Kalkulationsmodelle
Kalkulation im Dienstleistungsbereich
Im Dienstleistungsbereich wird häufig nicht nach Stunden und Material abgerechnet, sondern nach Aufträgen. So erteilt jemand einer Unternehmensberatung den Auftrag, die Potenziale des Betriebes zu steigern. Die Beraterfirma wird ein Angebot auf Tagesbasis abgeben. Eine Marketingagentur dagegen gibt Ihre Angebote auf Basis einer bestimmten Leistung ab, z. B. die Erstellung einer Broschüre, einer Internetpräsenz o.a.
Es ist häufig sehr schwierig für Dienstleister, den richtigen Preis zu finden. Nehmen wir das Beispiel einer Marketing-Agentur, die ein Logo entwickeln soll. Möglicherweise setzen sich zwei Mitarbeiter kurz zusammen und haben ein Logo entwickelt oder sie benötigen dafür Tage. Auch hier setzt das unternehmerische Geschick ein. Auftragszeiten müssen richtig eingeschätzt werden. Werden die Stunden für einen Auftrag richtig geplant, dann kann intern der Preis kalkuliert werden.
Zu berücksichtigen ist im Dienstleistungsbereich auch, dass dieser häufig hohe Fixkosten hat. Das Personal muss immer bereitstehen und ein Dienstleister kann nicht auf Vorrat produzieren. Die Dienstleistungen werden zeitnah erbracht.
Fixkostenmanagement
Sie sollten bestrebt sein, Ihre Fixkosten gering zu halten. Dies kann durch Outsourcing (Auslagerung) geschehen. Sie können ihre Buchhaltung, ihre EDV oder andere Arbeiten an Dritte vergeben. Möglicherweise ist dieses teurer, aber Sie haben den Vorteil, dass in wirtschaftlichen schwachen Zeiten, Ihre Kostenbelastung nicht zu hoch ist. Hinzu kommt, dass Spezialisten viele Arbeiten besser ausführen. Ein Problem sollte hierbei nicht verschwiegen werden: das Qualitätsniveau, das Sie auch mit Fremdleistungen aufrechterhalten müssen.
Zuschlagskalkulation
Im Dienstleistungssektor besteht also grundsätzlich die Möglichkeit, das Angebot aufgrund der erbrachten Stunden und ggf. der eingesetzten Materialien abzugeben oder auftragsbezogen abzurechnen.
Beispiel:
In unserem Beispiel gehen wir von einer Marketingagentur aus, die neben dem Geschäftsinhaber noch zwei Mitarbeiter beschäftigt. Zunächst müssen aber einmal die Kosten ermittelt werden.
Gemeinkosten
Einzelkosten
Gesamtkosten
Exkurs Einzel- und Gemeinkosten
Bei der Zuschlagskalkulation verwendet man zur Kostendifferenzierung Einzel- und Gemeinkosten. Einzelkosten sind Kosten, die man einem Auftrag direkt zurechnen kann. So ist es möglich, die geleisteten Arbeitsstunden oder das eingesetzte Material direkt dem Auftrag zuzuordnen. Bei den Gemeinkosten (z.B. Abschreibung, Miete für Betriebsräume) ist das nicht machbar. Hier muss überlegt werden, wie diese mit Zuschlägen verrechnet werden
Erläuterungen zu den Einzelkosten
Die Gehaltskosten sind sowohl Einzel- als auch Gemeinkosten. Die Marketingagentur hat die Gehälter sowohl in Einzel- als auch in Gemeinkosten geteilt. Sie geht davon aus, dass für ca. 50.000 Euro Personalkosten für allgemeine Verwaltungsarbeiten (Kundenakquisition), Buchführung, Controlling u.a. entstehen und für 100.000 Euro Gehaltskosten beim Kunden an Aufträgen gearbeitet wird.
Fremdleistungen werden eingekauft und dem Kunden mit einem entsprechenden Aufschlag in Rechnung gestellt. Fremdleistungen sind beispielsweise Fotos in Auftrag zu geben, eine Druckerei zu beauftragen usw. In unserem Beispiel sind die Fremdleistungen Einzelkosten. Diese lassen sich direkt dem Auftrag zuordnen. Selbstverständlich können Fremdleistungen wie Buchführung, Steuerberatung usw. auch Gemeinkosten sein. Denn diese Kosten lassen sich nicht eindeutig den Aufträgen zuordnen.
Materialaufwand entsteht, wenn die Marketingfirma z. B. in kleinen Auflagen Flyer selber druckt. Für das Materialmanagement entstehen selbstverständlich auch Gemeinkosten, die aufgeschlagen werden müssen.
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