Tonschnitt und musikalische Unterlegung

Von: Andreas Schulz
Stand: 12. Juli 2007
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Ton, Text und Musik

Filmtext

Ob Ihr Video einen Text überhaupt nötig hat, müssen Sie selber entscheiden. Häufig ist es so, dass die Bilder für sich selbst sprechen. Wenn Sie sich doch dazu entschließen, Ihr Video mit einem Kommentarton zu versehen, sollten Sie einige Regeln beachten.

In einem Video sind immer die Bilder dominierend. Der Text ist ein begleitender Kommentar, der dem Zuschauer Informationen anbietet, die über die Bildsprache hinausgehen. Also, erzählen Sie nicht, was sich gerade auf den Bildern ereignet, denn das sieht ein Zuschauer selber. Und gehen Sie auch mit Text sparsam um. Nicht das ganze Video, sondern nur Teile davon sollten mit Text versehen werden. Bedenken Sie, dass ein Video aus Bildern, Originaltönen, Atmos, evtl. Musik und Ihrem Text besteht. Das ist ziemlich viel für einen Zuschauer, der alles gleichzeitig verarbeiten muss.

Weil das Medium Film eine große Herausforderung für die Sinne und das Auffassungsvermögen darstellt, sollten Sie Ihre Texte dementsprechend gestalten: Bilden Sie kurze und leicht verständliche Sätze. Einen komplizierten Satzbau nach dem Vorbild von Thomas Mann können Ihre Zuschauer nicht erfassen. Das Medium ist flüchtig und rauscht an Ihnen vorüber. Einen Satz noch einmal lesen, wie in einem Buch, ist bei einem Video nicht vorgesehen.

Texte vorher aufschreiben

Schreiben Sie sich den Filmtext auf. Nach meinen Erfahrungen funktioniert das spontane Aufsprechen noch nicht einmal mit einem Anrufbeantworter. Versuchen Sie, sich beim Schreiben des Textes Ihre Zuschauer vorzustellen, denen Sie gerade eine interessante Geschichte erzählen möchten. Ein gesprochener Text ist in der Regel simpler aufgebaut als ein geschriebener. Trauen Sie sich ruhig, auch umgangssprachliche Ausdrücke und Redensarten zu verwenden.

Abb.3: Geöffnetes Word-Fenster im Schnittprogramm

Wenn Sie mit Ihrem Text zufrieden sind, dann lesen Sie ihn noch einmal laut vor. Dabei werden Sie vielleicht merken, dass einige Passagen nicht natürlich wirken. Sprechen Sie Ihren Text dann noch einmal parallel zu den laufenden Bildern und beziehen Sie Angehörige oder Freunde mit ein. Wenn die an einigen Stellen das Gesicht verziehen, sollten Sie den Text überarbeiten. Bedenken Sie immer: Sie haben den Film gemacht und kennen ihn auswendig. Für Ihre Zuschauer ist er etwas völlig Neues.

Gratulation, der Text ist fertig und gut geworden. Nun müssen Sie ihn aufnehmen und in Ihr Schnittprogramm importieren. Für die Aufnahme sollten Sie sich im Text genau die Timecodes der Textpassagen notieren. In manchen Programmen können Sie den Ton direkt aufnehmen, in anderen nicht. Wenn das bei Ihrer Software möglich ist, schließen Sie ein Mikrofon (besser ein Headset zur Kontrolle) an den Computer an und prüfen Sie dann die Tonqualität. Die hängt stark von Ihrer Soundkarte, der Software und der Qualität des Mikrofons ab. Wenn Sie mit dem Ton nicht zufrieden sind, gibt es noch drei Möglichkeiten zur Verbesserung:

  • Besorgen Sie sich eine spezielle Audio-Software

  • Schaffen Sie sich ein gutes Mikrofon (Headset) an

  • Wechseln Sie die Soundkarte oder versuchen Sie die Vertonung an einem anderen Computer

Versuchen Sie, während des Sprechens den Ablauf des Videos incl. Timecodes im Blick zu haben. So sehen Sie genau, ob die Länge passt.

Abb.4: Aufnahme-Menü in Pinnacle Studio

Die einfachste Methode der Vertonung: Legen Sie eine Kassette in Ihre Kamera ein, setzen Sie sich dicht vor das Mikro und sprechen Sie Ihren Text auf. Ideal ist es natürlich, wenn Sie noch ein externes Richtmikrofon anschließen können. Wenn Sie mit der Aufnahme zufrieden sind, lesen Sie den Inhalt der Kassette in Ihr Schnittprogramm ein, ziehen die Datei auf die Kommentarspur der Timeline, trennen Video- und Tonspur und löschen dann die Videospur. Prüfen Sie nun, ob der Kommentarton an den richtigen Stellen liegt. Wenn nicht, teilen Sie die Tonspur mit der Rasierklinge (Schere) und verschieben Sie den Ton so lange, bis er passt.

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