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Zu Hause und doch im Büro: Arbeiten im Home Office

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Stand: 18. September 2007

Home-Office: Ausstatten, sich wohl fühlen und produktiv arbeiten

Mit dem Laptop arbeiten

Grundsätzlich gilt in Deutschland für Firmen mit Angestellten die so genannte Bildschirmarbeitsverordnung. Schwieriger wird die Auslegung und Umsetzung der Verordnung bei den Laptops. Für diese gilt die Bildschirmarbeitsverordnung nämlich nur dann, wenn sie dauerhaft und fest am Arbeitsplatz eingesetzt werden.

Warum ist das wichtig?

  • Laptops haben prinzipbedingte ergonomische Schwächen

  • Bildschirm und Tastatur sind nicht voneinander getrennt und damit nicht flexibel positionierbar,

  • somit wird zumeist auch kein optimaler Sehabstand erreicht,

  • der Bildschirm ist nicht flexibel in Höhe und Ausrichtung einstellbar,

  • Die Tastatur ist nicht ergonomisch, z.B. durch die überwiegend zu findenden Negativ-Darstellung, also helle Buchstaben auf dunklen Tasten,

  • die Qualität der Zeichendarstellung ist evtl. mangelhaft, etwa wenn zu hohe Auflösungen mit niedrigen Bildschirmdiagonalen gefahren werden (1400×1050 auf 14"-Display).

Das führt dazu, dass gerade Laptop-Nutzer häufiger über Beschwerden im Schulter- und Nackenbereich klagen. Abhilfe schaffen beim Arbeiten am Schreibtisch ein externer Monitor und eine separate Tastatur und Maus. Damit dieses Setup komfortabel wird, sollte das Laptop an einer nicht zu sperrigen Docking-Station angeschlossen sein. Anschlüsse dafür gibt es in der Regel bei Laptops der Business-Klasse. Nachteil: Die Zusatzausstattung kann mehrere hundert Euro kosten.

Achten Sie beim Tippen auf dem Laptop mal darauf, wie Ihre Hände beim 10-Finger-Schreiben aufliegen. Liegen die Handballen eher parallel zur Laptop-Kante oder bilden sie eine Linie mit den Unterarmen? Letzteres ist deutlich weniger anstrengend für die Gelenke, ist aber zunächst gewöhnungsbedürftig.

Handhaltung beim Tippen

Probieren Sie folgendes: Die beiden Zeigefinger liegen bei den Buchstaben "F" und "J" an der unteren Tastenkante. Die beiden kleinen Finger liegen am oberen Eck der Buchstaben "A" (oben links) und "Ö" (oben rechts). Legen Sie die Unterarme bzw. Ellenbogen bequem und nicht zu dicht am Körper auf die Tischplatte.

Damit entsteht quasi automatisch eine leicht schräge, natürlichere Handhaltung. Experimentieren Sie nun etwas mit dieser Handhaltung (und der Fingerkrümmung) bis Sie alle Tasten bequem erreichen können. Zugegeben, je länger Ihre Finger sind, desto besser funktioniert das.

Übrigens sollten Sie Tastatur und Maus nicht aus dem Handgelenk bedienen. Beim Tippen sollten die Handballen möglichst nicht aufliegen, sondern in der Luft gehalten werden. Damit kann der ganze Unterarm arbeiten und nicht nur die Finger und das Handgelenk. Die Ablage dient zur kurzen Entspannung zwischendurch, z.B. bei kurzen Schreibpausen. Beim Bedienen der Maus gehören die Handballen auf die Maus und nicht auf den Tisch oder die Unterlage. Kaufen Sie eine Maus, die eine leicht schräge, natürliche Handhaltung ermöglicht. Sehr empfehlenswert, allerdings am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, ist die Microsoft Natural Wireless Laser Mouse 6000. Damit wird einer einseitigen Belastung der Gelenke vorgebeugt.

Steht der Laptop plan auf dem Tisch, dann ist das Display häufig zu niedrig. Die Oberkante des Bildes ist ein gutes Stück unterhalb der Augenlinie. Das führt zu einer ungünstigen Haltung. Abhilfe kann durch einen externen Monitor geschaffen werden oder durch eine spezielle, universale Docking-Station für das Laptop, z. B. die Kensington Laptop Station USB.

Spiegelnde Displays

Machen Sie einen großen Bogen um die neuen hochglänzenden Glare-/ Trulite-/ Trubrite-/ Crystalview-/ etc.-Displays. Diese sind zwar durch ihre hohe Farbrillianz in unbeleuchteten und dunklen Zimmern sehr schön anzusehen. Ansonsten eignen sie sich aufgrund der extremen Spiegelung gut als Rasierspiegel, aber nicht zum ergonomischen Arbeiten. Ein Arbeiten im Freien ist mit diesen Bildschirmen fast nicht möglich. Greifen Sie besser auf die traditionellen, entspiegelten Displays zurück.

Gerade beim längeren Arbeiten mit einem Laptop spielt die restliche Arbeitsumgebung eine noch wichtigere Rolle. Achten Sie darauf, dass Stuhl und Tisch möglichst optimal auf Ihre Körpergröße eingestellt sind, Sie sich auch mal entspannt zurücklehnen können und das Laptop möglichst frei am Tisch verrücken können. Bei stundenlangem Arbeiten sollten Sie sich tatsächlich überlegen, ob die Investition in die oben genannten Zusatzgeräte nicht eine sinnvolle für die eigene Gesundheit ist. Gerade wenn Sie beim Kauf des Laptops Wert auf Mobilität gelegt haben und sich deshalb für ein kompaktes und leichtes Gerät entschieden haben.

Und unterwegs? Nun ja, die Möglichkeiten sind beschränkt. Achten Sie bewusst auf eine möglichst natürliche und entspannte Haltung. Eine sichere Abstellfläche ist sehr zum empfehlen. Ein verkrampftes Balancieren auf den Schenkeln ist ermüdend und wackelig.

Laptops in Zügen

Vorsicht ist bei Klapptischen in Zügen und Flugzeugen geboten. Weniger aus ergonomischen Gründen: Wenn der Vordermann plötzlich schwungvoll die Sitzlehne nach hinten fährt, dann gibt es schon mal stark beschädigte oder gar zerbrochene Bildschirme.

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Über den Autor:

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Alexander Greisle ist Trainer, Dozent und Berater. Seine Themenschwerpunkte sind die neue Arbeitswelt, Arbeits- und Lernmethoden und die Information Worker Performance. Zu seinen Kunden gehören namha ...

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