Anerkennung der Gemeinnützigkeit - Vereine und Finanzamt

Der schwierige Weg zur Anerkennung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt

Von: Caroline Steurer
Stand: 24. April 2009
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Caroline Steurer ist selbstständige Rechtsanwältin und zugleich Partnerin in der überörtlichen Rechtsanwaltskanzlei Steurer & Maull mit Standorten in Frankfurt am Main und München. Sie b ...

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Wer in einem Verein organisiert ist und aktiv am Vereinsleben teilnimmt, hat ihn sicherlich schon einmal gehört, den Begriff der Gemeinnützigkeit. Aber was bedeutet "gemeinnützig" eigentlich in Bezug auf einen Verein? Welche Folgen sind an das Vorliegen bzw. Nichtvorliegen der Gemeinnützigkeit eines Vereins geknüpft? Der folgende Artikel soll Ihnen einen Überblick über die Punkte gewähren, die beim Thema Gemeinnützigkeit zu beachten sind, und als Unterstützung im Vereinsalltag dienen.

Gemeinnützigkeit: Was bedeutet sie überhaupt und warum ist sie so wichtig?

Als gemeinnützig wird eine Tätigkeit dann verstanden, wenn sie darauf abzielt, das allgemeine Wohl zu fördern.

Dieser Grundsatz ist für den Verein als Körperschaft in § 52 der Abgabenordnung (AO) niedergelegt:

"Eine Körperschaft verfolgt gemeinnützige Zwecke, wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern."

Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit ist für Vereine mit zahlreichen wichtigen Steuervergünstigungen verbunden und deshalb finanziell von großer Bedeutung. Als Beispiele seien die teilweise Befreiung von Körperschafts- und Gewerbesteuer und die teilweise Ermäßigung der Umsatzsteuer auf Leistungen, die Vereine erbringen (§ 12 II 8 a UstG) genannt. Diese Vergünstigungen sind in den jeweiligen Einzelsteuergesetzen geregelt.

Die Gemeinnützigkeit privilegiert auch "Nebenjobber" im Verein, steuerrechtlich gesehen. Dafür gibt es die so genannte "Übungsleiterpauschale": Bestimmte nebenberufliche Tätigkeiten in einem Verein sind bis zu einer Höhe von EUR 2.100 pro Jahr steuerfrei (§ 3 Nr. 26 EStG). Daneben können außerdem Ehrenämter steuerbegünstigt vergütet werden (§ 3 Nr. 26 a EStG)

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wie erreiche ich eine rückwirkende Annerkennung eines Vereins, nach kurzzeitigen Aberkennung der Gemeinützigkeit? wäre super, wenn mir jemand helfen kann.

@ anonmy vom 20.05.: Wenn Sie mit "gemeinschaftlicher Verein" einen gemeinnützigen Verein meinen, dann steht die Antwort ja im Text - und lautet "Im Prinzip ja". Ansonsten ist mir leider nicht klar geworden, was Sie meinen.

@M. Kuppig: Leider lässt sich die Frage, in welchem Umfang und unter welchen Bedingungen ein gemeinnütziger Verein Gewinne anstreben und erzielen darf, nun wirklich nicht in wenigen Sätzen beantworten - angemessen abhandeln lässt sich das eher in einer anwaltlichen Beratung, da die konkreten Umstände eine große Rolle spielen.

Allerdings werden wir das Thema "wirtschaftliche Aktivitäten" gern auf die Themenliste setzen und in einem zukünftigen Beitrag behandeln.

beste Grüße
Simon Hengel
Redaktion akademie.de

Kann ein gemeinschaftlicher Verein steuern Einsparen?

Guten Tag,aus Überzeugung möchten wir gerne Christliche, Soziale,Humane und allg. Wohltätige Einrichtungen zu 100%in der BRD unterstützen. Wir möchten dazu einen Verein gründen. Aber wir verfolgen für die Finanzierung unserer Unterstützung einen wirtschaftlichen Zweck, d.h. wir möchten, über die von Vereinsmitglieder und Nicht Vereinsmitglieder eingebrachten Werte und Waren(bewegliche und unbewegliche Gegenstände)über eine Verlosung verkaufen. Nach Abzug von Steuern, Gehälter und Auslagen ist der Reingewinn einer vorher genannten Einrichtung zu spenden. In Erwartung Ihrer geschätzten Antwort verbleibe ich mit frdl. Grüßen M.Kuppig