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ALG II und Selbstständigkeit

Das Anrechnungsverfahren und die Ermittlung des Erwerbseinkommens bei Selbstständigen

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Stand: 22. März 2011 (aktualisiert)

ALG II für Selbstständige

Arbeitslosengeld-II-Empfänger dürfen selbstständig tätig sein. Umgekehrt können hilfsbedürftige Unternehmer und Freiberufler ALG II erhalten. Wir nennen die Voraussetzungen und rechnen vor, was unterm Strich übrig bleibt.

Selbstständige, die "hilfbedürftig" werden, können die "Grundsicherung für Arbeitssuchende" nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) in Anspruch nehmen. Aufgeben müssen sie ihre Selbstständigkeit dafür nicht. Denn Bezieher von Arbeitslosengeld II dürfen durchaus gewerblich oder freiberuflich tätig sein. Selbstständige (Neben-)Einkünfte sind sogar ausdrücklich erwünscht, da sie erfahrungsgemäß die Chance der vollständigen Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt erhöhen. Die vom SGB III (Arbeitslosengeld bzw. -hilfe) bekannte Arbeitszeit-Obergrenze von wöchentlich 15 Stunden gibt es im SGB II nicht.

Eines für alle: das Anrechnungsverfahren

Bei der Berechnung der ALG-II-Unterstützung bzw. Anrechnung von Einkünften wird grundsätzlich nicht zwischen Angestellten und Selbstständigen unterschieden. Sie erfolgt grob gesagt in folgenden Schritten:

  1. Ermittlung der maximal zustehenden monatlichen ALG-II-Unterstützung, insbesondere Regelleistungen von bis zu 364 Euro (Stand: 2011) pro Person der Bedarfsgemeinschaft plus Miet- und Heizkostenzuschuss.

  2. Verwertung nicht geschützter privater Vermögensbestandteile (z. B. "unangemessene" Immobilien, Fahrzeuge oder Alterssicherungen oberhalb bestimmter Freigrenzen) und Verbrauch der damit erzielten Einnahmen.

  3. Ermittlung des vorhandenen monatlichen Netto-Erwerbseinkommens (Umsatz / Bruttoeinkommen minus Betriebsausgaben / Werbungskosten sowie Steuern und Versicherungen).

  4. Minderung des Einnahmeüberschusses um einen Erwerbstätigen-Freibetrag.

  5. Abzug des sich ergebenden Restbetrags von der individuellen ALG-II-Obergrenze.

Die Rechtsgrundlagen finden sich in folgenden Gesetzen und Verordnungen:

ALG II und Gründungsförderung sind kompatibel

Der gleichzeitige Bezug von ALG II und Gründungszuschuss ist grundsätzlich möglich: Zwar hat das Bundessozialgericht hat vor Jahren entschieden, dass der Gründungszuschuss beim Antrag auf Arbeitslosengeld II anrechenbares Einkommen darstellt. Um eine anrechnungsfreie zweckbestimmte Einnahme handelt es sich nicht. Grund: Beide Unterstützungen dienen dem gleichen Zweck, nämlich der Eingliederung in Arbeit und der Sicherung des Lebensunterhalts. Das ändert aber nichts daran, dass hilfebedürftige Gründungszuschuss-Empfänger (und deren Bedarfsgemeinschaften) ALG II bekommen können.

Darlehen und Sachmittel

Im Rahmen einer Eingliederungsvereinbarung können Selbstständige, deren Unternehmen Aussicht auf dauerhafte Tragfähigkeit bietet, auch Darlehen und Zuschüsse für Sachmittel erhalten, wenn diese unbedingt benötigt werden und keine andere Finanzierungsmöglichkeit besteht. Diese Fördermöglichkeit stellen wir hier ausführlich vor:

"Zuschüsse und Darlehen: Betriebs-Beihilfen"

Jobcenter bezahlt Online-Workshops

Viele der Online-Workshops von akademie.de liefern wichtige Qualifikationen für das Überleben in der Selbstständigkeit. Davon ließen sich auch bereits Mitarbeiter von Jobcentern überzeugen, die - unter Berufung auf § 16 Abs 1 SGB II i.V.m § 77 SGB III und § 79 SGB III - die Kosten z.B. für den Online-Workshop "Preise kalkulieren und durchsetzen" übernommen haben.

