Das kostenlose CMS Drupal - Installation und Verwaltung für Einsteiger

Allgemeine Infos, lokale Serverumgebung, die Installation Schritt für Schritt

Drupal und CM-Systeme

Was ist das eigentlich, ein CMS?

Ein Content Management System (Abkürzung: CMS) ist ein System zur Verwaltung, Bearbeitung und Veröffentlichung von Inhalten. Drupal ist genau genommen ein Web Content Management System (Abkürzung WCMS), das speziell auf das Verwalten und Publizieren von Internetseiten ausgerichtet ist. In einem WCMS findet die gesamte Verwaltung und Bearbeitung der Seiten im Browser statt. Man spricht auch von einem browserbasierten System.

Merkmale eines CMS

Eins der wesentlichsten Merkmale eines CMS ist die strikte Trennung von Layout und Inhalten. Das Layout der Site wird über die Layoutvorlagen, die so genannten Templates, gesteuert. Die Inhalte werden hingegen in der Datenbank gespeichert. Abhängig davon, welche Seite der Besucher im Browser aufruft, werden die Inhalte aus der Datenbank dynamisch im Template eingebaut.

In Drupal werden die Templates auch als Themes bezeichnet.

Frontend und Backend

In der Regel besteht ein CMS aus einem Frontend und einem Backend. Das Frontend ist der öffentliche Teil des Systems, also der Bereich, den die Besucher sehen, wenn sie die URL (www.ihredomain.de) im Browser aufrufen. Das Backend ist der geschlossene Bereich des Systems, der nur bestimmten Benutzergruppen zugänglich ist. Im Backend wird die gesamte Site verwaltet. Hier werden die Module konfiguriert, die Menüs angelegt und die Inhalte eingepflegt.

In Drupal kommt als Besonderheit hinzu: Standardmäßig wird im Drupal-Frontend und -Backend das gleiche Theme verwendet. Somit sind Front- und Backend vom Aussehen her identisch und unterscheiden sich nur durch das eingeblendete Administratormenü zum Aufruf der Funktionen im Backend. Dies führt gerade bei Einsteigern oft zu Verwirrungen. Ab der Drupal-Version 6.x besteht die Möglichkeit, in der Konfiguration unterschiedliche Themes für Front- und Backend einzustellen.

Modularer Aufbau

Ein CMS basiert auf einer Scriptsprache, meist PHP, und ist modular aufgebaut. Ganz vereinfacht gesagt, können Sie sich ein CMS auch wie eine Art Baukasten vorstellen. Die Module sind die einzelnen Bausteine, die Sie je nach Art und Anforderung der Website individuell zusammenbauen und freischalten können.

Im Backend legen Sie fest, welche Module Sie auf Ihrer Site benötigen. Das kann zum Beispiel ein Menü, eine Suche oder eine Login-Maske sein.

Im Frontend werden die aktivierten Module, Menüs und Inhalte aus der Datenbank im Template (Theme) zusammengebaut. Dies passiert hinter den Kulissen so schnell, dass Besucher Ihrer Site nicht merken, dass jede im Browser aufgerufene Seite neu zusammengebaut wird.

Durch den modularen Aufbau (Baukastenprinzip) ist es möglich, das System sehr fein zu skalieren und Ihren eigenen Projektanforderungen entsprechend anzupassen und zu erweitern.

Im Drupal-Basispaket sind viele Standardmodule für die gängigsten Funktionen einer Website schon erhalten. Darüber hinaus kann das System durch zusätzliche Module, die meist kostenlos im Netz zur Verfügung stehen, individuell erweitert werden.

Wenn Sie nach dem Kurs mit den Grundfunktionen von Drupal vertraut sind und ggf. die ersten eigenen Drupal-Projekte schon in der Pipeline haben, werden Sie das umfangreiche Angebot an Drupal-Erweiterungen im Laufe der Zeit sicherlich sehr zu schätzen wissen.

