Das Anschreiben als Dreh- und Angelpunkt
Warum das Anschreiben so wichtig ist
Egal, wie Sie Ihre Bewerbung verpacken: Das Anschreiben wird nicht eingeheftet, sondern auf die weiteren Anlagen (ein Lebenslauf oder doch eine ganze Bewerbungsmappe) nur lose oben aufgelegt. Ob das Anschreiben später im Unternehmen mit einer Büroklammer, mit einer Klarsichthülle oder überhaupt nicht an den Anlagen befestigt wird, ist nicht Ihre Sache. Man wird Routinen haben für solche Fälle, keine Sorge. Das Anschreiben bleibt später in jedem Falle im Unternehmen, die Anlage wird man Ihnen bei einer Absage zurücksenden. Wenn Sie die Stelle bekommen, wird Ihre Bewerbung in Ihrer Personalakte aufbewahrt. Am Rande sei hier erwähnt, dass Sie Ihren Arbeitsplatz auch nach Jahren noch verlieren können, wenn Sie die Stelle unter Vortäuschung falscher Tatsachen bekommen haben.
Das Anschreiben muss in klaren Worten mitteilen, was Sie wollen (für das Unternehmen tätig werden) und warum Sie der geeignete Bewerber sind. Alle wesentlichen Informationen MÜSSEN in dieses Anschreiben. Wenn dieses Anschreiben nicht wirklich überzeugend ist, werden die Anlagen kaum gelesen. Machen Sie sich deutlich, dass man im Unternehmen sehr beschäftigt ist und auf der Suche nach EINEM guten Kandidaten ggf. sehr viele Bewerbungen überfliegt. Wenn das Anschreiben nicht überzeugt bzw. Interesse weckt, greift der viel beschäftigte Büroarbeiter zu der nächsten Bewerbung.
Sie können hier alles gewinnen und alles verlieren, seien Sie entsprechend sorgfältig. Standardfloskeln und Allgemeinplätze bringen Sie nicht weiter, Sie müssen schon schreiben, was Sache ist. Es wird Ihnen durchaus nützen, viele Bewerbungsschreiben zu lesen - jede noch so kleine Stadtbibliothek beherbergt eine ganze Reihe von entsprechenden Publikationen. Sie werden bei der Lektüre schnell merken, wie sehr die Autoren (und die Zielgruppen der einzelnen Publikationen: Akademiker, einfache Angestellte, Berufsanfänger, etc.) sich unterscheiden und recht unterschiedliche Hinweise und Empfehlungen geben. Lesen Sie möglichst viel und dann schreiben Sie in IHREN EIGENEN Worten. Das sind dann auch die Formulierungen, die zu Ihnen passen.
Wenn Sie glauben, dass Sie einfach nicht gut schreiben können, dann machen Sie sich bewusst, dass auch ein Profi ein gutes Anschreiben nicht einfach aus der Hand schüttelt.
Wie schreibt eigentlich ein Textprofi? Er beginnt mit einer Analyse der Zielperson:
An wen ist das Schreiben gerichtet, welchen Bildungsstand und welche Werte hat diese Person? Bewerben Sie sich in einer Marketingagentur oder im Groß- und Außenhandel? Schreiben Sie an eine Botschaft oder an die Personalabteilung eines Wirtschaftskonzerns? Auch wenn Ihr Schreiben nicht immer gleich von der Zielperson persönlich gelesen wird, weiß aber die Person, die die Vorauswahl trifft (z.B. eine Sekretärin), welche Art Bewerber auf der nächsten Stufe (der Vorgesetzte) gefragt ist.
Mit welchen Fragen wird die Zielperson Ihr Schreiben lesen?
- Wer ist das? Wie ist der?
- Was will er von mir? Was GENAU?
- Warum will er gerade bei uns arbeiten?
- Was kann er? Erfüllt er unsere Anforderungen an den zukünftigen Mitarbeiter?
- Passt er zu uns?
- Sonstige Besonderheiten?
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