Leitfaden für Vereinsgründer

So gründen Sie einen Verein (e.V.)

Von: Ana Mihelcic-Bethge
Stand: 22. Mai 2007
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Über die Autorin:

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Ana Mihelcic-Bethge ist Volljuristin und Mediatorin in Berlin. Ihre langjährige Arbeit in Vereinen führte sie zu ihren beruflichen Tätigkeitsschwerpunkten, dem Vereinsrecht und der Mediation.

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Der e.V.

Ein Verein kann zu ganz unterschiedlichen Zwecken gegründet werden - bestimmte Formalitäten bei der Gründung und Organsation des Vereins bleiben jedoch immer gleich. Dieser Leitfaden erklärt Ihnen, was bei der Vereinsgründung auf Sie zukommt und welche Voraussetzungen Sie bei den Anmeldeformalitäten, der Vereinssatzung, der Gründungsversammlung und der Vorstandswahl beachten müssen. Außerdem enthält dieser "Ratgeber Vereinsgründung" eine Muster-Satzung und viele Praxis-Tipps.

Vereine gibt es überall: Deutschland ist ein Land mit einer regen Vereinskultur. Sie prägen das Bild unserer Gesellschaft, fast jeder erwachsene Deutsche ist Mitglied in einem Verein, ebenso viele Kinder und Jugendliche. Welche Voraussetzungen für eine Vereinsgründung bestehen und wie man selbst einen Verein gründen kann, ist dagegen kaum bekannt.

Was ist eigentlich ein Verein? Was sind die Voraussetzungen für einen "e.V."? Wie gründe ich einen Verein? Was sind die Vorteile eines Vereins? Diese und ähnliche Fragen sollen in diesem Beitrag eine Antwort finden.

Es gibt viele Gründe, einen Verein zu gründen!

  • Befreundete Eltern wechseln sich bei der Kinderbetreuung ab. Immer öfter kommen auch Kinder von Bekannten und Kollegen dazu. Eines Tages entsteht die Idee, eine Kita zu gründen.

  • Die Absolventen einer Fakultät möchten nach dem Abschluss ein jährliches Ehemaligentreffen veranstalten. Sie wollen auch nach dem Studium untereinander und mit der Universität in Kontakt bleiben, um sich beim Berufeinstieg gegenseitig zu unterstützen.

  • Eine Gruppe von Lehrern und Eltern verschiedener Nationalitäten findet sich bei einem Schulfest zusammen und beklagt die Schwächen des Angebots zur Integration von Kindern ausländischer Herkunft. Das Thema lässt die Beteiligten nicht mehr los, sie treffen sich fortan regelmäßig. Die Idee zu einem konkreten Projekt nimmt Gestalt an.

  • Gesundheits- und umweltbewusste Gourmets wollen angesichts von Lebensmittelskandalen und Genfood gemeinsam im Dienste des Genusses die ökologisch einwandfreie, regional- und saisonale Küchenkultur pflegen und verbreiten.

Die geeignete Organisationsform in all diesen Fällen ist ein Verein!

Der Verein - rechtlich betrachtet

Einen Verein kennzeichnet, dass sich

  • mehrere Personen (mindestens 7)

  • auf eine gewisse Dauer

  • zu einem gemeinsamen Zweck

  • unter einem gemeinsamen Namen zusammenfinden,

  • der Verein durch einen Vorstand vertreten wird

  • und sein Fortbestehen vom Wechsel der Mitglieder unabhängig ist.

Das Bürgerliche Gesetzbuch behandelt den "nicht wirtschaftlichen Verein" oder "Idealverein" und den "wirtschaftlichen Verein".

Beide unterscheiden sich nach ihrem Vereinszweck. Der wirtschaftliche Verein ist auf den Betrieb eines Geschäftsbetriebes gerichtet, der Idealverein nicht. Im Idealverein ist ein wirtschaftlicher Zweck dem ideellen stets eindeutig untergeordnet, auch wenn z. B. ein Sportverein als Nebenzweck ein Vereinslokal betreibt. Steuerliche Vergünstigungen gibt es nur für Idealvereine.

Im Rahmen des Idealvereins unterscheidet das Bürgerliche Gesetzbuch wiederum den rechtsfähigen Verein (§§ 21-53) und den nichtrechtsfähigen Verein (§ 54). Der "rechtsfähige Idealverein" hat in der Praxis viele, insbesondere haftungsrechtliche Vorteile und wird uns hier beschäftigen.

