Scheitern
Es ist Bestandteil des Lebens, dass nicht immer alles Erfolg und Sonnenschein ist. Das zu begreifen und zu akzeptieren, ist ein Prozess persönlicher Reife. "Neuorientierung" heißt vielleicht das Zauberwort, anstatt aussichtslose Ziele weiter zu verfolgen. Beachten Sie aber ebenso, dass Hartnäckigkeit einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren ist. Es erfordert eine möglichst nüchterne Bilanz über Ihre Kompetenzen und die Anforderungen am Arbeitsplatz, um die richtige Entscheidung zu treffen.
Ehekrisen, Krankheiten, Trauerfälle, Kinder in unterschiedlichen Lebenslagen und manches andere erfordern Kraft. Man geht gestärkt und lebenserfahren aus solchen Zeiten hervor. Wie sind Sie in die aktuelle Situation hineingekommen? Viele Leute machen nur die äußeren Rahmenbedingungen für ihr Scheitern verantwortlich. In manch ein Unglück sind wir aber damals sehenden Auges hineingelaufen.
Nutzen Sie die vielfältigen Angebote zum Selbstmanagement, um mehr Klarheit in Ihr Leben zu bekommen.
Lesetipps:
Eine persönliche Anmerkung
Zum Schluss noch eine persönliche Anmerkung: Irgendwo da draußen gibt es ein (kleines) Unternehmen mit sehr guter Auftragslage. Die Leute schaffen die Arbeit jetzt nicht mehr und benötigen Hilfe. Man braucht einen Kollegen/eine Kollegin mit guter Auffassungsgabe, jemanden, der/die das Handwerk versteht und ohne viel Wenn und Aber einfach zupackt. Es gibt Vorgesetzte und Kollegen und Kunden. Alle haben ihre Eigenarten und der Betrieb hat bedingt durch die Branche und den Fluss der Arbeit eine Eigendynamik. Es gibt Klatsch und Tratsch, kleine Eifersüchteleien, Empfindlichkeiten, einen speziellen Humor und ein paar Regeln, an die man sich in diesem Hause halten sollte. Es gibt Betriebsfeiern, (un-)geregelte Arbeitszeiten, Urlaubsansprüche und irgendeine Art von Gehaltsskala. Vielleicht ist nicht alles optimal geregelt, aber man arbeitet daran. Das vorhandene Personal lebt mit diesen Bedingungen und geht jeden Tag hin, manchmal fluchend und in der Regel ganz selbstverständlich. Man sucht SIE, denn sie würden hier eigentlich sehr gut hineinpassen.
Sorgen Sie dafür, dass die Kollegen in dieser Firma auf irgendeine Art von Ihnen hören oder lesen und für den Fall, dass man Sie nicht sofort als den Richtigen erkennt, machen Sie in Ihrer Bewerbung sehr deutlich, warum genau Sie es sind, der sich in solchen Verhältnissen auskennt und ohne lange Erklärungen zurecht kommt.
In Zukunft sind Sie dann wieder dabei im Geschäftsleben. Mag sein, dass es nicht jeden Tag Spaß macht und mag sein, dass Sie dann an manchen Tagen abends richtig kaputt sind. "Wo gearbeitet wird, gibt es Reibung" macht deutlich, dass Arbeit auch ein sozialer Prozess ist. Egal ob Sie nun ein Kandidat für die Position des Pförtners oder die Stelle der Physiotherapeutin, einen Job im EDV-Support oder den Kundenempfang sind: Gehen Sie hin und nehmen Sie Ihre Rolle ein. Man kann sich nicht immer alle Optionen offen lassen, wer A sagt, kann nicht gleichzeitig B bekommen und jede Entscheidung wird Konsequenzen haben. Vielleicht haben Sie die innere Entscheidung, was Sie nun tatsächlich wollen und dass Sie sich nun wirklich auf den Weg machen, noch nicht getroffen. Sich auf einen Betrieb einzulassen, macht auch angreifbar. Passen Sie ein bisschen auf sich auf, auf wen oder was Sie sich in Zukunft einlassen, aber beachten Sie gleichermaßen, dass Sie sich überhaupt irgendwo einlassen, denn sonst sind Sie (weiterhin) nicht dabei.
Viele Arbeitgeber können unzählige Geschichten von Bewerbern erzählen, denen man Türen geöffnet hat und die dann durch die geöffnete Tür aus unerklärlichen (oder fadenscheinigen) Gründen nicht durchgegangen sind. Ihre zukünftigen Kollegen brauchen jemanden, der/die JA sagt und einfach kommt und anfängt. Man hat keine Zeit, Sie zu Hause abzuholen und mehrfach zu bitten.
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