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Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem SGBII

Hallo Herr Chronov,

ich bin in der Tourismusbranche selbstständig tätig und iege seit nunmehr über einen Monat mit meiner Sachbearbeiterin im Clinch.
Nachdem mehrere Dokumente von mir beim Jobcenter verschwunden sind bekam ich dann eine Absage weil mein Einkommen 46€ zu viel sein soll.
Das Gewinneinkommen von 1060€ pro Monat ist unter meinem Namen verzeichnet, Antragstellerin ist hingegen meine Frau welche kein Gewinneinkommen zu verzeichnet hat.
Das Gewinneinkommen muss ja noch durch 2 geteilt werden, so ist es zumindest in der Realität.
Zählt die Krankenversicherung mit zur Pflichtversicherung? Diese kam in der EKS nicht vor weil mir das so mitgeteilt wurde.
Würde ich die Krankenversicherung (seti der Abmeldung seitens des jobceners sind wir leider nicht mehr versichert) und weitere Abzüge wie den privaten Strom etc. von diesem Gewinn ab, bleibt kaum noch etwas zum Leben.

Da der April, welcher auch der Monat der Antragsstellung ist und der Mai dieses Jahr nicht wirklich gewinnträchtig abliefen bin ich derzeit natürlich Verschuldet und sollte das Jobcenter weiterhin standhaft bleiben sehe ich auch kaum Chancen aus der Schuldenfalle heraus zu kommen.
Das Jobcenter berechnet ja einen Durchschnitt von 1060€ pro Monat aber im April und Mai sind wir weit davon entfernt.

Da wir vorher bei einem anderen jobcenter waren wurde es so gehandhabt, dass dem Antrag stattgegeben und nach Ablauf der Leistung eventuelle Überschüsse zurückgezahlt wurden.

Ich hoffe Sie haben den ein oder anderen Tipp für uns denn sonst wissen wir bald nicht mehr weiter.

Liebe Grüsse,
Christian

Antwort: Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem

Hallo Christian,
Ihren "Clinch" mit dem Jobcenter wegen verschwundener Dokumente und das Gemeinschaftsunternehmen (?) mit Ihrer Frau kann ich nichts beurteilen. Und auch sonst ist eine rechtliche Einzelfallberatung an dieser Stelle leider nicht möglich. Daher nur ein paar allgemeine Hinweise:

1.
Bei der Anlage EKS handelt es sich um die (vorläufige oder abschließende) Erklärung zum Einkommen aus selbständiger Tätigkeit, Gewerbebetrieb etc. im betreffenden Bewilligungszeitraum. Auf den ersten 5 Seiten machen Sie daher Angaben zur Art des Geschäfts, den Betriebseinnahmen und notwendigen Betriebsausgaben.

2.
Auf Seite 6 werden die "personenbezogenen Ausgaben des/der Selbstständigen" erfasst. Dort machen Sie unter anderem die Angaben zu den Sozialversicherungs-Pflichtangaben. Und, ja: Die Krankenversicherung ist auch für Selbstständige eine Pflichtversicherung. Damit KV-Beiträge als Ausgabe berücksichtigt werden können, müssen Sie natürlich auch bezahlt werden!

3.
Die abschließende Prüfung der Hilfebedürftigkeit der "Bedarfsgemeinschaft" mit Ihrer Frau, Ihren Kindern und ggf. anderen Personen, erfolgt auf Grundlage des Hauptantrags.

4.
Wenn Sie bei der Antragstellung Ausgabenpositionen vergessen haben und / oder sich Ihre Ertragslage im Vergleich zu den Angaben auf dem Antrag dramatisch verschlechtert haben, sollten Sie möglichst bald einen Termin mit dem Jobcenter vereinbaren und eine Neuberechnung beantragen.

5
Am besten stellen Sie Ihre Frage zuvor noch einmal im Forum "Tacheles Sozialhilfe": Dort tauschen Fachleute und Betroffene ihre Erfahrungen aus:
http://forum.tacheles-sozialhilfe.de/forum/default.asp

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Update

Hallo nochmal Herr Chromow,

das Jocenter teilte mir heute mit, dass die Krankenkassenbeitrag doch nicht in die EKS einfliessen soll.

Nun bin ich etwas verunsichert...

Meine weiteren Recherchen fanden folgendes.
Zitat:
"Bei den weiteren Ausführungen wollen wir uns aber an der Entscheidung des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen
(LSG NSB) vom 4. Mai 2007 (L 13 AS 32/06 ER) orientieren, da dieses Gericht auch für den Bereich der ARGE Oldenburg zuständig ist.

