Kalkulationsmodelle
Es gibt zwei Kalkulationsmodelle: die Zuschlagskalkulation und die Deckungsbeitragsrechnung. Mit der Zuschlagskalkulation erhalten Sie Aufschlagsätze für Produkte und Leistungen. Die Aufschlagsätze werden ermittelt, indem Sie die Gemeinkosten aus der Vergangenheit in Relation zu den Einzelkosten setzten. Da diese Zahlen auf Vergangenheitswerten beruhen oder ggf. nur Planzahlen darstellen, kann es sein, dass der Markt den von Ihnen kalkulierten Preis in Einzelfällen nicht hergibt.
Deshalb kalkuliert man mit Deckungsbeiträgen bei Aufträgen, die in der Regel nicht den kalkulierten Preis ermöglichen. Die Reihenfolge: Marktpreis, Zuschlagskalkulation und Deckungsbeitragsrechnung.
Es gibt unterschiedliche Ansätze bei einer Kalkulation. Die Preise können kalkuliert werden u.a. auf der Basis von:
Stunden
Stunden und verkauftem Material
Stückzahlen
Aufträgen und
Handelsspannen.
Bei den nachfolgenden Kalkulationsarten wird unterstellt, dass der Marktpreis ermittelt wurde. Bei allen Modellen wird zunächst auf der Basis der Zuschlagskalkulation der Preis ermittelt. Anschließend wird auf die jeweilige Deckungsbeitragsrechnung eingegangen.
weitere Vorgehensweise
Arbeiten Sie am besten alle Kalkulationsmodelle durch. Der Aufbau ist so, dass die einfachsten Modelle zuerst behandelt werden. Sie entwickeln dann auch die richtige Technik für die Berechnung Ihrer betriebsindividuellen Preise. Achtung: Der Einsatz von vorgefertigten Rechentabellen reicht für die betrieblichen Realität nicht aus.
- Kalkulation auf Stundenbasis
Die Kalkulation auf Stundenbasis ist eine sehr einfache Form der Preisfindung. Sie eignet sich für kleine Betriebe, die nur ihre Stunden abrechnen. Für einen Einstieg ist dieses Kapitel besonders gut geeignet. - Kalkulation auf Stundenbasis und Materialverkauf
Diese Kalkulation ist schon wesentlich komplexer und erfordert eine Aufteilung der Gemeinkosten in zwei Bereiche. Auch in diesem Kapitel werden zunächst die Zuschlagssätze ausgerechnet und anschließend wird auf Basis der Deckungsbeitragsrechnung kalkuliert. - Kalkulation aufgrund von Stückzahlen
Produzierende Betriebe müssen die unterschiedlichen Produkte mit den jeweils unterschiedlichen Kosten kalkulieren, um marktgerechte Preise anbieten zu können. Über das einfache Ein-Produktunternehmen werden Sie an die komplexe Stückkostenkalkulation herangeführt. - Kalkulation im Dienstleistungsbereich
Im Dienstleistungsbereich wird häufig nicht nach Stunden und Material abgerechnet, sondern nach Aufträgen. Zu berücksichtigen ist im Dienstleistungsbereich auch, dass dieser häufig hohe Fixkosten hat. Das Personal muss immer bereitstehen und ein Dienstleister kann nicht auf Vorrat produzieren. Die Dienstleistungen werden zeitnah erbracht. - Kalkulation im Handel
Die Kalkulation im Handel beruht auf dem Verkaufspreis. Gleichgültig ob im Einzel- oder Großhandel, die Differenz zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis, die verkauften Stückzahlen und die Kosten bestimmen den wirtschaftlichen Erfolg.

