Basiswissen Insolvenz

Insolvenzgründe, der Insolvenzantrag und die Stadien des betrieblichen Insolvenzverfahrens

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Stand: 3. Juni 2009

Betriebliche Insolvenz

Klar: Ein Unternehmen, das Insolvenz anmeldet, ist "pleite" und "geht in Konkurs". Aber was bedeutet es eigentlich genau, dass ein Betrieb insolvent, zahlungsunfähig oder überschuldet ist? Welche Folgen hat das? In diesem Beitrag erklären wir Ihnen in knapper Form, wie die Insolvenz definiert ist, wie das Insolvenzverfahren eröffnet wird und abläuft und welche Rolle dabei der Geschäftsführung des insolventen Unternehmens, den Gläubigern und dem Insolvenzverwalter zukommt.

Ein Hinweis: In diesem Beitrag befassen wir uns ausschließlich mit der Insolvenz von Unternehmen bzw. Selbstständigen und nicht mit der Verbraucherinsolvenz. Informationen zur Überschuldung von Privatpersonen sowie zur zum Verbraucherinsolvenzverfahren finden Sie im Themenbereich "Überschuldung und Verbraucherinsolvenz".

Die Ursachen einer Insolvenz

Es gibt zahlreiche Gründe, weshalb ein Unternehmen zahlungsunfähig werden kann, wie die Finanzkrise gezeigt hat. Die Abhängigkeit von einem oder nur wenigen Kunden (Beispiel: Zulieferer für Automobilindustrie) ist genauso gefährlich wie eine geringe Eigenkapitaldecke. Erteilt einer der Kunden, von denen das Unternehmen abhängig ist, deutlich weniger Aufträge, lassen sich die Einbußen entweder gar nicht oder nur mit großer Mühe verkraften. Bestanden allerdings in der Vergangenheit schon Zahlungsschwierigkeiten, dann kann sich daraus ganz schnell eine Insolvenz entwickeln. Noch gravierender ist es, wenn der Hauptabnehmer selbst in die Insolvenz geht. Die dadurch bedingten Forderungsausfälle lassen sich nicht mehr verkraften. Nicht selten kann ein einziges Unternehmen gleich eine ganze Reihe seiner Lieferanten in die Anschlussinsolvenz reißen.

Allerdings sind die wenigsten Insolvenzen auschließlich auf externe Ursachen zurückzuführen. In einem fehlenden Controlling ist eine der Hauptursachen zu finden. Meist liegt es jedoch nicht nur daran. In der Regel ist auch die Buchhaltung in keinem guten Zustand. Deshalb verwundert es nicht, dass häufig ein mangelhaftes Debitorenmanagement als Insolvenzursache zu nennen ist. Wer seine Außenstände nicht im Griff hat, der setzt in der Regel keine Frühwarnsysteme zum Erkennen einer Krise ein. Darüber hinaus gibt es noch eine ganz Reihe weiterer Insolvenzursachen. Wie die Finanzkrise gezeigt hat, kann auch eine Expansion zur falschen Zeit in das falsche Unternehmen selbst zuvor gesunde und erfolgreich agierende Unternehmen schnell in die Schieflage führen.

Welchen Sinn hat ein Insolvenzverfahren?

Eine Insolvenz kommt nicht von heute auf morgen. Meist ziehen sich die Zahlungsschwierigkeiten über Monate, manchmal sogar Jahre hin, bis irgendwann "nichts mehr geht".

Bis dahin werden Rechnungen von Lieferanten, Miete, Telefon usw. nach dem Prioritätsprinzip beglichen: Die lebenswichtigen Zulieferer werden als erste bedient. Irgendwann werden die übrigen Gläubiger ungeduldig. Sie beantragen einen Mahn- und Vollstreckungsbescheid oder klagen ihre Forderung ein und betreiben anschließend die Zwangsvollstreckung in das gesamte Vermögen des Schuldners. Die bis dato mühsam noch aufrecht erhaltene Konstruktion bricht jetzt zusammen. Meist liegt einer der Insolvenztatbestände (Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung, drohende Zahlungsunfähigkeit) vor.

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