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Auslösungen: Steuervorteile nutzen!

So nutzen Sie Steuervorteile und entgehen der Sozialversicherungspflicht

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Stand: 1. April 2010

Auslösungen sind Leistungen, die der Arbeitgeber aufgrund einer Auswärtstätigkeit gewährt. Unter Umständen unterliegen diese Leistungen nicht der Steuer- und SV-Pflicht. Steuerexperte Josef Ellenrieder klärt auf.

Unter Auslösungen werden Arbeitgeberleistungen für

  • Verpflegungsmehraufwendungen,

  • Fahrtkostenerstattungen,

  • Übernachtungsgelder und

  • Reisenebenkosten

zusammengefasst, die aufgrund einer auswärtigen Beschäftigung des Arbeitnehmers gewährt werden.

Ein Anspruch auf Zahlung kann sich bereits aus einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder einzelvertraglichen Abreden ergeben.

Sie unterliegen unter bestimmten Voraussetzungen nicht der Lohnsteuer- und Sozialversicherungspflicht, wenn sie anlässlich einer Dienstreise, Fahrtätigkeit, Einsatzwechseltätigkeit oder bei Vorliegen einer doppelten Haushaltsführung gezahlt werden.

Der Begriff "Auslösung" ist kein steuerrechtlicher Begriff. Er stammt aus dem Arbeitsrecht und wird häufig dazu verwendet, den Arbeitgeberersatz bei einer auswärtigen Beschäftigung zu bezeichnen (vgl. z. B. Tarifvertrag über die Auslösungssätze für gewerbliche Arbeitnehmer in der Bauwirtschaft).

Auslösungen werden somit ganz allgemein die Entschädigungen genannt, die Arbeitgeber in der privaten Wirtschaft an ihre Arbeitnehmer zur Abgeltung der Mehraufwendungen bei auswärtiger Beschäftigung (auswärtig = nicht im Betrieb bzw. nicht am Wohnort) zahlen.

Bei einer auswärtigen Beschäftigung hat der Arbeitnehmer nach den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches Anspruch auf Aufwendungsersatz. Da die Höhe dieses Aufwendungsersatzes gesetzlich nicht geregelt ist, enthalten viele Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen oder Arbeitsverträge entsprechende Bestimmungen.

Der dabei vereinbarte Aufwendungsersatz muss nicht den tatsächlichen Aufwendungen entsprechen. Außerdem kann auch eine Pauschalierung des Aufwendungsersatzes vereinbart werden.

Es kann auch überhaupt kein Anspruch auf Auslagenersatz bestehen, wenn nach den getroffenen Vereinbarungen bereits das Arbeitsentgelt zur Abgeltung dieser Aufwendungen bestimmt ist.

Die Voraussetzungen, unter denen die Arbeitgeber zur Leistung von Aufwendungsersatz verpflichtet sind oder solche Leistungen freiwillig erbringen und vor allem die Höhe der einzelnen Leistungen sind deshalb sehr unterschiedlich. Sie variieren von Branche zu Branche, oft sogar innerhalb einer Branche von Betrieb zu Betrieb.

Häufig entsprechen die Voraussetzungen für den arbeitsrechtlichen Aufwendungsersatz nicht den steuerlichen Voraussetzungen für die Steuerfreiheit oder die gezahlten Beträge sind höher, als dies nach den steuerlichen Regelungen zulässig ist. Dies gilt vor allem seit 1996, da ab diesem Zeitpunkt die Zahlung steuerfreier Auslösungen für Verpflegungsmehraufwendungen stark eingeschränkt worden ist.

Regelung in Tarifverträgen

Auch soweit Auslösungen in Tarifverträgen geregelt sind, hat dies auf ihre steuerliche Beurteilung keinen Einfluss.

Steuerfreiheit von Auslösungen

Es ist in allen Fällen zu prüfen, ob die nach arbeits- oder tarifvertraglichen Regelungen gezahlten "Auslösungen" nach den steuerlichen Vorschriften steuerfrei gelassen werden können.

Auf die Bezeichnung "Auslösung" kommt es dabei nicht an. Außerdem wird auch in Arbeits- und Tarifverträgen der Begriff "Auslösungen" nicht einheitlich verwendet; es werden vielmehr Vergütungen aller Art unter den verschiedenartigsten Bezeichnungen gezahlt (z.B. Nahauslösungen, Fernauslösungen, Wochenendauslösungen, Fahrkostenzuschüsse, Wegegeld, Wegezeitentschädigungen, Zehrgelder usw.). Alle diese Zahlungen müssen für die Frage der Steuerfreiheit ausschließlich nach steuerlichen Kriterien beurteilt werden. Steuerfreiheit tritt nur dann und auch nur insoweit ein, als die Zahlung von Auslösungen einen der folgenden Steuerbefreiungstatbestände erfüllt:

  • Reisekosten (§ 3 Nr. 13 oder 16 EStG) oder

  • doppelte Haushaltsführung (§ 3 Nr. 13 oder 16 EStG).

Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Vorschrift R 3.16 der Lohnsteuer-Richtlinien, wonach bei der Zahlung von Auslösungen die einzelnen Aufwendungsarten (Fahrkosten, Verpflegung, Unterkunft) für die Beurteilung der Steuerfreiheit zusammengefasst werden können.

Die Gesamtauslösung ist steuerfrei, soweit die Summe der steuerlich zulässigen Einzelerstattungen nicht überschritten wird. Maßgebend für diese Vergleichsberechnung ist der Zeitraum, für den die Auslösungen gezahlt werden, im Normalfall also der Kalendermonat.

Sind Auslösungen steuerfrei, so sind sie grundsätzlich auch beitragsfrei in der Sozialversicherung.


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ich befinde mich in der privatinsolvens.fange nächste woche bei einem neuen arbeitgeber an&bekomme zu meinem lohn arbeitstäglich 60€ auslöse.zwischen wohnung&arbeitsstelle hab ich um die 500km mit meinem kfz zu fahren.wird mir was von meiner auslöse einbehalten??
mfg

Lieber Autor!

Ihre klar formulierten Ratschläge und Erklärungen haben mir sehr geholfen.

Toll, dass man auf solchen Seiten Hilfe findet. Nichts ist frustrierender, als die Tatsache, dass man als Selbstständiger nur deswegen in die Knie gezwungen wird, weil einen die formalen Umstände niederkämpfen.

Es kann sich nicht jeder einen Steuerberater leisten und man weiß weder, was man falsch macht, was man richtig macht, was man besser machen kann.

Ich danke Ihnen aufrichtig

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Über den Autor:

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Josef Ellenrieder, Jahrgang 1943, Diplom Betriebswirt FH, lehrt an diversen Fachhochschulen, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern die Themen: Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Rechnungs ...

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