Das kostenlose CMS Drupal - Installation und Verwaltung für Einsteiger

Frontend und Backend, Grundeinstellungen, Themes

Suchmaschinenfreundliche, lesbare URLs

Ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des geeigneten CMS ist die Möglichkeit, von den dynamischen Seiten suchmaschinenfreundliche, lesbare URLs generieren zu lassen. In der Praxis werden die suchmaschinenfreundlichen URLs auch oft als SEFs bezeichnet. SEF ist die Abkürzung für den englischen Begriff Search Engine Friendly URL.

Drupal stellt diese Funktion im Basispaket standardmäßig zur Verfügung. Während der Installation können im letzten Schritt 'Website konfigurieren' die lesbaren URLs aktiviert werden.

Für die Ausgabe der lesbaren URLs muss der Apache-Webserver das mod_rewrite Modul geladen haben. Drupal überprüft dies während der Installationsroutine gleich mit. Ist das mod_rewrite Modul auf dem Webserver nicht aktiviert, lassen sich die lesbaren URLs im Installationsschritt 4 'Website konfigurieren' nicht einschalten.

Bild vergrößernLesbare URLs können nicht aktiviert werden.

In diesem Fall erscheint im Bereich Servereinstellungen unter den Auswahlfeldern der lesbaren URLs die in gelb hinterlegte Meldung: 'Ihre Systemkonfiguration unterstützt dieses Feature derzeit nicht. Die Handbuchseite für Clean URLs .... ' (1).

Lesbare URLs unter Xampp und Mamp

In der Xampp-Umgebung ist das mod_rewrite Modul standardmäßig aktiviert.

Wenn Sie die lesbaren URLs im Installationsschritt nicht aktivieren können, müssen Sie selbst Hand anlegen und in der Konfigurationsdatei des Apache die folgende Zeile ändern:
# LoadModule rewrite_module modules/mod_rewrite.so
in
LoadModule rewrite_module modules/mod_rewrite.so
(Die # Raute am Zeilenanfang muss gelöscht werden.)

Die Konfigurationsdatei des Apache heißt httpd.conf und liegt unter Xampp im Verzeichnis conf (C:\Programme\Xampp\conf\httpd.conf).

Unter Mamp ist das mod_rewrite Modul standardmäßig auch schon eingeschaltet, sodass keine Anpassung in der Konfigurationsdatei erforderlich ist.

Webserver - mod_rewrite prüfen

Ob auf Ihrem Online-Server das mod_rewrite Modul aktiviert ist, erfragen Sie am besten direkt bei Ihrem Provider. Alternativ dazu können Sie auch mit einer kleinen PHP-Datei die Konfiguration Ihres Webservers überprüfen.

Legen Sie dazu eine PHP-Datei mit beliebigem Namen an, zum Beispiel servertest.php. Die Datei muss nur den folgenden PHP-Befehl enthalten:

<?php
echo phpinfo();
?>

Übertragen Sie die Datei mit Ihrem FTP-Programm ins Hauptverzeichnis Ihres Online-Servers.

Beim Aufruf der Datei im Browser: http://www.ihredomain.de/servertest.php wird die Serverkonfiguration angezeigt.

Bild vergrößernDie Serverkonfiguration überprüfen

Interessant ist der Abschnitt apache2handler. Finden Sie dort unter dem Absatz Loaded Modules (1) den Eintrag mod_rewrite (2), ist das Modul mod_rewrite geladen und der Ausgabe der suchmaschinenfreundlichen URLs sollte nichts mehr im Wege stehen.

Beachten Sie in diesem Zusammenhang auch: Die Skriptsprache PHP kann auf zwei verschiedene Arten auf dem Server installiert sein.

  1. als Apache-Modul
    Ist PHP als Apache Modul installiert, finden Sie im ersten Abschnitt der PHP-Informationen den Eintrag: Server API: Apache 2.0 Handler.

  2. als CGI
    Ist PHP als CGI installiert, finden Sie im ersten Abschnitt der PHP-Informationen den Eintrag: Server API: CGI.

