Anlage EÜR zur Steuererklärung für 2016: Wie die Gewinnermittlung für das Finanzamt aussieht

Die "Anlage EÜR" ist das Formular für Einnahmenüberschussrechnung zum Jahresabschluss 2016

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Stand: 28. April 2017

Die "Anlage EÜR" enthält genaue Vorschriften über die äußere Form der Gewinnermittlung von Freiberuflern und Unternehmen, die nicht bilanzierungspflichtig sind. Wir erläutern die sachliche Gliederung des amtlichen EÜR-Formulars für den Gewinn des Geschäftsjahres 2016.

Beim sachlichen Aufbau ihrer Gewinnermittlung hatten Einnahmenüberschussrechner bis vor ein paar Jahren völlig freie Hand. Mittlerweile ist die weitgehende Formfreiheit jedoch Geschichte: Denn § 60 der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung (EStDV) verlangt seit einigen Jahren die Vorlage der EÜR auf dem amtlichen EÜR-Formular. Mehr noch: Seit 2012 muss die Einnahmenüberschussrechnung zudem auf elektronischen Weg ans Finanzamt geschickt werden ("[...] nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz durch Datenfernübertragung zu übermitteln").

Bitte beachten Sie: Falls Ihnen die elektronische Datenübermittlung noch Probleme bereitet, können Sie eine Ausnahmegenehmigung beantragen. In § 60 Abs. 4 EStDV heißt es: "Auf Antrag kann die Finanzbehörde zur Vermeidung unbilliger Härten auf eine elektronische Übermittlung verzichten; in diesem Fall ist der Steuererklärung eine Gewinnermittlung nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck beizufügen."

Umstrittenes EÜR-Formular

Gegen das EÜR-Formular hat sich unter Experten und Praktikern von Anfang an erheblicher Widerstand geregt. Die erste Version des Formulars musste auf Druck des Bundestags und sämtlicher Länderfinanzminister sogar eingestampft werden. Auch die überarbeiteten Versionen der "Anlage EÜR" waren lange Zeit umstritten – zuletzt war das Finanzgericht Münster in einer Grundsatzentscheidung zu dem Ergebnis gekommen, dass es weder in der Abgabenordnung noch im Einkommensteuergesetz und der dazugehörigen Durchführungsverordnung eine rechtliche Grundlage für die Vorgabe eines EÜR-Formulars gegeben habe. Im Revisionsverfahren hat der Bundesfinanzhof mittlerweile jedoch entschieden, dass das EÜR-Formular auf einer wirksamen Rechtsgrundlage beruht (BFH-Aktenzeichen X R 18/09).

Folterwerkzeug des Finanzamts?

Sie sollten sich durch kritische Stimmen aber nicht unnötig erschrecken lassen:

  1. Verglichen mit der früheren Rechtslage erhebt das Finanzamt keine zusätzlichen Informationen. Das Finanzamt bekommt die Daten allerdings von vornherein in leichter vergleichbarer Form. Abweichungen vom Branchendurchschnitt und damit Anhaltspunkte für "lohnende" Betriebsprüfungen fallen somit leichter ins Auge.

  2. Für Selbstständige und kleine Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 17.500 Euro gilt der Vordruck nicht: Sie dürfen die Ergebnisse ihrer EÜR weiterhin formfrei einreichen.

  3. Art und Umfang Ihrer eigenen Buchführungsunterlagen schreibt Ihnen die "Anlage EÜR" nicht vor. Sie müssen bei der abschließenden Steuererklärung jedoch in der Lage sein, Ihre betrieblichen Auswertungen den passenden Zeilen des amtlichen Formulars zuzuordnen. Mit anderen Worten: Die Gliederung Ihrer Aufzeichnungen muss mindestens den Anforderungen des Formulars entsprechen. Sie dürfen aber selbstverständlich an einer davon abweichenden sachlichen Unterteilung Ihrer Buchhaltung festhalten! (Genau genommen brauchen Sie gar keine Aufzeichnungen – dann müssen Sie am Ende des Jahres allerdings jeden einzelnen Beleg in die Hand nehmen und nachträglich den verschiedenen Zeilen des Vordrucks zuordnen.)

  4. Die Gesetzesformulierung "nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz" bedeutet, dass Sie nicht unbedingt die amtliche Elster-Software nutzen müssen: Sofern Sie mit einer Software arbeiten, deren EÜR-Formular der vorgeschriebenen Systematik entspricht und die Elster-Schnittstelle zur Datenübertragung nutzt, dürfen Sie selbstverständlich auch die verwenden.

  5. Falls Sie eine Buchführungssoftware nutzen oder andere elektronische Aufzeichnungen vornehmen, müssen Sie die "Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff" (GoBD) beachten. Ausführlichere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Beitrag "GoBD: Vorgaben für die korrekte digitale Buchführung - auch in kleinen Unternehmen".

Downloads und Ausfüllhilfen

Eine Ansichtsversion der jüngsten "Anlage EÜR" wurde als Anhang des BMF-Schreibens vom 29. September 2016 veröffentlicht:

EÜR-Vordruck 2016Seite 1 des EÜR-Vordrucks für das Jahr 2016

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