Warum gerade bei mir? Was das Finanzamt mit einer Betriebsprüfung bezweckt
Warum gerade ich? Der Grund für die Prüfung
Dass Prüfungen selten stattfinden, ist ein schwacher Trost, wenn man die Prüfungsanordnung in Händen hält. Im Gegenteil: Die meisten Betroffenen fragen sich natürlich erst einmal, warum es gerade sie trifft - auch und gerade, wenn sie keine krummen Steuer-Dinger gedreht haben.
Die Antwort ist ganz einfach: Entweder sie sind laut Prüfturnus einfach fällig oder es ist purer Zufall. Denn die Außenprüfungen der Finanzämter finden nach dem Zufallsprinzip statt - es sei denn ...
es gibt offenkundigen und wichtigen Klärungsbedarf, der durch telefonische oder schriftliche Nachfragen zur Steuererklärung nicht befriedigt werden konnte.
die betriebswirtschaftlichen Kennziffern des Unternehmens weichen gravierend von den Erfahrungswerten anderer Betriebe der betreffenden Branche ab. Die Spitze des Eisbergs solcher Branchenvergleichs-Werte können Sie in Form der Richtsatzsammlung auf den Seiten des Bundesfinanzministeriums einsehen.
Die vom Finanzamt aus Ihren Steuererklärungen errechneten Kennzahlen Ihres Unternehmens haben sich von einem Geschäftsjahr zum anderen einschneidend geändert, ohne dass sich dies anhand der Steuererklärung (oder erläuternder Unterlagen) plausibel nachvollziehen lässt.
Reines Gewissen und ordnungsgemäße Buchführung vorausgesetzt, lassen sich solche Ungereimtheiten während der Prüfung meist ausräumen. Heikler kann es da schon werden, wenn die angesetzte Überprüfung auf Kontrollmitteilungen zurückgeht, die Ihr Finanzamt aufgrund von Ermittlungen bei Geschäftspartnern erhalten hat. Denkbar ist schließlich auch, dass eine Anzeige gegen Sie bei den Steuerbehörden eingegangen ist.
Steuermehreinnahmen durch Betriebsprüfer
Welcher Anlass auch immer: Der Fiskus will wie immer nur Ihr Bestes - Ihr Geld. Und Betriebsprüfer sind Beamte, die ihr Geld im Wortsinne wert sind: Im Jahr 2011 haben die Prüfungen zu Steuermehreinnahmen von 16,8 Mrd. Euro geführt. Die gut 13.000 Außenprüfer sorgten dabei im Schnitt für Zusatzeinnahmen von rund 1,3 Millionen Euro pro Kopf.
Nicht eingerechnet, das betonen die Finanzbehörden immer wieder, ist die "prophylaktische" Wirkung. Schließlich hebt allein die Tatsache, dass eine Prüfung stattfinden könnte, die Steuerehrlichkeit beträchtlich.
