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Meldefristen

Wer seinen Job verliert, hat erstmal viel zu erledigen und wenig Zeit zum Grübeln. Gerade beim Arbeitslosengeld ist es besonders wichtig, sich an vorgegebene Fristen zu halten. Sonst drohen Sperrzeiten - mit erheblichen finanziellen Folgen. Wir geben Tipps, wie Sie die ersten Hürden im Ämter-Dschungel meistern und Probleme mit Versicherungen und Arbeitslosengeld vermeiden.

Was muss ich tun, wenn ich die Kündigung bekomme?

Wer aus einem unbefristeten Vertrag gekündigt wird, muss sich sofort nach Erhalt der Kündigung bei der Arbeitsagentur persönlich arbeitssuchend melden. Wenn Ihr Arbeitsverhältnis befristet ist, müssen Sie sich spätestens drei Monate vor Ablauf arbeitssuchend melden (§ 38 SGB III).

Besondere Eile ist geboten, wenn Sie kurzfristig - nämlich innerhalb der letzten drei Monate Ihres Arbeitsverhältnisses - erfahren, dass Sie Ihren Job verlieren. Dann sind Sie verpflichtet, sich innerhalb der nächsten drei Kalendertage bei der Arbeitsagentur zu melden.

Selbst wenn Sie gegen die Kündigung klagen oder der Arbeitgeber Ihnen die Verlängerung einer befristeten Stelle in Aussicht stellt, müssen Sie sich arbeitssuchend melden!

Laut Gesetz reicht es zur Fristwahrung aus, wenn Sie sich zunächst online per Brief, Fax, E-Mail oder telefonisch unter der Telefonnummer 01801 - 555 111 (3,9 Cent/Minute) arbeitssuchend melden und die persönliche Vorsprache später nachholen. Das ist aber nur im Notfall ratsam, denn bei einem Streit ist es schwierig zu beweisen, dass Sie sich tatsächlich fristgerecht gemeldet haben.

Wann muss ich mich arbeitslos melden?

Arbeitslosengeld bekommen Sie frühestens von dem Tag an, an dem Sie sich - zusätzlich zur Arbeitssuchendmeldung - bei der Arbeitsagentur persönlich arbeitslos melden. Das müssen Sie spätestens am ersten Tag erledigen, an dem Sie auch wirklich arbeitslos sind (frühestens drei Monate vorher). Es ist aber empfehlenswert, schon früher hinzugehen: Dann wird Ihr Antrag nämlich eher bearbeitet und Sie erhalten schneller Ihr Geld. Außerdem können Sie frühzeitig mit Ihrem Vermittler über mögliche Hilfen sprechen.

Für das Erstgespräch sollten Sie wissen, in welcher Zeit Sie bei welchem Arbeitgeber beschäftigt waren. Die Arbeitsagentur fragt dies für die letzten fünf Jahre ab. Für die Arbeitslosmeldung müssen Sie Ihren Personalausweis mitbringen. Alle weiteren Unterlagen, wie beispielsweise die Kündigung, sind erst beim Beantragen des Arbeitslosengeldes wichtig.

Wann habe ich Anspruch auf Arbeitslosengeld?

Das Arbeitslosengeld ist eine Versicherungsleistung. Anspruch darauf hat, wer vor dem Jobverlust innerhalb von zwei Jahren mindestens ein Jahr (360 Tage) in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat. Dabei ist es egal, ob Sie am Stück oder mit Unterbrechung versichert waren.

Sie können die sogenannte Anwartschaftszeit also auch durch mehrere Arbeitsverhältnisse erreichen, die mit Unterbrechungen aufeinander folgen, oder durch die Kombination aus Beschäftigungszeiten und sonstigen Anwartschaftszeiten. Dazu zählen etwa Wehr- und Zivildienst, der Bezug von Krankengeld, Mutterschaftsgeld oder Übergangsgeld und Zeiten, in denen Sie eine Rente wegen Erwerbsminderung bezogen oder ein Kind unter drei Jahren erzogen haben. Voraussetzung: Sie haben unmittelbar zuvor versicherungspflichtig gearbeitet oder Arbeitslosengeld bezogen.

Wie lange Sie Arbeitslosengeld bekommen, hängt von Ihrer Anwartschaftszeit ab. Die Höhe richtet sich nach Ihrem Verdienst und danach, wie alt Sie sind und ob Sie Kinder haben. Ihr Vermögen wird (anders als beim Arbeitslosengeld II, das eine Sozialleistung ist,) nicht auf das Arbeitslosengeld angerechnet.

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