Das Bildmotiv und seine Aussage
Exkurs: Private Bilder
Exkurs: Private Bilder?
Der Griff in die private Fotokiste erfordert sehr viel Fähigkeit zur Selbstkritik. Wir sehen eigene Werke gerne durch die rosarote Brille auf und übersehen dabei Mängel, die ein Außenstehender sofort bemerkt. Der Unterschied zwischen privaten und professionellen Fotos ist fast immer zu sehen.
Private Bilder eignen sich für Marketingzwecke, wenn
sie technisch in Ordnung sind (Schärfe, Belichtung).
sie gestalterisch überzeugen (z.B. keine störenden Elemente aufweisen, der Horizont gerade und die Bildaufteilung in Ordnung ist usw).
sie nicht nur private Bedeutung, sondern eine allgemein gültige, symbolhaften Aussagekraft haben.
alle abgebildeten Personen einer Veröffentlichung zugestimmt haben.
die Privatheit als Aussage gewünscht ist ("er/sie ist ein Mensch wie du und ich")
Private Bilder haben eine Tendenz zur Geschwätzigkeit. Sie zeigen meist mehr, als im Marketing-Kontext erforderlich bzw. erwünscht ist . Sie signalisieren private Nähe und Bodenständigkeit. Das kann aber - je nach Kontext - auch leicht als Unprofessionalität ausgelegt werden kann
Wie komme ich an professionelle Bilder?
Eine weithin unterschätzte Möglichkeit: Wenn Sie im Internet in Online-Galerien gute Fotos finden, schreiben Sie den Webmaster an. Erläutern Sie, was Sie mit dem Foto vor haben. In vielen Fällen werden Sie so gute Bilder preisgünstig oder kostenlos erhalten.
Bildagenturen: Online-Agenturen schießen wie Pilze aus dem Boden (Suchwort "Bildagentur" in Google -> 5 Mio Treffer). Eine Übersicht liefert unser Artikel Fotokoffer im Netz - Kostenfreie Bilddatenbanken. Prinzipiell: Vergleichen Sie die Angebote, nicht alle angeblich "kostenlose Bilder" sind es auch. Lesen Sie das Kleingedruckte (die AGBs) sorgfältig durch. Oft gilt das kostenlose Angebot nur für Privatleute, nicht für Firmenkunden. Einige Links: Getty Images ist die größte Bild-Datenbank mit sehr berühmten Fotoklassikern, Imagepoint aus der Schweiz offeriert gute Suchfunktionen. Weitere Möglichkeiten sind Corbis, Photos.com oder Fotosearch.de mit Foto-CD-Angeboten der größten Agenturen.
Die teuerste und aufwändigste Variante ist es, selbst die gewünschten Fotos produzieren zu lassen. Freilich haben Sie so auch den größten Einfluss auf das Ergebnis.
Fazit
Vor der Bildauswahl ist zu klären, welche Botschaft vermittelt werden soll und wer angesprochen wird. Danach richtet sich die Wahl des Bildmotivs.
Persönliche Bilder eignen sich nur unter bestimmten Voraussetzungen für das Marketing.
Abgesehen von der grundsätzlichen Eignung des Motivs sind Urheber- und Persönlichkeitsrechte zu beachten
Selbst bei einfachen Motiven gibt es viele Varianten. Die Auswahl eines Bildes aus einer Reihe ähnlicher Motive fällt intuitiv leicht, weil man beim Anblick eines Bildes innerhalb von Sekundenbruchteilen viele Informationen erhält und diese gefühlsmäßig mit den eigenen Zielen und inneren Bildern abgleicht. Dieser Prozess läuft blitzschnell und unbewusst ab
Wer die Mechanismen bei der Konstruktion von Bildmotiven kennt, kommt den Tricks der Werbemacher auf die Spur und kann diese beim Erstellen einer Präsentation oder beim Fotografieren aktiv nutzen
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