Nach Auffassung dieses Gerichts sind vom Gewinn (s. o.) zunächst vor Anrechnung die tatsächlich gezahlten Beiträge für Kranken und Rentenversicherung in Abzug zu bringen, soweit diese nicht von der ARGE getragen werden. Nach unserer Auffassung gehören hierzu auch die ggf. von Selbstständigen gezahlten freiwilligen Arbeitslosenversicherungsbeiträge
sowie Beiträge zur Hausrat- und Haftpflichtversicherung in realer Höhe.
Quelle: http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-ratgeber-selbststaendigkeit-alg-ii-0776.php"

Da ich derzeit noch auf eine Antwort meiner Krankenkasse warte welchen Status ich denn nun habe, habe ich derzeit auch keine Ausgaben.

Meines Erachtens nach ist dem Text zu entnehmen, dass ich, solange der Krankenkassenbeitrag von mir getragen wird, dieser auch in die EKS gehört.
Schließlich ist diese eine Pflichtversicherung und für den Betrieb von Nöten.

Das verwirrende:
Sollte nun der Beitrag vom Jobcenter übernommen werden ist dieser Beitrag ja nicht mehr vom Gewinn abzuziehen und sollte somit auch nicht mehr mit in die EKS einfließen.
Da ja mein Antrag noch in der Schwebe ist, müsste ich natürlich im Regelfall die Beiträge zahlen und wären laut des Urteils vom Gewinn abzuziehen.
Sehr verwirrend...

Ich hoffe Sie verstehen meine Unsicherheit und hätten vielleicht noch einen kleinen Rat für mich.

Ich hoffe auch Ihre Nerven nicht zu sehr zu strapazieren. ;)

Lieben Gruß,
Christian

Antwort: Update

Hallo Christian,
mag sein, dass ich naiv bin: Die Haltung Ihres Jobcenters leuchtet mir jedenfalls nicht ein. Auf Seite 6 der aktuellen "Anlage EKS"
https://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdat...
... werden die von Ihnen selbst getragenen Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung doch ausdrücklich abgefragt!?

Andererseits handelt es sich - anders als von Ihnen angenommen - definitiv _nicht_ um die _betriebliche_ Pflichtversicherungen, sondern um "Personenbezogene Ausgaben". Die betriebliche Gewinnermittlung ist im Rahmen der "Anlage EKS" auf Seite 5 unten abgeschlossen.

Wie die Einkünfte mit anderen Einkünften und Aufwendungen im Rahmen einer Mehrpersonen-Bedarfsgemeinschaft verrechnet werden, steht auf einem anderen Blatt. Deren Details kann ich, wie gesagt, nicht beurteilen.

Viel Glück und freundliche Grüße
Robert Chromow

Vielen Lieben Dank Herr

Vielen Lieben Dank Herr Chromow,

ich werde dann in den von Ihnen genannten Forum meine Frage nochmals stellen.
Das mit den KV-Beiträgen ist mir schonmal eine große Hilfe.
Eine abschliessende Frage hätte ich dennoch bezüglich Antragstellet und Gewinneinnahme.
Demnach ist es also nicht relevant, ob in dem Berechnungsbogen der mir von der Sacharbeiterin zugesand wurde der/die Antragsteller/in keine Gewinneinnahme, demnach auch kein Einkommen gelistet wurde?

Vielen Dank nochmals,
Christian

Antwort: Vielen Lieben Dank Herr

Hallo Christian,
vielen Dank für die freundliche Rückmeldung. Ihre Nachfrage ...
------------ Zitat ----------------
Demnach ist es also nicht relevant, ob in dem Berechnungsbogen der mir von der Sacharbeiterin zugesand wurde der/die Antragsteller/in keine Gewinneinnahme, demnach auch kein Einkommen gelistet wurde?
----------Zitat-Ende --------------
... habe ich aber leider nicht verstanden. Grundsätzlich gilt:
Alle Personen einer Bedarfsgemeinschaft müssen alle Einkünfte offenlegen: Innerhalb einer Bedarfsgemeinschaft werden sämtliche Einkünfte und Vermögen der Mitglieder auf den ALG-II-Anspruch angerechnet.
Viele Grüße
Robert Chromow

Vielen Dank nochmals, Herr Chromow!

Vielen Dank nochmals, Herr Chromow!

