Ausdruck, Fazit
Die Tücke der Bildschirmdarstellung und der Ausdruck des Fotos
Trotz aller Technik: Was aus dem Labor zurück kommt, entspricht oft nicht den Erwartungen: zu flau, zu dunkel, mit Farbstichen - die ganze Mühe der Bearbeitung umsonst!? Auch wenn man selbst druckt, sind die Ergebnisse oft nicht überzeugend.
Am Bildschirm sehen Fotos brillant und strahlend aus, im Ausdruck verblassen sie. Der Grund ist einfach: Ein Bildschirm ist ein durchleuchtetes Medium, das die Bildpixel zum Strahlen bringt, und mit dem Farbauftrag von Tinte auf ein Papier nicht zu vergleichen. Die vielfach empfohlene Kalibrierung des Computerbildschirms ist sinnvoll, v.a. wenn man Daten mit Online-Laboren austauscht. Für die Bildschirmkalibrierung benötigen Sie ein Messgerät (ab 70 EUR), das die Farben und die Helligkeit Ihres Bildschirms misst und die Anzeige standardisiert. Die Kalibrierung muss in regelmässigen Abständen wiederholt werden.
Damit Sie am Bildschirm sehen, wie Ihr späterer Ausdruck wirklich aussieht, können Sie in Photoshop eine Druckvorschau aktivieren. Erst hier sieht man, wie das Foto auf verschiedenen Papieren aussehen wird. Je nach Papiersorte (matt, glänzend) erscheint das Foto bereits am Bildschirm mehr oder weniger brillant. Entsprechend muss die Bearbeitung angepasst werden.
Das Bild für den Druck sieht am Bildschirm also völlig anders aus als das Original, das man vielleicht als Bildschirmhintergrund verwenden würde. Gesteuert wird diese Druckvorschau über eigene Farbprofile. Für hochwertige Druckerpapiere kann man sich diese Farbprofile aus dem Internet herunterladen und ins Bildbearbeitungsprogramm laden.
Eine einfache Regel für den ungeübten Laien lautet: Verwenden Sie Originaltinte und dazu das Fotopapier Ihres Druckerherstellers - so erhalten Sie die besten Ergebnisse. Sie können aber auch mit verschiedenen Papieren und Tinten herumexperimentieren. Dann wird anfangs vieles schief gehen, aber mit der Zeit wächst Ihre Erfahrung. Ob Sie mit billigem Papier und Tinte viel Geld sparen, ist eine Frage des persönlichen Anspruchs. Wenn man bedenkt, dass ein Foto-Ausdruck im Format 10x15 cm zu Hause mit den handelsüblichen Originalmedien (Fotopapier, Tinte) knapp 50 Cent kostet, ist ein Abzug vom Bilderdienstleister (ab 9 Cent) eine Überlegung wert. Wer viele Abzüge von seinen Digitalfotos macht, ist beim Online-Labor günstiger dran.
Wer nicht auf jeden Cent schauen muss, sollte für hochwertige Drucke auf hochwertiges (säurefreies) Papier setzen. Die Tinten sind mittlerweile viel lichtbeständiger als früher und die Ausdrucke jahrelang haltbar. Mit entsprechenden Produkten aus dem FineArt-Bereich kann man heutzutage farbige Fotos drucken, die länger haltbar sind, als es analoge Farbbilder jemals waren. In dreißig Jahren werden wir feststellen, ob diese Aussagen von Experten tatsächlich zutreffen. Tatsache ist und bleibt, dass man für archivfeste Ausdrucke entsprechend tief in die Tasche greifen muss. Für einzelne, besondere Aufnahmen lohnt sich dieser Aufwand. Für die Masse an Bildern gibt es weiterhin die oben aufgeführten Möglichkeiten.
