Kostenfaktor Arbeitsschutz

Darauf sollten Sie als Arbeitgeber achten

Von: Josef Ellenrieder
Stand: 11. Dezember 2011 (aktualisiert)
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Über den Autor:

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Josef Ellenrieder, Jahrgang 1943, Diplom Betriebswirt FH, lehrt an diversen Fachhochschulen, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern die Themen: Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Rechnungs ...

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Allgemeines

Beim Stichwort "Arbeitsschutz" machen viele Unternehmer die Schotten dicht - "uninteressant", "viel zu kompliziert", "betrifft mich nicht". Dabei bringen oftmals schon wenige und kostengünstige Maßnahmen einen sichtbaren Erfolg. Wenn Sie rechtzeitig die Weichen stellen, sparen Sie nicht nur die Kosten, die durch Unfälle und krankheitsbedingte Ausfälle entstehen können, sondern sichern sich langfristig betriebswirtschaftliche Vorteile. Ein Grund mehr, das Thema nicht auf die lange Bank zu schieben.

Arbeitsschutz spart Geld

Warum sparen Arbeitsschutzmaßnahmen Geld?

  1. Wenn Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unter gesunden, sicheren und menschengerechten Bedingungen arbeiten, fühlen sie sich wohl und sind zufrieden. Arbeitsschutz ist eine der wichtigsten Grundlagen zur Steigerung der Kreativität, Produktivität und somit der Qualität der Arbeit.

  2. Wenn Sie Arbeitsplätze in Ihrer Firma auf mögliche Gefährdungen untersuchen, vorhandene Mängel aufdecken und beseitigen, verbessern Sie die Arbeitsprozesse. Damit wird Ihre Firma sicherer und effizienter.

  3. Wenn Sie Termine auf Grund von Krankheitsfällen nicht einhalten können oder die Qualität der Leistungen Ihrer Mitarbeiter nachlässt, fällt auch das Ihnen auf die Füße: Ihr Firmenimage wird nämlich negativ beeinflusst.

Wenn Sie Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen einstellen

Bei der Einrichtung Ihres eigenen Arbeitsplatzes können Sie auch Vorschriften und Empfehlungen des Arbeitsschutzes nutzen. Solange Sie allein tätig sind, tragen Sie selbst die Verantwortung für Ihre Gesundheit. Wenn Sie Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen einstellen, ist zusätzlich auch deren Gesundheit und Sicherheit für Sie von hoher Bedeutung. Einerseits können Sie von gesunden und motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr Leistung erwarten, andererseits haben Sie als Arbeitgeber eine Fürsorgepflicht gegenüber Ihren Mitarbeitern. Achten Sie deshalb bei der Bereitstellung und Einrichtung von Arbeitsplätzen auf:

  • die Gestaltung der Arbeitsstätte (Arbeitsplatz, Arbeitsraum, Fluchtwege, Toiletten, Wasch- und Pausenräume...),

  • die Auswahl der Arbeitsmittel (Werkzeuge, Maschinen, Geräte, Anlagen ...),

  • die Schutzvorschriften bei der Verwendung von Gefahrstoffen und biologischen Arbeitsstoffen,

  • die Organisation der Arbeit einschließlich der Arbeitszeit,

  • die Vorschriften bei der Beschäftigung besonders schutzbedürftiger Personengruppen.

Die Vorschriften und Empfehlungen zum Arbeitsschutz unterstützen Sie dabei, die Arbeit und die Arbeitsbedingungen optimal zu gestalten. Sie enthalten unter anderem auch wertvolle Tipps für die Umsetzung der Maßnahmen.

Ausgewählte Vorschriften im Überblick

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG): Im Arbeitsschutzgesetz sind Ihre grundsätzlichen Verpflichtungen als Arbeitgeber festgehalten, z. B. die Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen.

  • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV): In der Arbeitsstättenverordnung finden Sie Mindestanforderungen für eine gesunde und sichere Arbeitsumwelt. Sie enthält Vorschriften, wie z. B. Arbeitsräume, Lager und Läden, Flucht und Rettungswege, Pausenräume und sanitäre Einrichtungen gestaltet und ausgestattet sein müssen.

  • Arbeitssicherheitsgesetz (AsiG): Das Arbeitssicherheitsgesetz regelt u.a. die Pflichten des Arbeitgebers zur Bestellung von Sicherheitsfachkräften.

  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV): Die Betriebssicherheitsverordnung regelt den sicheren Umgang mit Arbeitsmitteln, Maschinen, Geräten und Anlagen.

