Navigation & Performance
3. Die Navigation: Orientierung geben
In gewisser Weise ist eine Website wie ein öffentliches Gebäude. Bei beiden müssen Sie mit Besuchern rechnen, also wortwörtlich mit Menschen, die etwas suchen. Und sowohl bei öffentlichen Gebäuden als auch bei Websites sollte dafür gesorgt sein, dass die Besucher sich schon beim ersten Besuch gut zurechtfinden.
Bei Ihren Besuchen in öffentlichen Gebäuden (und auf Websites) werden Sie wahrscheinlich festgestellt haben, dass diese Orientierung manchmal problemlos gelingt. Und manchmal eher nicht. In Gebäuden ist die Verteilung der Zimmernummern dann oft ähnlich undurchsichtig wie die Sitzplatznummerierung der Deutschen Bahn - und auf Websites suchen Sie vergeblich nach einem "Kontakt".
Navigation heißt, den Besucher schnell und sicher an sein Ziel zu bringen. In einem öffentlichen Gebäude zum richtigen Zimmer, auf der Website zur richtigen Webseite.
Das Problem an der Sache ist natürlich, dass Sie im Voraus nicht wissen, was Ihre Besucher suchen: Der Besucher einer Website liest die Seiten nicht in einer vorgegebenen Reihenfolge, sondern springt mit Hilfe von Hyperlinks darin herum. Er kommt auch nicht immer über die Startseite, sondern landet zum Beispiel über eine Suchmaschine oft direkt auf einer Unterseite.
Die folgende Auflistung zeigt ein paar Charakteristika für eine gute Navigation:
Eine gute Navigation ist konsistent und intuitiv.
Eine gute Navigation erklärt sich selbst und muss nicht erlernt werden. Sie ist für den Besucher der Fixstern durch das Labyrinth der Webseiten. Position und Struktur sollten sich nicht ändern.Eine gute Navigation verwendet aussagekräftige Beschriftungen.
Je eindeutiger die Beschriftung ist, desto leichter findet sich der Besucher zurecht. Klassiker sind Startseite, Kontakt oder auch Über uns. Aber was verbirgt sich hinter Info?Eine gute Navigation zeigt dem Besucher, wo er gerade ist.
Ähnlich wie ein in der Stadt aufgestellter Stadtplan eine "Sie sind hier" Markierung hat, sollte die Navigation dem Besucher signalisieren, wo er sich innerhalb der Site gerade befindet.Eine gute Navigation beachtet allgemeine Konventionen.
Stellen Sie sich vor, Sie warten vor einer Ampel, und die springt plötzlich auf Blau. Blaue Ampeln verwirren. Eine gute Navigation vermeidet blaue Ampeln. In unserem Kulturkreis wird von links nach rechts gelesen und die Hauptnavigation sitzt dementsprechend meist links oder oben.-
Eine gute Navigation bietet dem Besucher Alternativen.
In jedem Baumarkt können Sie beobachten, wie einige Besucher auf der Suche nach einem bestimmten Artikel stundenlang durch die Gänge irren, während andere direkt zum nächsten Mitarbeiter laufen und fragen. Erstere werden sich auf unbekannten Websites eher durchklicken, letztere gehen direkt zur Suchfunktion.
4. Die Performance: Die Entdeckung der Langsamkeit
Ein weiterer Faktor bei der Beurteilung einer Webseite ist die Performance, also die Schnelligkeit, mit der die Webseite geladen wird. Auch im Zeitalter von DSL ist die Ladezeit einer Webseite durchaus ein Thema:
Ich habe auch mit einer schnellen DSL-Anbindung beim Laden einer Webseite schon oft gedacht "Gute Güte, ist das laaaangsaaam!". Hingegen hatte ich eigentlich noch nie das Gefühl "Nee, das war jetzt zu schnell".
Die goldene Regel lautet, dass die Seite geladen sein muss, bevor der Besucher auf den Butten "Abbrechen" in seinem Browser geklickt hat. Wie lange ein Besucher wartet, hängt allerdings von vielen Faktoren ab. Spiegel-Leser warten auf die Startseite von Spiegel Online länger als Otto Normalsurfer auf irgendeine unbekannte Seite, die sie über eine Suchmaschine gefunden und vorher noch nie gesehen haben.
Fazit: Achten Sie beim Surfen darauf, welche Seiten Sie als schnell empfinden und, noch wichtiger, welche als langsam.
5. Die Zugänglichkeit: "Wie Sie sehen, sehen Sie nichts"
Webseiten werden in sehr vielen unterschiedlichen Umgebungen dargestellt und Zugänglichkeit bedeutet nichts anderes, als dass der Inhalt der Webseiten für möglichst jeden Besucher zugänglich bleiben sollte. Im Englischen heißt der Fachbegriff dafür Accessibility, im Deutschen hat sich der Begriff Barrierefreiheit eingebürgert.