Zumindest habe ich nun erwirkt eine neue bzw. überarbeitete EKS einreichen zu dürfen.
Hätte mir die zuständige Mitarbeiterin das gleich mitgeteilt wo sie schon die Kontoauszüge mit den roten Zahlen von mir erhalten hatte und ich um Hilfe bat weil es mit der Rechnung nicht aufging hätte Sie uns beiden wohl einiges an Nerven und Arbeit erspart.

Nun sehe ich der Sache wieder positiv entgegen.

Vielen lieben Dank nochmals!

Christian

personaleinsatz

Kann von der ARGE der Personaleinsatz 17 h Monat Aushilfe, als nicht wirtschaftlich abgelehnt werden.

Antwort: personaleinsatz

Ja, das ist möglich.

Auszahlung erst im nächsten Bewilligungszeitraum

Hallo ich habe eine Frage.

Wenn eine selbstständige Leistung im Bewillungszeitraum 1. erbracht wird. Die Auszahlung aber erst im nächsten Bewilligungszeitraum erfolgt, muss dann mit einer Rückzahlungsforderung für Bewilligungszeitraum 1. gerechnet werden?

Danke

Rainer

Antwort: Auszahlung erst im nächsten Bewilligungszeitraum

Hallo Rainer,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein: Bei der Ermittlung der Hilfebedürftigkeit werden Zahlungen grundsätzlich in dem Zeitraum berücksichtigt, in dem sie tatsächlich geflossen sind.

Viele Grüße
Robert Chromow

Strittiger Punkt bei Ermittlung des Erwerbseinkommens

Guten Tag!
Ich bin Freiberufler und war zwischen Juni und August 2014 arbeitslos gemeldet. In dieser Zeit habe ich ein sehr geringes Arbeitslosengeld erhalten. Im Juni 2015 habe ich dann die Aufforderung seitens des Jobcenters bekommen, meine Einkünfte für den gesamten Bewilligungszeitraum (bis einschließlich November 2014, Leistungen wurden wie gesagt nur bis zum 31.08.2014 in Anspruch genommen)offenzulegen. Dieser Aufforderung bin ich nachgekommen und die Berechnung ist bis auf einen Punkt auch korrekt. Konkret ist es bei mir so, dass ich unter anderem für meine Kunden Testkäufe durchführe, wofür ich einen Vorschuss überwiesen bekomme, damit ich den Kauf unmittelbar tätigen kann. Diese Vorschüsse sind seitens des Jobcenters auch nicht angerechnet worden mit Ausnahme eines letzten, den ich just ganz am Ende des Berechnungszeitraums im November erhalten habe. Der Betrag für den Testkauf wurde wegen des anschließenden Wochenendes erst am 1.Dezember von meinem Konto abgebucht. Das Jobcenter behandelt diesen Betrag nun als Einkommen. Meine Frage ist, ob dies rechtens ist oder ob alle Vorschüsse nicht gleich behandelt werden müssen, unabhängig davon, dass die Abbunchung des Betrages erst unmittelbar nach Ende des Bewilligungszeitraums stattfand. Eine schriftliche Bestätigung, dass diese Vorschüsse einzig und allein zweckgebunden sind, habe ich eingereicht. Es handelt sich stets um den gleichen Auftraggeber. Auf einen Widerspruch meinerseits ist das Jobcenter bisher nicht eingegangen.

Antwort: Strittiger Punkt bei Ermittlung des Erwerbseinkommens

Guten Tag,
angesichts der sehr speziellen Gegebenheiten Ihres Einzelfalles warten Sie die Entscheidung des Jobcenters über Ihren Widerspruch am besten erst einmal ab: Da die zuständigen Mitarbeiter den Vorgang ja offenbar grundsätzlich richtig verstanden haben, spricht Vieles dafür, dass der Bescheid entsprechend korrigiert wird.
Viele Grüße
Robert Chromow

Herzlichen Dank für Ihre

Herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort!

Arbeitsraum in 43 qm Wohnung von Kosten für Unterkunft abgezogen

Guten Tag, ist es rechtlich in Ordnung und eine Ermessensfrage, dass mir als Selbstständige Autorin und Filmschaffende die Kosten für einen Arbeitsraum (12 qm) innerhalb meiner eigenen 43 qm großen Wohnung (Arbeitsraum und Wohnraum zusammen 43 qm) vom Bedarf für Unerkunft und Heizung abgezogen werden und ich diese verbleibenden rund 90 € stattdessen gewinnmindernd geltend machen soll/kann? Bildende Künstler haben sogar Anspruch auf bis zu 80 qm Wohnungsgröße soweit ich weiß. Bisher war mein anerkannter Bedarf für Unterkunft und Heizung der meiner Wohnfläche entsprechende. Hat ein Widerspruch Aussicht?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!

