Die Aufnahme
Licht
Das Thema "Licht" ist ein weites Feld. Grundsätzlich lässt sich sagen: Video braucht Licht, wenn möglich, sehr viel davon. Maßgebend ist aber nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität des Lichts. Die besten Außenaufnahmen machen Sie im Morgen- oder Abendlicht, weil das Licht dann sehr weich ist. In der Mittagssonne ist es dagegen hart.
Abb.34: Bild mit Sonne (oben) und ohne Sonne (unten)
Wenn die Sonne scheint, werden die Bilder brillanter als bei bedecktem Himmel. Die Konturen der Objekte werden besser herausgearbeitet (Abb.34). Wenn Sie mit dem Rücken oder seitlich zur Sonne stehen, sind Sie auf der sicheren Seite.
Allerdings verleihen Sie Ihren Motiven mehr Konturen, wenn Sie das Gegenlicht der Sonne zum Teil ausnutzen. Dafür müssen Sie den richtigen Kamerawinkel finden. Denn klar ist: Frontal gegen die Sonne können Sie keine Bilder drehen, es sei denn, sie geht gerade unter.
Sie können vor allem bei Portraits das Licht der Sonne noch verstärken, mit einem so genannten Aufheller. Den halten Sie bzw. Ihr Helfer so, dass er die Sonne auf das Motiv reflektiert (Abb.36). Als Aufheller können Sie weiße Flächen aller Art benutzen, z. B. ein Bettlaken oder Styropor. So verschönern Sie Ihre Aufnahme mit relativ wenig Aufwand (Abb.37).
Abb.35: Portrait ohne Aufheller
Abb.36: Aufheller reflektiert das Sonnenlicht
Abb.37: Portrait mit Aufheller
Die Lichtempfindlichkeit von DV-Kameras ist in den letzten Jahren immer größer geworden. Sogar bei 0 Lux, also bei völliger Dunkelheit, könne man noch drehen, suggerieren manche Hersteller. Richtig ist: Auch bei sehr wenig Licht können Sie erkennbare Aufnahmen machen, doch die Qualität ist im Keller. Auf solchen Bildern ist ein so genanntes Bildrauschen zu sehen, also die beginnende Auflösung der Aufnahme in Ihre Bestandteile. Wenn Sie nicht gerade Privatdetektiv oder Ermittler bei der Polizei sind, verzichten Sie lieber auf solche Bilder. Und Sie wissen ja bereits: Je weniger Licht, umso kleiner ist die Tiefenschärfe.
Ich gehe davon aus, dass Sie in der Regel mit dem Licht drehen, das gerade vorhanden ist. Das ist meistens ausreichend. Wie Szenerien mit mehreren Lampen ausgeleuchtet werden, würde in diesem Workshop zu weit führen. Es geht nicht vordergründig darum, die Motive heller zu machen, sondern durch Licht Stimmungen zu erzeugen. Dazu nur Folgendes: Vielleicht haben Sie ja zufällig eine Stehlampe oder ähnliches zur Verfügung, um zumindest eine Portraitaufnahme zu verbessern. Dabei ist die Richtung des Lichts entscheidend (Abb.38).
Abb.38: Links oben: Licht von vorne, Rechts oben: Licht von der Seite, Links unten: Licht von unten. Rechts unten: Licht schräg von vorne (etwas erhöht)
Kommt das Licht frontal von vorne ist jede Gesichtspartie ausgeleuchtet, Konturen sind aber kaum mehr zu erkennen.
Kommt das Licht von der Seite, liegt eine Gesichtshälfte im Schatten
Kommt das Licht von unten, ist das gut für einen Gruselfilm geeignet
Kommt das Licht schräg von vorne, ist fast das ganze Gesicht ausgeleuchtet und die Konturen sind gut zu erkennen
Aus welcher Richtung das Licht bei Ihnen kommen soll, müssen Sie je nach Situation und Bildaussage entscheiden. In den meisten Fällen ist wohl die beste Lösung, wenn das Licht schräg von vorne auf das Motiv strahlt.
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