Wie geht es Ihnen?
Unterschätzen Sie nicht, wie wichtig Ihre gesamte Lebenssituation für Ihren Auftritt als Bewerber ist. Achten Sie auf das, was Leute, die gerade eine neue Stelle gefunden haben, so erzählen: In der Regel kam die Einladung zum Vorstellungsgespräch ganz überraschend, in vielen Fällen hat man sich nicht wirklich Hoffnungen gemacht. Viele Bewerber waren eigentlich mit ganz anderen Dingen gerade sehr beschäftigt, nicht selten hat ein Bewerber zum Zeitpunkt der Bewerbung nicht genau gewusst, ob ihn diese Stelle ernsthaft interessiert, man hat beiläufig jemanden kennen gelernt und durch einen Zufall wurde plötzlich was frei, man ahnte gar nicht, mit welcher wichtigen Person man da gerade redet und dann stellte sich heraus... und so weiter.
Wie kommt das wohl? Für eine erfolgreiche Bewerbung muss man nicht nur fachlich überzeugen, sondern man muss sich in der Regel schriftlich optimal präsentieren (können Sie gut schreiben?) und am Ende im Vorstellungsgespräch quasi in Bestform auftreten. Was brauchen Sie, um persönlich gut aufzutreten? Vermutlich Selbstsicherheit, ein positives Umfeld und ein freundliches, offenes Gegenüber.
Wenn Sie in ein Vorstellungsgespräch gehen mit dem Gedanken, dass Sie diese Stelle unbedingt haben müssen, verschenken Sie einen Teil Ihrer Möglichkeiten.
Es ist sicher nicht einfach, solche MUSS-Gedanken einfach auszuschalten, aber versuchen Sie, sich abzulenken und auf andere Gedanken zu bringen. Wenn Sie arbeitslos sind, dann ist es wichtig für Ihr Selbstwertgefühl, weiterhin möglichst viele soziale Kontakte zu haben und möglichst auch auf die eine oder andere Art Kontakt zu ihrem Beruf zu behalten. Die Übernahme von (geeigneten) Ehrenämtern wird Ihnen gut tun, denn nützliche Arbeit zu tun ist gut für das Selbstbewusstsein und für soziale Kontakte.
Vermeiden Sie, als Arbeitsloser auf Abruf zu leben, etwa so: "Wenn Bewerbung X klappt, dann würde wir im Juli nach Augsburg ziehen, wenn Bewerbung Y klappt, dann fällt der Sommerurlaub aus und überhaupt habe ich keine Zeit für Ehrenämter, weil ich ja bald wieder arbeiten werde."
Geben Sie sich aus der Arbeitslosigkeit auch mal frei: Machen Sie Urlaub (Drei Wochen im Jahr können Sie beim Arbeitsamt beantragen), nehmen Sie sich Zeit für die Kinder oder auch Zeit für angehörige Senioren, vielleicht beginnen Sie ein neues Hobby, suchen Sie sich ggf. Interessensgruppen, schaffen Sie sich einen Rahmen von Verbindlichkeiten. Es wird nicht so schwer sein, nach der Zusage eines neuen Arbeitgebers diese Verbindlichkeiten mit genau dieser Begründung auch wieder zu reduzieren.
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