Die einschlägigen Vorschriften sind durchaus auch für Laien verständlich, Sie können sie jederzeit im Internet nachlesen.

Die Rechtsfähigkeit - der e.V.

Die Rechtsfähigkeit erlangt ein Verein durch die Eintragung in das Vereinsregister des Amtsgerichtes, in dessen Bezirk er seinen Sitz hat. Mit der Eintragung wird sein Name durch das Kürzel e.V. ergänzt. Das heißt "eingetragener Verein".

Rechtsfähigkeit bedeutet, dass der Verein selbst Träger von Rechten und Pflichten werden kann. Er wird damit zu einer eigenständigen, juristischen Person.

Das hat in der Praxis zahlreiche Vorteile. Hier seien nur einige genannt:

  • Der Verein kann - wie eine natürliche Person - ein eigenes Vermögen bilden. Das einzelne Mitglied haftet grundsätzlich nicht für Vereinsschulden, diese werden aus dem Vereinsvermögen bestritten.

  • Fördermittel gibt es fast ausschließlich für einen e.V. als juristische Person.

  • Ein rechtsfähiger Verein kann im eigenen Namen klagen und verklagt werden.

Überblick Vereinsgründung: Wie gründe ich einen e.V.?

Die wichtigsten Voraussetzungen zunächst im Überblick:

  • Finden Sie insgesamt mindestens 7 Mitglieder.

  • Formulieren Sie eine Vereinssatzung.

  • Halten Sie eine Gründerversammlung ab - mindestens zu siebt.

  • In diesem Rahmen verabschieden Sie die Satzung, führen die ersten Wahlen durch und protokollieren die Sitzung.

  • Melden Sie Ihren Verein zur Eintragung beim Vereinsregister an.

Auch eine Möglichkeit: Der "Nicht-e. V."

Eine schnelle und unbürokratische Möglichkeit, zu einem Verein zu kommen, ist es, auf die Eintragung zu verzichten und sich auf einen einfachen Verein bürgerlichen Rechts zu beschränken. Diese Konstruktion und ihre Vor- und Nachteile gegenüber dem eingetragenen Verein schildern wir im Beitrag
"Schnell gegründet, nicht eingetragen - und trotzdem gemeinnützig: Der einfache Verein bürgerlichen Rechts".

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Ihre Wertung:

 

e. V. Gründung

Hallo,

- Können die (mindestens) 7 Gründungsmitglieder auch Ausländer sein?
- Können diese Ausländer Ihren Wohnsitz auch im Ausland haben?
- Können deutsche Vereine Ableger im Ausland haben?
- Umgekehrt, kann ein ausländischer Verein einen Ableger hier in Deutschland als e.V. gründen?
Grüße,
E. Bernhard

"Ausländerverein"

Hallo,

im Vereinsrecht gibt es den so genannten "Ausländerverein", dessen Mitglieder und Vorstand ausschließlich oder überwiegend (Nicht-EU-)-Ausländer sind, und den "ausländischen Verein", der trotz Sitz im Ausland seine Tätigkeit auf Deutschland konzentriert (§§ 14, 15 VereinsG). Diese Paragraphen beziehen sich auf Verbotsgründe, daraus folgt im Umkehrschluss aber, dass es bei Nichtvorliegen solcher Verbotsgründe keine Ursache gibt, die Gründung eines Vereins mit satzungsgemäßem Sitz in Deutschland grundsätzlich nicht anzuerkennen.

Und auch im für die Vorschriften zur Vereinsgründung etc. einschlägigen BGB-Paragraphen §§ 21- 79 BGB und speziell in den für die nach § 60 BGB für die Eintragung entscheidenden §§ 56 - 59 steht nirgends, dass die zitierten sieben Gründungsmitglieder (§ 56) einer bestimmten Nationalität sein müssten o. ä.

Im Prinzip sehe ich auch nicht, warum ein Verein keinen Unterverein im Ausland haben sollte, in jedem Fall wird aber bei grenzüberschreitenden Ablegern die Gemeinnützigkeit nachgewiesen werden müssen. Schon deshalb sollten Sie solche Fragen mit einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater besprechen, der sich mit Vereinsrecht auskennt.