Angemessene Wohnung und Betrieb in dieser

Hallo,
ganz so einfach lässt sich das nicht beantworten... Grundsätzlich muss zunächst der Arbeitsraum erforderlich sein um das Gewerbe auszuüben. Ein einfacher Arbeitsplatz in der Wohnung genügt diesem Anspruch jedoch in der Regel nicht (anders als im Steuerrecht). Auch wenn Sie im Arbeitszimmer z.B. Akten aufbewahren muss ganz klar sichergestellt sein, dass der Raum "NUR" betrieblich genutzt wird. Man muss auch sehen, dass ein Selbstständiger ebenso wie ein anderer Leistungsempfänger behandelt wird, also muss der Arbeitsraum auch den üblichen Umständen eines gewöhnlichen Leistungsempfängers gerecht werden. Dem Grunde nach bedeutet dass, falls das Gewerbe ohne Arbeitszimmer zwangsläufig nicht ausgeübt werden kann, dann und nur dann kann das Arbeitszimmer geltend gemacht werden, ist es hingegen möglich, dass sie Ihre Arbeit in jedem Raum ausüben wird das Arbeitszimmer in der Regel nicht anerkannt werden.

Also ich konnte nicht so ganz herausfinden ob Sie beim Jobcenter den Arbeitsraum geltend machen wollen
oder ob das Jobcenter das gerne so hätte??!?

Für mich scheint es noch nicht ganz klar, wo der Vorteil sein soll, also eine 43 m² Wohnung scheint mir doch auch für eine Einzelperson angemessen, demnach würden doch die kompletten Kosten als Kosten der Unterkunft gewährt werden und es macht m.E. nach keinen Sinn diese Kosten vom Gewinn abzusetzen.

Wichtig: Wenn die Kosten anerkannt werden, ist aber folgendes zu beachten, wenn Ihre Einnahmen geringer sind als die anerkannten Raumkosten können diese natürlich nicht als Betriebsausgaben abgesetzt werden.

Beispiel: Sie haben 0,00 EUR Einnahmen, also können die Raumkosten nicht abgesetzt werden, dann würde ja
eine Hilfebedürftigkeit in Höhe der anerkannten Kosten bestehen, denn diese werden ja von den Kosten der Unterkunft abgesetzt.

Bewilligung von Leistungen zur Sicherung des Lebnsunthlts aufgeh

Hallo,
ich habe im Februar mein Gewerbe angemeldet und letzte Woche die Anlage EKS (vorläufig) ausgefüllt und eingereicht. Daraufhin habe ich folgendes vom Jobcenter erhalten:

"...die Entscheidung über die Bewilligung von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch- SGB II wird ab 01.04.2016 ganz aufgehoben.
Grund: Aufgrund der Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit zum ... haben sich die Einkommensverhältnisse geändert.''

Heißt das nun, dass komplett die Leistungen eingestellt werden? Habe ich die Zahlen zu hoch angegeben, sodass die denken, dass ich mit der Selbstständigkeit selber klar komme und kein Bedarf hätte?
[Lebe in einer Bedarfsgemeinschaft mit meiner Frau und beide haben ALG II bezogen]

Hallo, Sie können vorläufig

Hallo, Sie können vorläufig auch 0,- Einnahmen angeben und zum nächsten EKS-Antrag, die Einnahmen rückwirkend angeben, die Sie in diesem Zeitraum wirklich erziehlt haben.

Bewilligte Leistungen

Nein, die Bewilligten Leistungen werden nicht Eingestellt sondern nur neu Berechnet.
Es seiden, dass sich auf Grund der Eingereichten EKS kein Bedarf mehr ergibt.

Die EKS stellt nur eine Prognose da, also immer etwas zurück halten mit der Schätzung der Umsätze.

Antwort: Bewilligung von Leistungen zur Sicherung des Lebnsunthl

Hallo,
eine Einzelfallberatung an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

So wie Sie die Sache schildern, gelten Sie aufgrund Ihrer Einkommens-Prognose offenbar nicht mehr als "hilfebedürftig" im Sinne des SGB II. Ob Sie die Einkommenserwartungen zu hoch angesetzt haben und ob Ihre übrigen Vermutungen zutreffen, kann ich leider nicht beurteilen.