Ein wenig Geschichte zu Drupal

Drupal erblickte im Jahr 2000 das Licht der Welt. Entwickelt wurde Drupal, das ursprünglich den Namen Dorp trug, von zwei holländischen Studenten. Das System sollte an der Universität Antwerpen als eine Art schwarzes Brett fungieren und den prämierten Studenten, die schon damals einen Online-Zugang hatten, die Möglichkeit bieten, Nachrichten zu hinterlassen.

Nachdem die beiden Entwickler, Dries Buytaert und Hans Snidjer, ihr Studium beendet hatten, beschlossen beide, das System weiterzuentwickeln. Bis dahin lief Drupal nur lokal im Universitätsnetzwerk. Um in Kontakt zu bleiben und weiterhin Nachrichten austauschen zu können, mussten ein Online-Server und eine Domain her. Bei der Domain einigte man sich auf den Namen dorp.org, was im holländischen Dorf bedeutet.

Bei der Domainregistrierung unterlief dem Entwickler Bries jedoch ein Tippfehler. Statt dorp.org gab er drop.org ein. Bei der Registrierung stellte er zudem auch fest, dass die Domain dorp.org bereits vergeben war. So blieb es dann bei drop.org.

Das niederländische Wort Drop, (zu Deutsch: Tropfen), bereitete englischsprachigen Personen allerdings Probleme mit der Aussprache. Dies war der Grund dafür, warum aus Drop (holländisch ausgesprochen Druppel) schließlich Drupal wurde.

Das Wort Drupal ist also genau genommen eine Ableitung, eine Art Lautschrift des niederländischen Wortes Druppel.

Im Jahr 2001 beschloss der Entwickler Dries Buytaert, die Software unter GNU-Lizenz zu stellen. Damit war es möglich, dass nun auch andere die Software kostenlos nutzen und Drupal von den Usern weltweit weiterentwickelt werden konnte.

Das Drupal Logo - Druplicon

Was nun noch für die Software fehlte, war das Logo - in der Drupal-Community auch unter dem Namen Druplicon bekannt. Die Grundidee des Logos basiert auf der Bedeutung des Namens Drupal und stellt einen Tropfen dar.

Drupal-Logo (Druplicon)

Den letzten Schliff gab Kristjan Jansen dem Logo. Er hatte die geniale Idee, für die Augen zwei Tropfen nebeneinander zu legen und so das mathematische Zeichen der Unendlichkeit zu symbolisieren. Zu guter Letzt wurden dem Logo noch eine Nase und ein verschmitztes Lächeln spendiert - das Druplicon war perfekt.

Einsatzgebiete von Drupal

Durch den Einzug der Web 2.0-Features - die dem Besucher mehr Interaktivität auf der Website zu bieten - ist die Community von Drupal in den letzten zwei, drei Jahren rasant gewachsen. So gehört Drupal laut Statistik und Google-Trends mittlerweile zu den fünf beliebtesten CM-Systemen aus dem OpenSource-Segment, Tendenz steigend.

Im Vergleich zu den zwei anderen populären CM-Systemen, Joomla! und Typo3, hat Drupal seinen Fokus im Einsatzbereich des Social Network. Drupal eignet sich hervorragend für den Aufbau von Portalen, auf denen eine fein skalierbare Benutzerverwaltung erforderlich ist. Durch die standardmäßig mitgelieferten Module, wie Kommentarfunktion, Bewertung, Forum, Blogs etc. ist Drupal bestens geeignet für den Aufbau von Community-Websites, auf denen die User ihr Wissen einbringen und durch Interaktivität einbezogen werden sollen. Also ganz im Trend des Web 2.0.

Aber Drupal kann noch mehr. Mit Drupal lassen sich, wie mit anderen CM-Systemen, auch kommerzielle Firmenpräsentationen bestens aufbauen. Gut geeignet ist das System auch für den Aufbau von Wiki-Systemen, als Wissensportal für Mitarbeiter im Intranet.