Beste Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion

KEINE gemeinnützigen Ziele eines Vereins-Bedeutung

Beispiel für ein Elternverein : Was bedeutet " Der Verein hat KEINE gemeinnützigen Ziele" ?

Antwort: KEINE gemeinnützigen Ziele eines Vereins-Bedeutung

Guten Tag,
verfolgt ein Verein keine gemeinnützigen Ziele (oder wird die Gemeinnützigkeit nicht beantragt bzw. nicht anerkannt) darf der Verein keine steuerlich abzugsfähigen Spendenquittungen ausstellen. Mit anderen Worten: Spender können ihre Spenden nicht als Sonderausgaben bei der Einkommensteuererklärung geltend machen. Entsprechend geringer ist erfahrungsgemäß die Spendenbereitschaft.

Nachteile für die eigentliche Vereinstätigkeit gibt es nicht. Auch existiert keine Notwendigkeit oder gar Pflicht, die Gemeinnützigkeit zu beantragen. Fehlende Gemeinnützigkeit ist kein Makel.

Viele Grüße
Robert Chromow

Unterschied zwischen einfachen eV und gemeinnützigen eV

Hallo

wir möchten einen muttersprachlichen Verein Gründen. Eine Satzung ist bereits zusammengestellt und 7 Mitglieder vorhanden. ABER:
1. Welche Unterschiede gibt es zwischen einfachen e.V und gemeinnützigen e.V bzw. Vorteile
2. Welche Art des Vereins ist dafür geeignet
sollte es auch mit Zusatz Elternverein eingetragen werden?
3. Welche Rolle spielt das Finanzamt dabei und was sollte beachtet werden?

danke
Annabel B.

Antwort: Unterschied zwischen einfachen eV und gemeinnützigen eV

Hallo Annabel,
vorweg: "gemeinnützig" im Sinne des § 52 der Abgabenordnung (AO)
http://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__52.html
... können nicht nur Vereine sein. Eine bestimmte "Art" (?) des Vereins ist nicht vorgeschrieben.

Das Finanzamt spielt dabei die Hauptrolle: Bescheinigt das Finanzamt einem Verein oder einer anderen Körperschaft (z. B. einer GmbH) die Gemeinnützigkeit, gehen damit direkte steuerliche Vorteile einher (z. B. die teilweise Befreiung von Körperschafts- und Gewerbesteuer und die teilweise Ermäßigung der Umsatzsteuer auf Vereinsleistungen). Außerdem ergeben sich indirekte Vorteile, weil gemeinnützige Vereine Spendenbescheinigungen für Zuwendungen ausstellen dürfen und somit für potenzielle Spender attraktiver sind.

Ausführlichere Informationen über den Weg zur Anerkennung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt finden Sie in den Beiträgen ...

"Anerkennung der Gemeinnützigkeit - Vereine und Finanzamt"
http://www.akademie.de/wissen/anerkennung-gemeinnuetzigkeit-vereine-fina... und
"Vereinsrecht: Der gemeinnützige, eingetragene Verein"
http://www.akademie.de/wissen/gemeinnuetzig-verein-vereinsrecht

Am besten lassen Sie sich bei der Anerkennung der Gemeinnützigkeit Ihres Vereins von einem Steuerberater oder Rechtsanwalt unterstützen.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Unterschied zwischen einfachen eV und gemeinnützigen eV

Hallo Herr Chromow,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

über den gemeinnützigen Verein hab ich vieles gelesen aber über den einfachen eingetragenen Verein leider nicht viel gefunden deswegen ist es wichtig die wesentliche Unterschiede zu verstehen.

Also wäre ein "eifacher eV" geeigneter für den Elternverein bzw. muttersprachlichen Verein als der gemeinnütziger eV, zumindest für den Anfang.

Meine Problematik liegt darin:
1. darf ein einfacher Verein Spendenbescheinigungen ausstellen
2. muss gegenüber dem Finanzamt (außer der Anerkennung) auch noch jährlich eine Steueranmeldung oder andere Finanzangelegenheiten erfolgen . Es geht um einen ganz einfachen Elternverein dessen Hauptziel die Weiterbildung der Muttersprache und Kultur ist.

vielen Dank
Annabel B.