Am besten stellen Sie Ihre Frage noch einmal im Forum "Tacheles Sozialhilfe": Dort tauschen Fachleute und Betroffene ihre Erfahrungen aus:
http://forum.tacheles-sozialhilfe.de/forum/default.asp

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Betriebsausgaben nicht anerkannt

Geehrte Damen und Herren,

nach Bearbeitung meines Weiterbewilligungsantrages hat mir das Jobcenter einige Betriebsausgaben aus der vorläufigen Anlage EKS nicht anerkannt, obwohl diese Positionen seit der Erstantragsstellung anerkannt sind.

Die Begründung lautet sie seien nicht betriebsnotwendig.

Ich frage mich nun wie es möglich ist, dass ehemals anerkannte und somit betriebsnotwendige Ausgaben plötzlich nicht mehr betriebsnotwendig sind.

Da sich diese Betriebsausgaben auf etwa 250 Euro summieren, wäre ich Ihnen für eine Antwort hinsichtlich eines weiteren Vorgehens und der Rechtmässigkeit der Entscheidung, sehr dankbar.

Mit besten Grüßen aus Hamburg

Antwort: Betriebsausgaben nicht anerkannt

Guten Tag,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Dass eine vormals als betriebsnotwendig anerkannte Ausgabe plötzlich aus heiterem Himmel nicht mehr anerkannt wird, ist ungewöhnlich.

2.
Ich würde schon allein deswegen Widerspruch gegen den Bescheid einlegen, weil der Vertrauensschutz verletzt ist.

3.
Welchen inhaltlichen Grund es für die geänderte Beurteilung der Betriebsnotwendigkeit gibt, kann ich nicht beurteilen. Denkbar ist aus meiner Sicht, dass Ausgaben für einzelne betriebliche Maßnahmen (z. B. aufwendige Werbe- oder Marketingsaktivitäten) in der Vergangenheit den gewünschten Erfolg nachweislich nicht gehabt haben. Das ist aber nur eine völlig unmaßgebliche Vermutung.

Viele Grüße
Robert Chromow

Betriebsausgaben nicht anerkannt

Herzlichen Dank für Ihre umgehende Antwort Herr Chromow & viele Grüße

Hallo ich mochte kleingewerbe zuhause betreiben!!

Hallo ich bin alleinerziehende Mutter im Eltern Zeit . Leider wie Mann es kennt wird nach einem Jahr einem langweilig. Ich bekomme alg 2 und möchte mein kleingewerbe zuhause aufmachen . Was soll ich tun was kommt auf mich zu ? Wird alt2 gestrichen ? Brauch ich eine Steuer Beraterin die mir jeden Monat meine Ausgaben und einnahmen ausrechnet und an jobcenter einreichen ? Bitte um schnelle Antwort . Danke

Antwort: Hallo ich mochte kleingewerbe zuhause betreiben!!

Guten Tag,
da haben Sie mit ein paar kleinen Fragen aber ein richtig großes Fass aufgemacht. Weil es außerdem schnell gehen soll, hier die kurzen Antworten:

1.
Was alles auf Sie zukommen kann, erfahren Sie im Beitrag
"Nebenberuflich selbstständig: Tipps und Informationen für Ihre Gründung im Nebenerwerb"
http://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig

2.
Nein, ALG II wird nicht automatisch gestrichen: ALGII- und Elterngeld-Empfängerinnen dürfen durchaus Einkünfte aus selbstständigen Tätigkeiten haben. Sobald bestimmte Freibeträge überschritten sind, werden die Einkünfte aber auf das ALG II angerechnet. Das Grundprinzip wird im Beitrag ...
http://www.akademie.de/wissen/alg-ii-selbststaendigkeit
... erläutert. Bitte beachten Sie aber, dass die Zahlen auf dem Stand von 2011 sind.

3.
Die Anrechnung von (Neben-)Einkünften erfolgt über die "Erklärung zum Einkommen aus selbständiger Tätigkeit, Gewerbebetrieb oder Land- und Forstwirtschaft im Bewilligungszeitraum" (= "Anlage EKS")
http://www.akademie.de/wissen/alg-ii-selbststaendigkeit/anlage-eks

4.
Die Abrechnung mit dem Jobcenter über die EKS erfolgt dabei nicht monatlich, sondern halbjährlich - unter Umständen sogar jährlich. Ausführliche aktuelle Informationen zur EKS finden Sie auf der Website der Bundesagentur für Arbeit:
https://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdat...