Die Zugänglichkeit von Webseiten wird oft ignoriert, weil es etwas Vergleichbares für Papierseiten nicht gibt, aber sie ist wichtig. Webseiten bestehen aus Quelltext und dieser Quelltext wird vom Browser in den unterschiedlichsten Umgebungen in eine Webseite umgewandelt.
Versuchen Sie beim Surfen mal, solche Umgebungen zu simulieren. Sie können zum Beispiel:
... im Browser Grafiken deaktivieren;
... CSS und JavaScript ausstellen.
Auch ohne Grafiken, CSS oder JavaScript sollte der Inhalt der Webseite zugänglich bleiben.
Machen Sie beim Surfen einfach mal das Browserfenster kleiner, vergrößern Sie die Schrift (STRG + Rollrad) oder versuchen Sie, die Webseiten nur mit der Tastatur zu navigieren (mit der TAB-Taste, Shift + Tab und Enter). Zugängliche Webseiten passen sich möglichst flexibel an ihre Umgebung an.
Falls Sie Zugänglichkeit für Firlefanz halten, so nach dem Motto "Was glauben Sie denn, wie viele Autos wir mehr verkaufen, wenn unsere Website auch für Blinde zugänglich ist", dann halten Sie sich vor Augen, dass der "behindertste" Besucher, den Ihre Website jemals bekommen wird, der Suchmaschinenroboter von Google & Co ist: Er kann nicht lesen, nicht hören, nicht denken und nicht klicken. Er klappert nur URLs ab und sammelt Buchstaben und Grafiken.
Eine zugängliche Website ist nicht automatisch auch eine suchmaschinenfreundliche. Aber guter Inhalt und dessen Zugänglichkeit sind eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Positionierung in den Ergebnislisten der Suchmaschinen.
Fazit: Achten Sie beim Surfen darauf, ob Sie bestimmte Inhalte nicht sehen können und versuchen Sie ruhig einmal, eine Site in verschiedenen Umgebungen zu betrachten.
Zugänglichkeit von Webseiten
Ausführlichere Informationen zur Barrierefreiheit finden Sie zum Beispiel auf einfach-fuer-alle.de oder in der Infothek von bik-online.de (barrierefrei informieren und kommunizieren).
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Sehr geehrter Herr Müller,
ich habe mit großem Interesse Ihre Ausführungen gelesen. Ich arbeite als Grafikerin.
Mehr und mehr bekomme ich Anfragen zum Gestalten von websites. Diesem Thema möchte ich mich jetzt stellen.
An wen wende ich mich, um die von mir gestaltete website zum Laufen zu bringen?
Ich arbeite mit der Adobe Creative Suite, kann ich die website damit gestalten?
Vielen Dank für Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
Sylke Scholz
Webdesigner gesucht?
Hallo Frau Scholz,
seit 1999 arbeite ich als hauptberuflicher Webdesigner, seit 2005 selbständig. U.a. bin ich auch als Subunternehmer für verschiedene GrafikerInnen tätig. Dies läuft häufig so ab, das ich ein psd-Layout bekomme und dieses in ein CMS (Content-Management-System) umsetze bzw. - was immer weniger vorkommt - die Seiten "statisch" programmiere. Also die Seiten "zum laufen bringe".
Das geschieht entweder auf Provisionsbasis oder auch nach Aufwand.
Sollten Sie Interesse haben an einem solchen gemeinsamen Projekt, dann stehe ich für weitere Fragen gerne zur Verfügung.
Kontakt: Googeln Sie einfach meinen Namen! Dann sehen auch sofort, was Suchmaschinenoptimierung heißt ;-)
Viele Grüße, Michael Schöner
Hallo Frau Scholz,
die Gestaltung einer Website (Homepage, Internetseite) können Sie natürlich in Photoshop machen, aber wie Sie dem Artikel entnehmen können, ist eine Website mehr als eine Hochglanzbroschüre, in der man herumklicken kann. Um eine Website "zum Laufen zu bringen" benötigen Sie abgesehen von einem Editor zur Erstellung des Quelltextes keine bestimmten Programme, sondern einfach nur Know-how. Oder eine Webagentur, die dieses Know-how hat.
Was Sie zur Umsetzung eines grafischen Entwurfs auf jeden Fall benötigen, sind solide Grundkenntnisse in HTML und CSS, die Sie z. B. durch "Little Boxes Teil 1" bekommen können, das Sie kostenlos online lesen (http://little-boxes.de/) oder als Buch kaufen können.
HTML und CSS sind das Fundament zur Erstellung einer Website und sollten am Anfang des Lernens stehen. Welches Know-how Sie darüber hinaus noch benötigen, hängt sehr stark von der zu erstellenden Website ab. Auswahl des Webspace (Webhosting), Programmiersprachen wie JavaScript (im Browser) oder PHP (auf dem Webserver), Content-Management-Systeme wie Contao, Optimierung der Webseiten für Suchmaschinen (SEO) sind nur einige Beispiele zur Vertiefung.
Sehr informativ und nachvollziehbar, hilft bei der Optimierung meiner Seite.
Grüße Stephan Pries