Sie haben kleine Kinder?
Grundsätzliches vorweg: Ein Kind zu haben (oder mehrere) ist alles andere als ein Handicap! Nichts desto trotz betrachten immer noch viele Arbeitgeber Kinder als "erhöhtes Ausfallrisiko" der - vor allem mütterlichen - Arbeitskraft. Über diese rückständige Ansicht kann man lachen oder sich ärgern - sie wird Ihnen aber doch vielerorts begegnen. Insofern ist es klug, sich bereits im Vorfeld zu diesem "Themenkomplex" Gedanken zu machen. Grundsätzlicher Ansatz sollte ein offensiver Umgang mit dem Thema Kind sein - Personaler merken sehr schnell, wenn ihnen etwas vorgemacht wird. Man ist ja schließlich nicht der erste "Kunde".
Wenn Sie kleine Kinder haben und sich eine (neue) Arbeitsstelle suchen, stellen sich ganz unterschiedliche Fragen:
Gehen Sie zum ersten Mal seit der Geburt der Kinder wieder arbeiten? Das wäre (wieder) eine große Umstellung in Ihrem Leben.
Möchten Sie wieder arbeiten oder ist das aus finanziellen Gründen erforderlich?
Wie lange sind Sie raus, haben Sie vielleicht schon den Bezug zum Arbeitsleben verloren?
Aus Arbeitgebersicht ist natürlich interessant, wie gut Sie sich von familiären Pflichten frei machen können.
Um mit dem letzten Punkt anzufangen: Es kann sein, dass Ihnen im Vorstellungsgespräch eine erfahrene Mutter gegenübersitzt, die sehr genau wissen möchte, was Sie in Zukunft tun werden, wenn die Tagesmutter krank ist. Machen Sie in jedem Falle - nicht nur für Vorstellungsgespräche - einen guten Plan, welche Ressourcen Sie in Zukunft einsetzen können, wenn die Betreuung Ihres Kindes nicht verfügbar ist - weil Ihr Kind krank ist oder weil die Tagesmutter krank ist, weil die eigenen Kinder der Tagesmutter eine ansteckende Krankheit haben etc. Sie werden sich wundern, wie oft Sie Ihren Plan B in Zukunft benötigen. So hat es auch in städtischen Kindertagesstätten schon wochenlange Streiks gegeben.
Wenn Sie Zweifel und Ängste haben, wie Sie die anstehenden Herausforderungen eigentlich bewältigen werden, wird auch Ihr Gegenüber im Vorstellungsgespräch das ggf. spüren. Suchen Sie aktiv den Erfahrungsaustausch mit anderen berufstätigen Müttern. Es kann sein, dass die eine oder andere Bekannte, deren Erziehungsstil/ Haushaltsführung Sie bisher fragwürdig fanden, sich plötzlich als sehr gute "Gesinnungsgenossin" erweist.
Beispiel:
Nach 4-jähriger Familienphase möchte ich jetzt auch wieder ein berufliches Leben haben. Die angebotene Teilzeitstelle passt sehr gut zu meinem Ziel, mich in einem Unternehmen einzusetzen, das auch gesellschaftspolitische Werte pflegt.
Berufsleben und Familienleben sind so grundlegend verschieden, dass nicht wenige Frauen nach einigen Jahren Familienphase kaum noch einschätzen können, welchen Wert ihre beruflichen Qualifikationen überhaupt haben. Vielleicht war Ihnen eine Schwangerschaft auch ein willkommener Anlass, einen ungeliebten Arbeitsplatz zu verlassen?
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