5.
Ob Sie für Ihre nebenberufliche Selbstständigkeit eine Steuerberaterin brauchen (z. B. für die EKS), wissen Sie hoffentlich nach Lektüre des Beitrags
https://www.akademie.de/wissen/steuerberater-finden-kosten

So, schneller und kürzer ging's leider nicht.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Vielen Dank sie haben mir

Vielen Dank sie haben mir sehr geholfen !!

so einfach ist das nicht

Nein..
Keine Sorge so einfach ist das nicht.. Du darfst ja auch einen Minijob haben ohne Abzüge..
Die können dir nicht so einfach das Geld streichen und du musst dir da aber so EINIGE Gedanken machen..
Einnahmen Ausgaben usw.
Ist schwierig das alles hier zu erklären..
Für ein Kleingewerbe braucht man auch nicht zwingend einen Steuerberater..
Telefonisch könnte man sowas viel besser erklären..

LG aus Mönchengladbach

kann Krankenkasse Beiträge zurückverlangen?

Hallo
folgende Situation. bin selbständig und habe noch aufstockendes hartz4 bezogen und bin also über das Jobcenter Krankenkassen pflichtversichert.

Da der Gewinn letztes Jahr geringfügig über den Bezug zur Hilfsbedürftigkeit war, ( ca. 50 € drüber) bin ich für einen Bewilligungszeitraum nachträglich aus der Hilfsbedürftigkeit rausgefallen ( nach endgültigen Alg2 Bescheid) und musste das ALG2 komplett zurükzahlen für den Bezugszeitraum.

Mich würde nun interessieren ob die Krankenkasse nun auch die vom JC gezahlten KK-Beitrage rückwirkend zurückverlangen kann
oder ob da automatisch der §26 SGB II Abs 1 Satz 3.
greift , da durch diese Beiträge ,ich ja dann wieder rückwirkend hilfsbedürftig würde.

Antwort: kann Krankenkasse Beiträge zurückverlangen?

Guten Tag,
nein, die Krankenkasse (!?) kann und wird keine Beiträge zurückverlangen. An der Versicherungspflicht und am Versicherungsschutz in der GKV ändert sich durch eine nachträgliche Leistungskorrektur auch nichts. Und ja: Notfalls greift §26 Abs. 3 SGB II:
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__26.html

Das ist aber wie üblich nur meine unmaßgebliche persönliche Meinung. Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit der "Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD)"
http://www.unabhaengige-patientenberatung.de/
Die UPD bietet neutrale und kostenlose Beratungen telefonisch unter 0800 0117722. Sprechzeiten Montag bis Freitag 8 bis 22 Uhr und Samstag 8 bis 18 Uhr.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Frage zur Anrechnug der Steuer

Hallo, schön das man hier die Möglichkeit hat Fragen zu stellen.

Ich bin nun schon ziemlich lange Selbstständig und beziehe nun seit etwas über 1 Jahr ALG II. bereits im letzten Jahr habe ich meine komplette Buchhaltung abgegeben (bin Onlinehändler)und muss sagen, das der Bearbeiter damit schon schwer überfordert war.Nun wie gesagt, ich konnte alles belgen, jede ausgabe, nur eben die Steuern nicht. Ich bin letztes Jahr noch jährlich vernlagt gewesen, da ich im Jahr zuvor zu weinig Steuern gezahlt hatte. Nun gebe ich keine regelmäßigen Umsatzsteuervoranmeldungen mehr ab. Ich habe Also im kompletten letzten Jahr keine monatlichen Belegbaren ausgaben für die Steuer, Aber ich kann auch die monatlich ca. 100 EUR teuern nicht auf Seite packen, da die Arge sagt, ich können nur etwas anrechnen, was auch tatsächlich geflossen ist. Nun kam am Jahresende bei der Steuer raus, das ich 1200 EUR zu zahlen habe, aber es ist nicht wirklich Geld da dies zu zahlen.

Wie kann ich der Arge nun entgegentreten da ich das Geld für die Steuern ja nicht ausgeben kann.
ich muss es ja auch bezahlen. Zum Glück in diesem Jahr wieder Quartalsweise.

Ich bedanke mich schon mal sehr für hilfreiche Tips.

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