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Grundkurs Gründung

Auf dem Weg in die Selbstständigkeit

7 gute Gründe für Sie, diesen Beitrag unbedingt zu lesen.

Wir sagen Ihnen:

  1. Warum Sie die Chancen Ihrer Idee kritisch prüfen müssen - bevor Sie sich in Kosten stürzen.

  2. Was Sie zu tun haben, um Ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

  3. Woran Sie bei größeren Anschaffungen denken müssen und wie Sie am Besten dabei vorgehen.

  4. Warum Sie Ihr Vorhaben Euro für Euro genau planen müssen.

  5. Wie Sie Ihr Konzept Ihrer Bank präsentieren.

    Außerdem geben wir Ihnen

  1. eine Aufstellung der wichtigsten Paten und Sponsoren für Ihr junges Unternehmen.

  2. diverse Checklisten, anhand derer Sie überprüfen können, ob Sie an alles gedacht haben.

Beispiel:

Angelika Groß war vor ihrer Heirat eine Reihe von Jahren als Sekretärin tätig. Nachdem ihr Kind nun bald flügge wird, möchte sie wieder in ihrem alten Beruf arbeiten. Da sie in den letzten Jahren schon des Öfteren monatsweise als Aushilfe in Firmen, Banken und Behörden gearbeitet hat, fühlt sie sich beruflich durchaus fit. Mit modernen PC-Textsystemen kennt sie sich gut aus. Ihre Bewerbungen bleiben jedoch erfolglos.

Einen Full-Time-Job will ihr niemand anbieten, viele angesprochene Firmen bieten Ihr aber Beschäftigung für einige Stunden im Monat an. Ein Steuerberater, für den sie monatlich acht Stunden arbeiten könnte, gibt ihr den entscheidenden Tipp: Sie könnte sich doch mit einem Schreibbüro selbstständig machen und dadurch auf selbstständiger Basis für all die Firmen arbeiten, die zwar eine Voll- oder Halbtagskraft nicht einstellen wollen, aber monatlich jeweils für einige Stunden Arbeit haben.

Angelika Groß greift den Vorschlag auf und prüft sich selbst und ihr Vorhaben kritisch, dabei geht Sie, wie nachfolgend beschrieben, vor.

Persönliche Befähigung

Vor einer Existenzgründung müssen Sie sich unbedingt folgende Fragen stellen

  • Bin ich fachlich versiert genug und gesundheitlich in der Lage, alle Kundenaufträge zufriedenstellend ausführen zu können?

  • Reichen meine kaufmännischen Kenntnisse zur Führung meines Unternehmens aus oder benötige ich Berater (Anwalt, Gründungsberater, Steuerberater), die mir bei der Gründung und später im laufenden Geschäft helfen?

  • Wer kann mir zusätzlich noch bei der Realisierung meines Vorhabens behilflich sein? (Behörden, Beratungsstellen der Handwerks- oder Handelskammern, Banken usw.)

  • Bin ich belastbar und gesund genug, um auch unter Druck erfolgreich arbeiten zu können?

  • Fördert oder behindert meine finanzielle Situation die Existenzgründung?

  • Bin ich in der Lage, auch ein wachsendes Unternehmen im Griff zu behalten und ggf. Mitarbeiter souverän und motivierend zu führen?

  • Habe ich einen hinreichend großen und solventen Kundenkreis, der mich ausreichend mit Aufträgen versorgen kann?

  • Ist mein Vorhaben auch finanziell realisierbar, so dass ich meinen finanziellen Spielraum trotzdem behalte?

Alles, was Recht ist - Rechtliche Voraussetzungen Ihrer Existenzgründung

In Deutschland besteht Gewerbefreiheit, dennoch gibt es gesetzliche Vorschriften und Spielregeln, die Sie beachten müssen, sofern Sie den Sprung in die Selbständigkeit wagen wollen.

  • Kommunale Behörden

    Der erste Weg führt Sie im Allgemeinen zur Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Dort erhalten Sie, sofern Sie nicht als Freiberufler/in tätig sind, für eine geringe Gebühr einen Gewerbeschein. Die Behörde meldet dann dessen Ausstellung Ihrem zuständigen Finanzamt.

    Betreiben Sie ein erlaubnispflichtiges Gewerbe, beispielsweise eine Gaststätte, ein Reisegewerbe oder ein Maklerbüro, benötigen Sie eine zusätzliche Erlaubnis bzw. Konzession.

    Als Freiberufler benötigen Sie keinen Gewerbeschein, dafür müssen Sie Ihre freiberufliche Tätigkeit selbst direkt beim Finanzamt Ihres Wohnsitzes anmelden. Freiberufler sind Sie, wenn Sie z.B. als Arzt, Anwalt, Steuerberater, Journalist oder Architekt arbeiten.

  • Kammern

    Je nach Art Ihrer selbstständigen Tätigkeit müssen Sie sich auch bei der für Sie zuständigen Handwerkskammer, der Industrie- und Handelskammer, Ihrer berufständischen Vertretung, Ihrer Krankenkasse oder der für Ihr Gewerbe zuständigen Berufsgenossenschaft melden.

  • Handelsregister

    Gründen Sie gemeinsam mit mehreren Personen ein Unternehmen, müssen Sie, bei Gründung einer GmbH notariell, Gesellschaftsverträge schließen, in denen Sie mit Ihren Partnern klare Vereinbarungen zu Geschäftsführung, Gewinnverteilung und anderen wichtigen Fragen treffen.

    Sofern Sie eine offene Handelsgesellschaft, eine Kommanditgesellschaft, eine Partnerschaftsgesellschaft (Gesellschaftsform speziell für Freiberufler) oder eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung gründen, ist eine Eintragung Ihrer Firma in das Handelsregister oder das Partnerschaftsgesellschafts-Register erforderlich. Sie können sich natürlich auch als Einzelkaufmann eintragen lassen. Das Handelsregister (HR) wird beim zuständigen Amtsgericht am Sitz Ihres Unternehmens geführt.

  • Finanzamt

    Ihr "treuester Geschäftspartner", das Finanzamt, wird sich am schnellsten bei Ihnen melden. Je nach Art und Umfang Ihres Geschäftes haben Sie Buchführungs- und Steuerzahlungspflichten zu beachten. Sofern Sie sich mit Steuern nicht wirklich gut auskennen, sollten Sie in jedem Fall einen Steuerberater einschalten (der übrigens auch Ihre Buchführung besorgen kann).

  • Kreditinstitute

    Im Umgang mit Ihrer Bank oder Sparkasse gelten als "Grundgesetz" deren Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB). Diese regeln

    - die Beziehungen zwischen Ihnen und Ihrer Bank oder Sparkasse.

    - wie Sie Ihr Konto führen müssen.

    - Ihre Mitwirkungspflichten als Kunde.

    - die Behandlung der Sicherheiten für die Ansprüche Ihrer Bank oder Sparkasse gegen Sie.

    - was Sie oder das Kreditinstitut bei einer Kündigung zu beachten haben.

    - den Schutz Ihrer Einlagen.

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Über den Autor:

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Uwe-Peter Egger ist Betriebswirt und pensionierter Bankdirektor. Durch seine Tätigkeit "von der Pike auf" in mehreren Branchen und in verschiedensten Funktionen im Firmenkundengeschäft einer Bank ken ...

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