  • Gefahrstoffverordnung (GefStoffV): Die Gefahrstoffverordnung regelt umfassend die Schutzmaßnahmen, die beim Umgang mit Gefahrstoffen zu treffen sind. Gefahrstoffe sind mit dem orange-schwarzen Gefährlichkeitsmerkmal gekennzeichnet.

  • Arbeitszeitgesetz (ArbZG): Das Arbeitszeitgesetz begrenzt die tägliche Höchstarbeitszeit und legt u. a. Mindestpausenzeiten während der Arbeit und Mindestruhezeiten nach der Arbeit fest. Außerdem werden Regelungen zu Nacht- Sonn- und Feiertagsarbeit getroffen. Lesen Sie dazu auch den weiterführenden Artikel "Arbeitsrecht" von Josef Ellenrieder.

  • Mutterschutzgesetz (MuSchG); Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG); Sozialgesetzbuch SGB IX (hier: Schwerbehindertenrecht): Frauen in der Schwangerschaft und während der Stillzeit, Jugendliche, sowie Schwerbehinderte Arbeitnehmer bedürfen eines besonderen Schutzes vor Risiken und Gefahren. Spezielle Vorschriften sind u. a. in den o. g. Gesetzen verankert.

  • Berufsgenossenschaftliche Vorschriften (BGV): Neben den staatlichen Vorschriften erlassen die Berufsgenossenschaften eigene Vorschriften, deren Einhaltung für Mitgliedsunternehmen bindend ist (z. B. BGV B3 Lärm).

Aushangpflichtige Gesetze

  • Arbeitszeitgesetz (lt. § 16 - aushangpflichtig): Download als pdf

  • Jugendarbeitsschutzgesetz (lt. § 47 - aushangpflichtig ab einem jugendlichen Beschäftigten): Download als pdf

  • Ladenschlussgesetz (lt. § 21 - aushangpflichtig innerhalb der Verkaufsstelle, ab einem Beschäftigten): Download als pdf

  • Mutterschutzgesetz (lt. § 18 - aushangpflichtig, wenn mehr als drei Frauen beschäftigt sind): Download als pdf

  • Röntgenverordnung (lt. § 18 - aushangpflichtig, wenn es im Betrieb eine Röntgeneinrichtung gibt): Download als pdf

Aushangpflichtige Gesetze sind so anzubringen, dass sie leicht zugänglich und lesbar sind. Ein Aushang am "Schwarzen Brett" hat sich bewährt, da der Betrieb seine Informationspflicht auf diese Weise wirkungsvoll erfüllt. Aushänge müssen gut zu erkennen sein. Wird ein aushangpflichtiges Gesetz erheblich geändert, muss der Arbeitgeber die neue Fassung des ganzen Gesetzes aushängen bzw. auslegen. Zusätzlich sollten im Unternehmen die berufsgenossenschaftlichen Vorschriften (früher UVV) an einer geeigneten Stelle ausliegen und die Beschäftigten durch spezielle Unterweisungen (mindestens einmal jährlich) unterricht werden (§ 7 BGV A1).

Schwellenwerte zu Arbeitsrecht und Arbeitsschutzrecht

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image scheint großen Firmen aber egal zu sein!"Bewerbung vw" oder "Volkswagen Persoanlabteilung" födern nette Resultate.

http://volkswagen-indochina.com :)

Zorro

Sehr geehrte(r) Herr/Frau Lehmann,

generell gehört das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz nicht zum Arbeitsschutz.
Gesetze und Verordnungen im Arbeitsschutz sollen den arbeitenden Menschen vor Unfällen, Krankheiten und anderen gesundheitlichen Schäden schützen.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz wiederum soll Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität verhindern oder beseitigen.

Zur weiteren Information kann ich Ihnen die akademie.de Artikel “Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG): Das Antidiskriminierungsgesetz als Herausforderung für Unternehmen“ (http://www.akademie.de/direkt?pid=36851&tid=11602) und „AGG-Archiv: Bundesweite Datenbank gegen Diskriminierungs-"Abzocker". (http://www.akademie.de/direkt?pid=41408&tid=11602)
empfehlen.

Mit besten Grüßen

Verony Reichelt

Onlineredakteurin bei akademie.de

Wie sieht das denn mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz aus, gehört derartiges nicht auch zum Arbeitsschutz? Schließlich wird der Arbeitgeber in die Pflicht genommen, wenn er gegen Verstöße nichts unternimmt.

mfg
Lehmann

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