Rechtsfähigkeit

Nicht eingetragene Verein werden meines Wissens in der Rechtsprechung oft so behandelt, wie eingetragene Vereine, also denselben BGB-Paragraphen unterworfen etc. Aber: Ein e.V. ist durch die Eintragung im Register auch eine rechtsfähige Körperschaft. Ein nicht eingetragener Verein muss damit leben, dass seine Rechtsfähigkeit in Zweifel stehen kann und er evtl. als GbR dasteht.

Wenn Ihr nicht eingetragener Verein vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt ist, darf er meiner unmaßgeblichen Meinung nach auch Spendenquittungen ausstellen (die anerkannt werdne, Quittungen ausstellen darf man ja sowieso immer). Und natürlich ist er im Gegenzug rechenschaftspflichtig, schon weil die Gemeinnützigkeit vom Finanzamt ja immer wieder überprüft wird.

Wie gesagt: Das ist nur meine Laienmeinung.

Beste Grüße
Erwin Lindemann

Einrichtungsgründung

Da ich bereits eine Anfrage stellte, diese aber inzwischen von älteren landete, versuche ich es erneut. Eine Kollegin und ich möchten eine Betreuungseinrichtung mit Hilfe eines Vereins gründen, dazu wollen wir mit diesem Verein Mittel zur Mitfinanzierung erwirken. Ist dieses ohne weiteres möglich? Welche details müssen in der Satzung zur Anerkennung der Gemeinnützigkeit enthalten sein?

Über hilfreiche Antworten würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Benjamin Lutze

Antwort: Einrichtungsgründung

Hallo Herr Lutze,
vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Bitte beachten Sie, dass eine Einzelfallberatung an dieser Stelle weder möglich noch zulässig ist. Deshalb nur ganz allgemein:

Der Betrieb einer gemeinnützigen Betreuungseinrichtung in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins ist durchaus zulässig.
Ausführlichere Informationen über den schwierigen Weg zur Anerkennung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt finden Sie im Beitrag:
http://www.akademie.de/wissen/anerkennung-gemeinnuetzigkeit-vereine-fina...

Davon abgesehen: Mit weitergehenden Fragen zu Ihrem konkreten Einzelfall wenden Sie sich am besten an einen Steuerberater, der sich im Gemeinnützigkeitsrecht auskennt: Verlassen Sie sich bloß nicht auf eine schnelle Internetrecherche mit windigen Tipps für eine selbst gebastelte Gemeinnützigkeits-Satzung: Das kann bei einem vermutlich ziemlich aufwendigen Projekt wie dem Ihren ein böses und teures Erwachen geben.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Umwandlung n.e.V in e.V.

Vielen dank für den schönen Beitrag. Es ist doch aber möglich einen Vereinen, der mit weniger als 7 Mitgliedern gegründet wurde, in einen e.V. umzuwandeln sobald die 7 Mitglieder da sind oder? Welche Unterlagen müsste man dazu beim Notar beurkunden lassen und einreichen? Ich nehme mal an:
- Protokoll der Gründungsversammlung oder andere Dokumente aus denen hervorgeht dass der Verein sobald die Mindestzahl Mmitglieder erreicht ist eingetragen werden soll,
- Satzung
- Nachweis über den Mitgliederstand

Und dann damit zum Notar zur Eintragungs ins Vereinsregister.

Gemeinnützigkeit und Geldeinnahme

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,

eine Kollegin und ich möchten eine Betreuungseinrichtung eröffnen und dazu einen Verein vorschalten. Die Gemeinnützigkeit soll anerkannt werden und durch Spenden das o.g. Vorhaben mitfinanziert werden, ist dieses so möglich? Was muss in der Satzung festgehalten werden um diesen Zweck so realisieren zu können?

Über hilfreiche Antworten würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Benjamin

Verein als Träger

hallo Benjamin,

ja, dass eine gemeinnützige Einrichtung einen Verein als Träger hat, dessen Zweckbetrieb die Einrichtung ist, dass ist eine sehr verbreitete, bewährte Konstruktion.

Und ja, ein vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannter Verein kann abzugsfähige Spenden sammeln. Es gibt einige grundsätzliche Dinge, die z.B. bei der Satzung und den Vergütungen für die Vorstandsmitglieder zu beachten sind, weil Abweichungen die Gemeinnützigkeit gefährden. Hinweise dazu stehen ja schon in dem Beitrag oben, weitere Informationen finden Sie in den Leitfäden

* "Vereinsrecht: Der gemeinnützige, eingetragene Verein"
http://www.akademie.de/wissen/gemeinnuetzig-verein-vereinsrecht

und
* "Anerkennung der Gemeinnützigkeit - Vereine und Finanzamt"
http://www.akademie.de/wissen/anerkennung-gemeinnuetzigkeit-vereine-fina...

