Überzeugend und präzise - Formale Geschäftskorrespondenz erfolgreich meistern
Eindrucksvolle Briefe schreiben
Das Wörtchen "eindrucksvoll", das Sie in der Überschrift zu diesem Kapitel gelesen haben, hat im heutigen Sprachgebrauch einen viel zu positiven Beigeschmack. Denn schließlich heißt "eindrucksvoll" ja lediglich, dass etwas einen Eindruck hinterlässt - und der kann bekanntlich sowohl gut als auch schlecht sein. Natürlich möchten wir erreichen, dass Sie mit Ihrer Korrespondenz grundsätzlich einen guten Eindruck hinterlassen. Aber ich hoffe, dass Ihnen gerade dieses Wort-Beispiel zeigt, dass auch hinter Kleinigkeiten manchmal noch mehr stecken kann.
Sie werden auch später noch lernen, welche kulturellen Besonderheiten Sie beim Schreiben von Briefen beachten sollten. Dort ist die Wortwahl teilweise natürlich noch wichtiger. Aber in diesem Kapitel geht es zunächst darum, einen wirklich guten Eindruck beim Leser Ihres Briefes zu hinterlassen. Daher ist für uns zunächst einmal "eindrucksvoll" = "stilvoll". Dies werden wir durch viele kleine sprachliche Tricks und Kniffe erreichen. Manche davon sind offensichtlich und fallen direkt auf - andere wiederum werden Ihrem Leser vermutlich (oder hoffentlich?) nicht auf Anhieb auffallen, sondern eher unbewusst zeigen, dass Sie kompetent und vertrauenswürdig sind.
Pre-Writing
Erinnern Sie sich noch an die beiden Grundvoraussetzungen für eine gute E-Mail bzw. einen guten Forenbeitrag aus dem ersten Kapitel? Lassen Sie es mich noch einmal etwas umformulieren bzw. ergänzen:
Was ist das Ziel meines Briefes? Was möchte ich mit dem Schreiben erreichen?
An wen ist der Brief gerichtet? Wer wird ihn lesen? Und welchen Eindruck soll er oder sie davon bekommen?
Das Stellen dieser beiden Fragen haben wir pre-writing activities genannt, weil sie vor dem Schreiben geschehen. Genau diese beiden Fragen sollten Sie sich natürlich auch stellen, wenn Sie einen Brief schreiben. Und die nun folgenden Tipps gelten natürlich auch genauso für jegliche Geschäfts-E-Mail, die Sie verfassen, denn eine E-Mail ist ja bis auf gewisse formelle Aspekte nichts anderes als ein Brief.
Dennoch möchte ich die Frage nach der Zielgruppe, also Ihrem Leser, noch etwas detaillierter aufgreifen. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, stellen Sie sich zusätzlich noch fragen:
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