Finanz- & Personalplanung
Drei-Jahresplanung
5.9.1 Hintergrund für die Geschäftsplanung
Die kreditgebende Bank möchte sich vor einer Entscheidung ein möglichst genaues Bild von der zu erwartenden Profitabilität Ihres Unternehmens machen. Hierzu ist es nötig, die erwartete Geschäftsentwicklung im voraus zu planen und in Form von Zahlen abzubilden. Eine möglichst exakte Finanzplanung hilft auch Ihnen, rechtzeitig Defizite und Lücken in der Finanzplanung aufzudecken und zu reagieren. Darüber hinaus unterstützt Sie ein aussagefähiges Zahlensystem bei der Steuerung Ihres Unternehmens.
Um die Finanzplanung zu erstellen, gibt es zwei Möglichkeiten: Zum einen gibt es die Möglichkeit mit existierenden Softwares die Finanzplanung zu erarbeiten. Diese Option ist für Teilnehmer interessant, die bereits über gewisse betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse verfügen. Zum anderen gibt es die Möglichkeit, die Finanzplanung anhand der im Rahmen des fünften Kapitels zur Verfügung stehende Tabellen Schritt für Schritt zu erarbeiten. Diese Alternative ist vor allem für Gründer interessant, die über geringe oder keine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse verfügen.
Machen Sie Ihre Finanzplanung von Anfang an sorgfältig. Es ist unbedingt erforderlich, dass Sie Ihre Daten vollständig erfassen und regelmäßig aktualisieren. Wenn Sie fragen zur Finanzplanung haben, wenden Sie sich an Ihre Hausbank.
In der Bankenpraxis wird in der Regel eine dreijährige Vorausplanung verlangt. Lediglich in Fällen, in denen eine ungewöhnlich lange Anlaufzeit der Geschäftstätigkeit zu erwarten ist, ist eine fünfjährige Vorausplanung vorzulegen. Dies wird von den Kreditgebern damit begründet, dass auf diese Weise zumindest ein näherungsweiser Einblick in die Geschäftsentwicklung und in die Erreichung der Gewinnzone gewährleistet wird. Das erste Jahr ist auf Monatsbasis zu planen, für die restlichen Jahre genügt eine quartalsmäßige oder jährliche Planung.
Die wichtigsten Elemente einer dreijährigen Finanzplanung sind:
der Absatzplan
der Umsatzplan
die Ermittlung der Betriebsmittel-, Personal- und Investitionskosten
der Finanzierungsplan
die Plan-Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und
der Liquiditätsplan.
5.9.2 Der Absatzplan
Ausgangspunkt einer Finanzplanung ist die Prognose des Absatzes. Eine pauschale Aussage wie "ich denke schon, dass mein Produkt / meine Dienstleistungen gefragt sein werden und dass die Nachfrage auch steigt, wenn es sich erst mal 'rumspricht ...." ist für eine Prognose des Absatzes und für eine Finanzplanung nicht ausreichend. Berücksichtigen Sie bei der Prognose des Absatzes auch, dass Ihre Geschäftsidee zu Beginn Ihrer Geschäftstätigkeit möglicherweise erst einem breiteren Interessentenkreis bekannt gemacht werden muss und Sie im Laufe Ihrer Tätigkeit Konkurrenz bekommen.
Versuchen Sie, für die ersten drei Jahre Ihrer Geschäftstätigkeit den Absatz zu schätzen. Der Absatz wird bei Produkten in Mengeneinheiten - also in Stück - gemessen, bei Dienstleistungen häufig in Zeiteinheiten, also Stunden oder (Berater)tagen. Unterteilen Sie das erste Geschäftsjahr in Monate, das zweite und dritte Geschäftsjahr in Quartale.
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