellen, dass Sie mehr oder weniger große Schwierigkeiten haben, den oder die Vorteil(e) zu formulieren, die Sie Ihren Kunden bieten. Wenn Ihnen das nicht gelingt, wissen Sie, dass Sie sich unbedingt mit diesem Thema beschäftigen müssen.

Wenn Sie jetzt erkannt haben, dass Sie austauschbar sind, weil Sie nichts Besonderes zu bieten haben, was Ihren Betrieb auszeichnet, wissen Sie auch, warum der Preis bei Ihren Angeboten das entscheidende Argument ist.

Deshalb: Bevor Sie das Ziel schriftlich formulieren, müssen Sie über das Besondere, das Sie bieten, zusammen mit Ihren Mitarbeiten intensiv diskutieren. Das ist wichtig, damit alle Beteiligten eingebunden sind und sich aus Überzeugung mit dem gemeinsam erarbeiteten Ziel identifizieren können.

Zum Weiterlesen...

Das Kapitel "Wie formuliere ich die Ziele meines Projekts?" im Infopaket "Projektmanagement - von der Idee zum Konzept" zeigt, wie Sie sinnvolle Projektziele festlegen.

6. Fehler: Versprechen nicht einhalten

Wenn Sie nicht von dem überzeugt sind, was Sie kommunizieren, werden Sie auch nicht glaubhaft sein. Kein Mitarbeiter wird einen Leitspruch, ein Konzept, eine Philosophie vertreten, wenn er glaubt, dass alles nur Sprüche sind oder wenn er in der Praxis Tag für Tag erlebt, dass die Aussagen nicht konkret umgesetzt werden.

Denken Sie daran, Sie haben zu vielen Kunden ein persönliches Verhältnis. Wenn Sie unglaubwürdige Aussagen in Ihrer Werbung aufnehmen, würden Sie das Vertrauen, das Sie genießen, verlieren. Sie würden als "Übertreiber" wahrgenommen werden und Ihre Glaubwürdigkeit wäre verloren. Wenn Sie also mit neuen Aussagen auftreten, müssen Sie diese auch unbedingt einhalten.

Deshalb: Ihre Werbung muss glaubhaft und wahr sein.

Zum Weiterlesen...

Wie Sie glaubhaft auftreten, verraten Ihnen die Ratgeber "Kundenbindung praktisch" und "Das 1x1 der Kundenbetreuung: Kundenbindung durch Kundenorientierung".

7. Fehler: Die Angst davor, als Erster neue Wege zu gehen

Das Unternehmen, das als Erstes mit einer neuen Aussage, mit einem neuen Angebot im Markt erscheint, hat einen einmaligen Vorteil. Es besetzt die "Pionierposition". Das heißt, dass es die Aufmerksamkeit in einem besonderen Maße auf sich lenkt, weil das Angebot, der Slogan, die Farben, die Bilder in diesem Marktsegment, in der Region neu sind. Daher werden sie auch besser erinnert und keinem anderen Unternehmen zugeordnet.

Hinzu kommt, dass die Unternehmen, die als Erste mit einer neuen Aussage, mit einem neuen Angebot auftreten, von der Allgemeinheit oft als Marktführer gesehen werden. Da sich der Erste Inhalte und Aussagen noch frei aussuchen kann, wird er logischerweise die Aussagen für sich nutzen, die in einem hohen Maße die Entscheidungen der Kunden beeinflussen. Für alle "Nachzügler" bedeutet das, je mehr Wettbewerber bereits mit einem eigenen Konzept im Markt sind, desto schwieriger wird es, Alternativen zu finden.

Ein weiterer Vorteil der "Pionierposition" ist, dass die Presse gern über Neuheiten und damit auch über Unternehmen berichtet, die etwas Neues anbieten oder vorstellen. Das spart Geld, weil dann die Werbung für den eigenen Betrieb von den Medien übernommen wird.

Deshalb: Je früher Sie starten, desto besser ist es für Sie.

Zum Weiterlesen...

Wie Sie sich Ihr Umfeld und die Branchenetwicklung "scannen", erfahren Sie im Beitrag "Trends erkennen und Geschäftsfelder erschließen".

Dieser Beitrag ist öffentlich.
Zugriff auf alle Inhalte haben Sie als Mitglied

Werden Sie Probemitglied - kostenlos.

Ohne finanzielles Risiko haben Sie Zugriff auf alle Inhalte auf akademie.de, außer Downloads. Die Anmeldung dauert drei Minuten. Sie können während der ersten 14 Tage ohne Angabe von Gründen stornieren. Eine E-Mail genügt.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Infoseite zur Mitgliedschaft und in unseren AGB.

Ich bin bereits Mitglied
Jetzt Probemitglied werden
Ich kann in den 14 Tagen Probezeit formlos z.B. per E-Mail stornieren. Wenn ich das nicht tue, entscheide ich mich für ein