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Krank durch Amalgam

Gefahr und Wirkung

Diagnose und Tests

Die von Quecksilber verursachten Symptome sind vielfältig und können auch andere Ursachen zurückgeführt werden. Zugleich reagieren Menschen unterschiedlich stark auf das Gift. Auch könnte eine Kombination mit anderen Metallen im Körper wie Blei, Aluminium etc. die Gesamtwirkung multiplizieren. Daher ist eine eindeutige Diagnose schwierig. Auf Quecksilber empfindlich reagierende Menschen könnten auch betroffen sein, wenn man bei ihnen nur die durchschnittlichen Quecksilberkonzentrationen misst. Wenn über 80 Prozent der Mitmenschen Quecksilber im Mund tragen, gibt es keine "Normalkonzentration" mehr. Eine endgültige Aussage kann oft erst dann getroffen werden, wenn feststeht, ob eine Therapie erfolgreich war oder nicht. Zum Nachweis von Quecksilber und Allergien werden unter anderem folgende Tests eingesetzt:

  • Epikutantest: Mit dem Epikutantest (Pflastertest) lassen sich Allergien gegen einen Zahnfüllstoff, d.h. auch gegen Amalgam ausschließen. Echte Allergien gegen Quecksilber und Amalgam sind jedoch sehr selten, denn das Hauptproblem wird in der Masse der Beschwerden wegen einer Quecksilbervergiftung gesehen. Für den Epikutantest werden Pflaster, die Zahnfüllstoffe (inklusive Amalgan) enthalten, auf den Rücken geklebt und am folgenden Tag wieder entfernt. Reagiert die Haut am vierten Tag auf den Test, liegt eine Allergie vor. Die Krankenkasse übernimmt dann die Zahnsanierungskosten.

  • Haaranalyse: Eine Haaranalyse zur Messung von Metallen im Körper ist erheblich aussagekräftiger als eine Urinanalyse. In Urin- oder Blutproben wird die Metallkonzentration umlaufender Flüssigkeiten gemessen und nicht die in den Zellen. Da Quecksilber vom Körper vorwiegend akkumuliert wird, bietet ein normaler Urintest daher keinen guten Anhaltspunkt dafür, wie hoch die Metallkonzentration im Körper ist. Über eine Haaranalyse kann erheblich besser auf die Metallwerte in den Zellen geschlossen werden. Allerdings können auch hier durch Shampoos und Färbemittel die Werte stark verfälscht werden.

  • Speichelanalyse (Kaugummitest): Durch einen Speicheltest wird festgestellt, ob sich beim Kauen Quecksilber und in welche Konzentration freisetzt. Wenige Stunden vor dem Test werden die Zähne geputzt. In der Arztpraxis wird dann 5 bis 10 ml Speichel in einem Gefäß gesammelt. Danach wird über 10 Minuten zuckerfreier Kaugummi auf beiden Seiten gekaut und in einem zweiten Gefäß der Speichelproben gemessen. Schließlich wird der Schwermetallgehalt für beide Proben gemessen. Dieser Test war schon einmal für die gerichtlich beschlossene Kostenübernahme durch die Krankenkasse entscheidend. Andererseits fragt man sich, welchen Wert dieser Test ansonsten haben soll, da jede Amalgamfüllung mehr oder weniger Quecksilber laufend freisetzt.

  • Urinanalyse bei DMPS Einnahme: Wird über das Medikament DMPS (Sodium 2,3-dimercaptopropane-l-sulfonate) eine aktive Schwermetallentgiftung eingeleitet, löst es die Schwermetallverbindungen im Körper, die dann über den Urin ausgeschieden werden. Zunächst wird vor Injektion von DMPS eine normale Urinprobe genommen. Dann wird DMPS injiziert und nach drei Stunden eine zweite Urinprobe genommen. Meist sind jetzt hohe Werte feststellbar, über die auf die Schwermetalldepots geschlossen werden kann. Durch wiederholte Messungen im Therapieverlauf kann das Abklingen der Metallkonzentrationen im Körper verfolgt werden, um zu sehen, ob noch weitere Behandlungen erforderlich sind.

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Über den Autor:

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Dr. Dietrich von Hase arbeitete nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre, Soziologie und Psychologie zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, später dann als freier Fachjournalist, freier Proje ...

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