Richtig bewerben

Von: Brigitte Lüdecke
Stand: 26. September 2007
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Was können Sie?

Brainstorming

Machen Sie ruhig mal ein Brainstorming und trauen Sie sich, neben den formalen beruflichen Qualifikationen auch Fähigkeiten wie Kochen, Gartenarbeiten, Basteln, Kindergeburtstage organisieren oder Leute anquatschen zu notieren. Manchmal ergibt sich aus solchen Hobbys, Gewohnheiten und Neigungen bei späterer Betrachtung "handwerkliches Geschick", "technisches Interesse", "Organisationstalent", "gute Kontaktfähigkeit", "Belastbarkeit" oder "Freude am Umgang mit Menschen" etc. Mag sein, dass eine solche Eigenheit Ihnen den Wechsel in eine ganz andere Branche ermöglicht - nicht als Hauptqualifikation, aber als wertvolle Ergänzung Ihres Profils.

Machen Sie eine Liste (das ist zugleich eine Vorbereitung auf Ihren Lebenslauf)

  • formale Qualifikationen wie Berufsabschlüsse und Weiterbildungszertifikate,

  • Sprachkenntnisse,

  • technische Kenntnisse,

  • künstlerische Kenntnisse,

  • Berufserfahrung,

  • Berufsrelevante Erfahrungen (wer jahrelang einen Familienhaushalt geführt hat, wird vermutlich Organisationstalent unter Beweis gestellt haben),

  • ggf. Auslandserfahrung,

  • Führungskompetenz, Führungserfahrung,

  • Ehrenämter, Mitwirkung in Arbeitsgruppen und dergleichen,

  • Publikationen etc.

Beginnen Sie zuerst ganz locker mit der Auflistung Ihrer (vermuteten) Fähigkeiten. Erst in einem zweiten Schritt machen wir uns Gedanken, wie man diese Kompetenzen "beweisen" kann. Manchmal hilft die Frage "was unterscheidet mich von Kollegen mit derselben formalen Qualifikation?" weiter. Vielleicht sind Kompetenzen, die Sie sich jahrelang in Form eines Hobbys erworben haben, heute berufsrelevant? Scheuen Sie sich nicht, hier eine sehr lange, detaillierte Liste auszuarbeiten.

Wenn informelle Weiterbildung in Ihrem Leben eine große Rolle spielt, dann machen Sie doch mal eine Zusammenstellung, was das in Ihrem Falle konkret beinhaltet. Sie könnten die Vorträge und Fachveranstaltungen, die Sie im letzten Jahr (oder in den letzten Jahren) besucht haben, auflisten; wie viele Fachbücher/ Fachzeitschriften lesen sie etwa pro Jahr? Gibt es Webseiten, auf denen Sie sich regelmäßig und systematisch über Trends informieren (welche, wie viele)? Mit welchen Personen führen Sie regelmäßig Fachgespräche (wie oft)? Wie wäre es mit einer Liste der vielen kleinen Weiterbildungskurse, die Sie besucht haben?

Seien Sie offen, es ist ein Brainstorming. Es dient Ihrer eigenen Bestandsaufnahme. Ihre Bewerbungen schreiben Sie erst später.

Fehlt noch was? Haben Sie wertvolle Kontakte anzubieten? Aufgrund welcher Eigenheiten sind Sie für manche Menschen unersetzlich? Was haben Vorgesetzte und Kollegen in bisherigen Positionen an Ihnen besonders geschätzt? Sprechen Sie auch mit anderen über solche Themen.

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