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Erfolgreich als IT-Trainer

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Stand: 7. Juni 2012

Perspektivenwechsel

So sollten Sie "ticken" - Praxistipps zum guten Gelingen

Wie all das ganz praktisch funktionieren kann, dazu hier einige Tipps:

  • Demonstrieren Sie "Einfachheit"

    Sprechen Sie in einer einfachen Sprache, die nah an der Alltagssprache der Teilnehmer ist. Das beginnt schon bei den einfachsten Dingen: So ist der Begriff "Computer" einigen Anfängern vertrauter als etwa "PC" oder "Rechner". Auch der Begriff "Desktop" dürfte zumindest anfangs vermeidbar sein. Eine solch alltagsnahe Sprache führt dazu, dass die Teilnehmer Sie verstehen und sich auch selbst verstanden fühlen. Sie werden schneller einen Zugang zu Ihnen finden, was eine gute Voraussetzung für Lernbereitschaft und Offenheit ist.

  • Kommen Sie schnell zum "Tun"

    Lassen Sie die Teilnehmer so schnell wie möglich selbst am PC etwas machen, z.B. einschalten, ein Programm öffnen, einen Text schreiben. Und das (zunächst) unter Schritt-für-Schritt-Anleitung und Begleitung durch Sie. So haben die Teilnehmer ein möglichst frühzeitiges Erfolgserlebnis, haben sich die eigene Kompetenz vor Augen geführt und dürften das Zutrauen gewonnen haben, auch andere Dinge am PC erlernen zu können.

  • Schaffen Sie Erfolgserlebnisse

    Ein Erfolgserlebnis wird dann am stärksten empfunden, wenn man das Ergebnis der eigenen Arbeit in den Händen halten und mit nach Hause nehmen kann. Lassen Sie die Teilnehmer ruhig schon in der ersten Stunde eines Anfängerkurses etwas Selbstgeschriebenes ausdrucken und mitnehmen.

  • Glauben Sie an Ihre Teilnehmer, und zeigen Sie das

    Für Sie als Profi ist es sicherlich manchmal schwer nachvollziehbar, warum manche Teilnehmer die (in Ihren Augen) einfachsten Dinge nicht verstehen. Zeigen Sie ihm dennoch: Das ist in Ordnung! Wenn Sie ihm sichtbar Vertrauen schenken, wird er auch besser in der Lage sein, sich selbst etwas zuzutrauen.

    Eine wertschätzende Haltung den Teilnehmern gegenüber ist Grundvoraussetzung für einen Dozenten. Demonstrieren Sie: Der Unterschied zwischen Ihnen und den Teilnehmern besteht ausschließlich darin, dass Sie die Inhalte früher erlernt haben als er. Das macht Sie aber in keiner Weise zu einem überlegenen Menschen.

  • Vermeiden Sie Verhaltensweisen, die die Teilnehmer verunsichern

    Was tun Sie selbst während einer Übungsphase, in der die Teilnehmer Erlerntes am PC umsetzen?
    Es liegt nahe, herumzugehen und zu sehen, wie weit die einzelnen Teilnehmer sind, wer Schwierigkeiten hat etc. Jedoch: Stellen Sie sich nicht dicht hinter einen Teilnehmer und schauen ihm über dessen Schulter hinweg bei der Aufgabenbearbeitung zu! Viele Teilnehmer empfinden das als extrem unangenehm oder verunsichernd.
    Verhalten Sie sich lieber so, dass deutlich wird: Sie sind jederzeit ansprechbar, unterstützen gerne, auch individuell am Platz (manch einer stellt ungern eine Frage in der Gesamtgruppe, im Einzelgespräch aber sehr wohl).
    Teilnehmer, die sich sicher fühlen, verhalten sich ungezwungener und lernen freier.

  • Orientieren Sie sich an den Voraussetzungen der Teilnehmer

    Die beschriebenen Tipps gelten für Leute wie die anfangs im Fallbeispiel beschriebene Frau Larson. Aber natürlich ist jeder Teilnehmer, ist jede Gruppe anders. Solche Regeln lassen sich daher nicht unreflektiert auf jede Kurssituation übertragen. Versuchen Sie deshalb, zu Kursbeginn möglichst schnell zu erkunden, welche Voraussetzungen und Erwartungen die Teilnehmer mitbringen.

    In einigen Kursen ist es üblich, dass der Dozent zu Beginn eine Vorstellungsrunde durchführt, verbunden mit der Bitte an jeden Teilnehmer, seine Vorkenntnisse zu schildern und seine Erwartungen an den Kurs zu äußern. Beachten Sie dabei: Eine solche Runde ist dann am hilfreichsten, wenn Sie um möglichst "verhaltensnahe" Schilderungen bitten.

    Fragen Sie die Teilnehmer nicht, was sie erwarten, sondern formulieren Sie es anders: "Was möchten Sie am Ende des Kurses können?" Denn eine Äußerung wie "Ich hab' schon mal bei meinem Sohn am PC was gemacht, aber jetzt will ich das mal so richtig von Anfang an lernen" ist für Sie wenig hilfreich, denn jetzt wissen Sie nicht: Was genau kann der Teilnehmer schon, und was genau will er lernen? Wenn Sie aber wüssten: der Teilnehmer ist in der Lage, einen Text zu schreiben und einfache Formatierungselemente zu verwenden, er weiß aber nicht, wie er ihn speichert und wo er ihn wieder findet, dann könnten Sie sehr viel genauer auf diese Bedürfnisse eingehen und Enttäuschungen ersparen.

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Über den Autor:

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Heike Neidhardt ist Diplom-Psychologin und Erwachsenenbildnerin (M.A.). Nach 10 Jahren Berufserfahrung in der Weiterbildung hat sie sich 2009 selbstständig gemacht. In ihren Vorträgen und Seminaren ze ...

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