Weltweit und auch in Deutschland wird Drupal immer häufiger für die Verwaltung und Pflege einer Website eingesetzt. Die Statistik in Google Trends belegt, dass Drupal bei den OpenSource-Systemen ganz vorne mitmischt und das weltweit sogar deutlich vor dem bekanntesten CMS Typo3.

Google Trends: Vergleich weltweit
[Search Trends: drupal, joomla, typo3]

Google Trends: Vergleich nur Deutschland
[Search Trends: drupal, joomla, typo3]

Auch immer mehr Firmen vertrauen mittlerweile auf den Einsatz eines OpenSource-CMS und wissen die Vorteile gegenüber einer kommerziellen Lösung zu schätzen. Dabei spielen die oft sehr hohen Anschaffungskosten eines kommerziellen CMS sicherlich die größte Rolle. Aber auch die kontinuierliche Weiterentwicklung eines OpenSource-CMS durch die User-Community und die kostengünstige Aufstockung des Systems mit geeigneten System-Erweiterungen sind an der Entscheidung für eine OpenSource-Lösung maßgeblich beteiligt.

Die bekanntesten OpenSource-Systeme im Vergleich

Wer die Wahl hat, hat die Qual! Bei der Vielzahl der angebotenen Content Management Systeme ist die Entscheidung für das richtige CMS nicht leicht. Die Wahl sollten Sie immer in Abhängigkeit der spezifischen Anforderungen Ihrer Website treffen. Auch ein Blick in die Zukunft und Fragen wie:

  • Welche Features sollen zu einem späteren Zeitpunkt noch integriert werden?

  • Ist eine frei definierbare Vergabe von Benutzerrechten erforderlich? etc.

können die Entscheidung erleichtern.

Ob Drupal das richtige CMS für Sie ist? Als kleine Entscheidungshilfe habe ich in der folgenden Tabelle die wichtigsten Merkmale der drei bekanntesten OpenSource-Systeme Drupal, Joomla! und Typo3 einmal gegenüber gestellt.

Drupal

Joomla!

Typo3

Website

www.drupal.org

www.joomla.org

www.typo3.org

Webserver

Alle

Apache, IIS

Apache, IIS und andere

Datenbank

MySQL, PostgresSQL

MySQL

MySQL, PostgresSQL, Oracle und andere

Scriptsprache

PHP

PHP

PHP und Typoscript

Layoutvorlagen
 (Templates)

Themes, xhtml-Standard, barrierefrei

Templates inkl. PHP, CSS- und JavaScript. Ab Joomla! 1.5 auch barrierefrei.

Templates inkl. TypoScript, xhtml-Standard, barrierefrei

Content-Bearbeitung (WYSIWYG)

Ja, aber Editor muss zusätzlich installiert werden (z. B. FCKeditor oder TinyMCE). Teils Anpassungen in Konfigurationsdateien notwendig

Ja, mit Standard-editor: TinyMCE. Andere Editoren können komfortabel nachinstalliert werden.

Ja, Richtext-Editor (RTE), alternativ auch andere.

Multi-Site Management

Ja

Nein

Ja

Mehrsprachigkeit

Ja

Ja (mit Erweiterung wie Joomfish)

Ja

Workflow Versionsmanagement

Ja, integriertes Workflow- und Versionsmanagement

Ja, aber nur sehr einfaches Workflow-Management

Ja, für Live- und Entwurfsworkspace, beliebig erweiterbar

Benutzer- und Rechtevergabe

Ja, frei definierbar

Nur vordefinierte Gruppen. keine individuelle Rechtevergabe möglich

Ja, frei definierbar

Showroom/Beispielsites

www.drupalcenter.de/showroom
drupalsites.net

www.joomlaos.de/webseiten.html
joomlalinks.de

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Über die Autorin:

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Kerstin Dankwerth arbeitet seit 1996 als Grafikerin und Web-Entwicklerin im Netz. Zu ihren Stammkunden gehören u.a. akademie.de, 104I9 OldieStar Radio, FDP Berlin,

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