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Steuern: Abschreibungsmöglichkeiten im Überblick

Änderungen bei der degressiven Abschreibung

Degressive Abschreibung bei beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens

Regelung bis 31.12.2005

Bei beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens kann der Unternehmer statt der Abschreibung in gleichen Jahresbeträgen diese in fallenden Jahresbeträgen bemessen. Der Abschreibungssatz darf höchstens das Doppelte des bei der linearen Abschreibung in Betracht kommenden Hundertsatzes betragen und 20 % nicht übersteigen. Abschreibungs-Bemessungsgrundlage ist der jeweilige Buchwert.

Übergangsregelung zwischen dem 1.1.2006 und dem 31.12.2007

Um die Investitionstätigkeit zu beleben, wurden durch das Gesetz zur steuerlichen Förderung von Wachstum und Beschäftigung vom 26.4.2006 (BGBl I 2006, 1091) zeitlich begrenzt bis zum 31.12.2007 die Bedingungen der degressiven Abschreibung für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die nach dem 31.12.2005 und vor dem 1.1.2008 angeschafft oder hergestellt worden sind, verbessert. Der Hundertsatz beträgt höchstens das Dreifache der linearen Abschreibung und darf 30 % nicht übersteigen.

Regelung für das Kalenderjahr 2008

Durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 vom 14.8.2007 (BGBl I 2007, 1912) wird die degressive Abschreibung aufgehoben. Sie ist letztmalig anzuwenden für vor dem 1.1.2008 angeschaffte oder hergestellt bewegliche Wirtschaftsgüter.

Regelung für 2009 und 2010

Durch das Konjunkturpaket vom 21.12.2008 (BGBl I 2008, 2896) wird die degressive Abschreibung wieder eingeführt. Bei beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, die nach dem 31.12.2008 und vor dem 1.1.2011 angeschafft oder hergestellt werden, kann der Unternehmer eine degressive Abschreibung von 25 %, höchstens das Zweieinhalbfache der linearen Abschreibung geltend machen. Es ist ein Wechsel von der degressiven zur linearen Abschreibung zulässig.

Die folgende Übersicht zeigt die Anwendung der degressiven Abschreibung im Überblick:

Bild vergrößerndegressive Abschreibung im Überblick

Höchstsätze der degressiven AfA in Abhängigkeit von der Nutzungsdauer

Nutzungsdauer

Höchstsatz der degressiven AfA bei Anschaffung vom 01.01.2001 bis 31.12.2005

Höchstsatz der degressiven AfA bei Anschaffung vor dem 01.01.2001 und vom 01.01.2006 bis 31.12.2007

Höchstsatz der degressiven AfA bei Anschaffung vom 01.01.2009 bis 31.12.2010

1 bis 10 Jahre

20,00 %

30,00 %

25,00 %

11 Jahre

18,18 %

27,27 %

22,72 %

12 Jahre

16,67 %

25,00 %

20,83 %

13 Jahre

15,38 %

23,08 %

19,23 %

14 Jahre

14,29 %

21,43 %

17,86 %

15 Jahre

13,33 %

20,00 %

16,67 %

20 Jahre

10,00 %

15,00 %

12,50 %

Hinweis 1: Für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die zwischen dem 01.01.2008 und dem 31.12.2008 angeschafft wurden, darf die degressive AfA nicht in Anspruch genommen werden.

Hinweis 2: Der Übergang von der degressiven Abschreibung (in fallenden Jahresbeträgen) zur linearen Abschreibung (in gleichen Jahresbeträgen) ist zulässig.

Wechsel von der degressiven Abschreibung zur linearen Abschreibung

Für Wirtschaftsgüter, die ein Unternehmer bis zum 31.12.2007 angeschafft oder hergestellt hat, konnte er zwischen linearer oder degressiver Abschreibung wählen. Hat der Unternehmer sich für die

  • lineare Abschreibung entschieden, ist ein nachträglicher Wechsel von der linearen zur degressiven Abschreibung nicht zulässig,

  • degressive Abschreibung entschieden, kann er jederzeit zur linearen Abschreibung wechseln. Um das Wirtschaftsgut vollständig abschreiben zu können, muss er sogar spätestens im letzten Jahr der Nutzungsdauer zur linearen Abschreibung wechseln.

Bei Wirtschaftsgütern, die ein Unternehmen vor dem 1.1.2008 angeschafft oder hergestellt hat, und bei denen er die degressive Abschreibung gewählt hat, wechselt er sinnvoller Weise in dem Jahr zur linearen Abschreibung, in dem die lineare Abschreibung erstmals vorteilhafter ist. Die lineare Abschreibung ermittelt der Unternehmer, indem er den Buchwert durch die verbleibende Restlaufzeit (Restnutzungsdauer) teilt.

Beispiel: Unternehmer X hat im Juli 2007 eine Maschine zu Anschaffungskosten i. H. v. 7.000 Euro netto (ohne USt.) gekauft, die er nach der amtlichen Abschreibungstabelle über 7 Jahre abschreiben muss. Da er damals die degressive Abschreibung gewählt hat, entwickelt sich diese wie folgt:

Jahr

Abschreibung der Maschine

Degressive Abschreibung in Euro

2007

Anschaffungskosten

Abschreibung 30 % von 7.000 Euro (zeitanteiliger Ansatz für 6 Monate)

7.000

1.050

2008

Buchwert 31.12.2007

Abschreibung 30% von 5.950

5.950

Gerundet 1.785

2009

Buchwert 31.12.2008

Abschreibung 30% von 4.165

4.165

Gerundet 1.249

2010

Buchwert 31.12.2009

Abschreibung 30% von 2.916

2.916

Gerundet 875

2011

Buchwert 31.12.2010

Abschreibung 30 % von 2.041

2.041

Gerundet 612

2012

Buchwert 31.12.2011

Degressive Abschreibung 30% von 1.429 = 429 Euro gerundet

Wechsel zur linearen Abschreibung

Lineare Abschreibung

1.429 Euro : 30 Monate * 12 =

1.429


Gerundet 572

2013

Buchwert 31.12.2012

Lineare Abschreibung

857

Gerundet 572

2014

Buchwert 31.12.2013

Abschreibung in 2014 (6 Monate)

Erinnerungswert

285

284

1

Wegen der Anschaffung im Juli 2007 ist von der Gesamtnutzungsdauer von 7 Jahren (= 84 Monaten) erst ein Zeitraum von 6 Jahren verbraucht. Die Restnutzungsdauer am 31.12.2007 beträgt dann 78 Monate, am 31.12.2008 dann 66 Monate. Um festzustellen, ab wann die lineare Abschreibung vorteilhafter wird als die degressive Abschreibung, ist der jeweilige Buchwert durch die verbleibende Anzahl der Monate zu teilen und dann mit 12 zu multiplizieren.

Abschreibung per Excel berechnen

Excel bietet eine ganze Reihe von Funktionen, um die Abschreibung von Investitionsgütern korrekt zu ermitteln, sowohl für lineare wie degressive Abschreibungsverfahren. Im Beitrag "Die Excel-Funktionen zur Ermittlung von linearer und degressiver Abschreibung" erklären wir die Abschreibungsverfahren, die Excel bereitstellt.

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Über den Autor:

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Josef Ellenrieder, Jahrgang 1943, Diplom Betriebswirt FH, lehrt an diversen Fachhochschulen, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern die Themen: Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Rechnungs ...

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