    Ist PHP auf dem Server als CGI installiert, finden Sie in den PHP-Informationen keinen Abschnitt apache2handler und auch keine Angaben zum mod_rewrite Modul.

    Obwohl es nicht angezeigt wird, ist das mod_rewrite Modul trotzdem auf den meisten Webservern geladen.

Wichtig: Wird das mod_rewrite Modul in den PHP-Informatioen nicht angezeigt, kann das also zwei Gründe haben:

  • Der Webserver unterstützt das mod_rewrite Modul nicht. Das ist beispielsweise bei den Standard-Serverpaketen von Strato der Fall.

  • Auf dem Webserver ist PHP nicht als Modul, sondern als CGI installiert. Ist das der Fall, wird das mod_rewrite Modul in den PHP-Informationen nicht angezeigt, auch wenn es im Webserver geladen ist. Das ist beispielsweise bei den Standard-Serverpaketen von domainfactory und 1&1 der Fall.

Vergleich: Lesbare/nicht lesbare URLs

Unterstützt Ihr Server das mod_rewrite-Modul, werden die URLs von der Rewrite Engine des Apache gemäß den in der .htaccess-Datei definierten Regeln in suchmaschinenfreundliche URLs umgeschrieben.

Beim Umschreiben der URLs geht es in der Hauptsache darum, dass in den URLs keine Fragezeichen '?' und keine GET-Parameter '&' mehr enthalten sind.

Google indiziert zwar auch dynamische URLs, die solche Parameter enthalten, Suchmaschinen-Experten raten jedoch immer noch dazu, auf die Ausgabe lesbarer URLs, oft auch als statische URLs bezeichnet, nicht zu verzichten.

Den unterschiedlichen Aufbau der URLs zeigen die folgenden Beispiele.

1. Beispiel: Ein Artikel

Nicht lesbare URL:
http://www.ihredomain.de/?q=node/10
Lesbare URL:
http://www.ihredomain.de/node/10

2. Beispiel: Ein Blogeintrag

Nicht lesbare URL:
http://www.ihredomain.de/?q=node/4
Lesbare URL:
http://www.ihredomain.de/node/4

3. Beispiel: Seite - Mein Konto

Nicht lesbare URL:
http://www.ihredomain.de/?q=user/1
Lesbare URL:
http://www.ihredomain.de/user/1


Die lesbaren URLs enthalten keine Fragezeichen und keine Get-Parameter.

Umschreiben der URLs mit dem Path-Modul

Neben der Umstellung auf die lesbaren URLs ist im Drupal-Standardpaket noch das Modul Path enthalten.

Das Modul ermöglicht es, für die Inhalte einen Alias zu hinterlegen. So ist es beispielsweise möglich, die Kontaktseite mit der lesbaren URL http://www.ihredomain.de/node/5 mit Vergabe des Alias umzuschreiben in: http://www.ihredomain.de/kontakt.html.

Das Path-Modul ist nach der Installation nicht aktiviert.

Über die Befehlsfolge: Hauptmenü > Verwalten > Strukturierung > Module oder über die Backend-Startseite > Bereich Strukturierung > Module können Sie das Path-Modul aktivieren (1).

Bild vergrößernDas Path-Modul aktivieren

Nach Aktivieren des Moduls finden Sie dann beim Erstellen eines neuen Inhalts, im unteren Teil des Bearbeitungsfenster, den zusätzlichen Parameter: URL-Alias-Einstellungen/URL path settings.

Bild vergrößernURL-Alias für den Inhalt hinterlegen

Mit Klick auf den Textlink URL-Alias-Einstellungen (1) klappt das Parameterfeld herunter und Sie können die gewünschte URL eintragen.

Beim Aufruf der Seite im Frontend wird im Browser jetzt die URL ausgegeben, die Sie in den Parametern als URL-Alias eingetragen haben.

Bild vergrößernURL-Alias der Seite im Frontend

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Über die Autorin:

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Kerstin Dankwerth arbeitet seit 1996 als Grafikerin und Web-Entwicklerin im Netz. Zu ihren Stammkunden gehören u.a. akademie.de, 104I9 OldieStar Radio, FDP Berlin,

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