28 Möglichkeiten, wie Ihr Unternehmen familienfreundlicher wird

Gerade kleine und mittlere Betriebe können mit familienfreundlichen Arbeitsbedingungen punkten - und so Fachkräfte halten

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Stand: 31. Januar 2012

lnformationsfluß sicherstellen

Gerade kleine Unternehmen können mit familienfreundlichen Arbeitsbedingungen punkten. Wenn sie denn wollen. Joachim von Hein liefert 28 Anregungen, wie Kleinbetriebe familienfreundliche Arbeitsbedigungen schaffen können - und davon selbst noch profitieren.

In den meisten Betrieben wurde und wird immer noch so getan, als ob das familiäre Umfeld der Mitarbeiter gar nichts mit der Arbeit zu tun hätte - als ob das zwei Welten wären. Familie ist Privatsache, heißt es vielerorts. Und entsprechend wenig bis gar nicht wird Rücksicht auf die Familienbelange der Mitarbeiter genommen. Durch den Fachkräftemangel jedoch müssen vor allem kleine Unternehmen, die ohnehin nur vergleichsweise schmale Gehälter und Aufstiegsmöglichkeiten bieten können, umdenken. Wie, wenn nicht durch Geld und Karrierechancen, lassen sich Mitarbeiter finden und halten? Eine preisgünstige Möglichkeit wäre, auf familienfreundliche Arbeitsbedingungen zu setzen.

Im Folgenden schildere ich meine Erfahrungen aus 25 Jahren Beratung für kleine und mittlere Betriebe. Viele der Beispiele wurden in der betrieblichen Praxis bereits erfolgreich umgesetzt. In Großbetrieben ticken die Uhren manchmal etwas anders. Aber auch hier lassen sich viele der Anregungen umsetzen. Wo ein Wille ist, gibt es auch einen Weg.

Informationsfluss und Koordination

  1. Schaffen Sie einen Terminkalender im Internet, der - zumindest in Teilen - auch für die Familienangehörigen einsehbar ist. Die Familienangehörigen können dann jederzeit und ggf. sogar ortsunabhängig herausfinden, wann wer welchen Dienst hat. Umgekehrt können sie auch selbst Blocker-Termine eintragen, die bei der Arbeitszeitplanung berücksichtigt werden (können). Vorteil: alle Seiten können stressfreier planen.

    In so einen zentralen Kalender oder auch jeden normalen Timeplaner vor Ort dürfen Ihre Mitarbeiter eintragen, zu welchen Zeiten sie unbedingt frei haben möchten und wann bspw. Überstunden problemlos möglich wären. Können Mitarbeiter in der Zeitplanung ein Wörtchen mitreden, entfiele vielleicht das übliche Hickhack bei Sondereinsätzen. Natürlich lässt sich nicht garantieren, dass jedem Freizeitwunsch entsprochen werden kann. Das liegt in der Natur der Sache. Aber zumindest probieren ließe es sich.

  2. Notfall-Einsätze: Auch hier ist ein ortsunabhängiger, zentraler Kalender im Internet o. ä. sehr effektiv. So lässt sich schnell erkennen (vor allem für den Innendienst), welcher Mitarbeiter gerade wo ist und wer zum Beispiel einen kurzfristig hereingekommenen Notfall bearbeiten könnte, weil er zufällig gerade in der Nähe ist. Damit steigt zugleich die Flexibilität des Unternehmens, frei nach dem Motto: "Die flinken Kleinen überholen die trägen Großen!"

    Und auch die Familienangehörigen wissen dadurch, wo die anderen Familienmitglieder gerade sind. Es entsteht eine echte Win-Win-Situation für Betrieb und Familie. Die Voraussetzung ist die Anschaffung von internetfähigen Handys mit GPS.

  3. Um die Kreativität aller Beteiligten im Unternehmen oder auch aus den Familien zu fördern, könnte eine monatliche Prämie von 200 Euro für die "Idee des Monats" ausgelobt werden. Das bedeutet zwar zunächst mal 2.400 Euro zusätzliche Kosten im Jahr - aber im Allgemeinen machen sich solche Investitionen schnell bezahlt!

    Gute Ideen müssen sonst teuer eingekauft werden. Hier kann die Kreativität der Mitarbeitenden und ihrer Familien genutzt werden - auch und gerade für betriebliche Fragen.

  4. Sowohl für die Betriebe als auch für die Familien wäre eine Aufgaben-Übersicht sinnvoll, was noch alles - bis wann - zu tun ist. Auch diese Übersicht könnte ortsunabhängig einsehbar sein. Für jeden Tag könnte genau festgelegt werden, was heute unbedingt geschafft werden muss, was noch erledigt werden sollte und was drittens, wenn Zeit bleibt, angefangen werden kann, aber problemlos auf den nächsten Tag übertragbar wäre (A-B-C-Prioritäten).

    A-Aufgaben sind wichtig und dringlich.

    B-Aufgaben sind wichtig, aber nicht dringlich.

    C-Aufgaben dagegen sind dringlich, aber nicht wichtig.

    Die vierte Art sind Aufgaben, die weder dringlich noch wichtig sind und daher in der so genannten Ablage P landen sollten (sprich P wie Papierkorb).

    Diese Prioritäten-Analyse hilft genauso bei Organisationsproblemen in der Familie. Auch hier wird die Unterscheidung, was wirklich wichtig und was "nur" dringlich ist, nicht sauber genug getroffen!

  5. Bei allen Aufgaben im Betrieb oder in der Familie sollte immer die Frage gestellt werden, ob wirklich alle Aufgaben insgesamt unverzichtbar zu erledigen sind oder ob es womöglich einige gibt, die gar nicht erledigt werden müssen oder eventuell in einem geringeren Umfang oder möglicherweise später oder von einem anderen Mitarbeiter übernommen werden könnten.

Diese klassischen Fragen der Arbeitsorganisation sind genauso bei der privaten und familiären Arbeitsplanung zu stellen! Nur wenn in der privaten Planung die gleichen oder zumindest ähnliche Organisationsfragen gestellt werden, gehen sie den Mitarbeitenden in Fleisch und Blut über. Andernfalls erleben sie immer zwei ganz unterschiedliche Organisationsformen: Betriebliche Ordnung und familiäres Chaos - oder umgekehrt. Das wird auf die Dauer nicht funktionieren!

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