Vielleicht auch von Interesse:
* "Gemeinnützige GmbH oder gemeinnütziger Verein - welche Rechtsform für welchen Zweck?"
http://www.akademie.de/wissen/gemeinnuetzige-gmbh-ggmbh-verein/gemeinnue...

Für eine auf Ihren konkreten Einzelfall ausgerichtete Beratung sollten Sie mit einem Rechtsanwalt sprechen, der sich in Vereinsrecht und ggf. Sozialrecht gut auskennt.

Viel Erfolg wünscht
Ihre akademie.de-Redaktion
S. Hengel

Antwort: Umwandlung n.e.V in e.V.

Guten Tag,
ein n.e.V. lässt sich durchaus in einen e.V. umwandeln. Da der e.V. eine eigene juristische Person darstellt, ist für dessen "Geburt" allerdings die komplette Gründungsprozedur erforderlich. Eine Absichtserklärung in der Satzung des n.e.V. reicht nicht aus.
Woraus sonst noch zu achten ist, erfahren Sie weiter oben im "Leitfaden für Vereinsgründer".
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Umwandlung n.e.V in e.V.

Hmm, entweder reden wir aneinander vorbei oder ich hab was missverstanden.
Also das heißt, selbst wenn bei der Gründung des n.e.V. schon von den Gründern beschlossen wird, bei erreichen der Mindestmmitgliedszahl einen e.V. zu machen, muss es dann wenn es soweit ist, eine neue "Gründungsversammlung" geben? Oder würde dann eine Mitgliederversammlung reichen, auf der dieser Beschluss gefasst wird?

Danke vorab.

Antwort: Umwandlung n.e.V in e.V.

Hallo,
es tut mir leid, wenn ich mich missverständlich ausgedrückt und wir deshalb aneinander vorbeigeredet haben:
Aus einem n.e.V. können Sie nicht einfach per Beschluss der Mitgliederversammlung einen e.V. machen. Der e.V. ist nun einmal eine eigene juristische Person, an deren "Geburt" der Gesetzgeber bestimmte Voraussetzungen geknüpft hat. Dazu gehört unter anderem eine Gründungsversammlung mit mindestens sieben Gründungsmitgliedern und die Wahl eines Vorstands. (mehr dazu weiter oben im Text).

Andererseits: Wenn es bereits einen funktionierenden n.e.V. mit Satzung, sieben und mehr Mitgliedern und womöglich Leitungsfunktionen gibt, sollte sich der rein formale e.V.-Gründungsakt doch kurz und schmerzlos machen lassen, oder?

Viel Erfolg bei Ihrem Vorhaben und freundliche Grüße
Robert Chromow

Leitfaden

Der Leitfaden ist sehr gut und übersichtlich.
Aber auf ene spezielle Frage habe ich leider keine Antwort gefunden.
heißt es der 1. Vorstand oder der erste Vorsitzende
ist es der Kassenwart oder der Finanzverwalter

Bezeichnung ist nicht vorgeschrieben

laut § 26BGB http://dejure.org/gesetze/BGB/26.html ist zwar vorgeschrieben, dass der Verein einen Vorstand haben muss, und § 30 sieht vor, dass es für besondere Aufgaben besondere Vertreter geben kann. Aber ob die nun als Vorstand, Leitende Wichtigkeit oder Erster vorsitzender des Zentralrats der Vorstandsmitglieder bezeichnet werden, dass ist m.W. nach frei regelbar. Genau so für Kassenwart, Finanzverwalter oder Krötenbeauftragter.

x.

Die Gemeinnützigkeit

Guten Tag und vielen Dank für diesen Artikel!

Ich habe dennoch eine Frage über die Gemeinnützigkeit:

1. Ich habe nicht verstanden, ob diese bei der Gründung eines Vereins zu beweisen ist, oder nicht erforderlich. Ändert es sich? In einer Antwort von Herrn Chromow schreibt dieser: Antwort von Herrn Chromow schreibt dieser, dass diese "bei einem e.V. im Unterschied zum n.e.V. üblicherweise vorausgesetzt werden kann."
In welchen Fälle wird sie vorausgesetzt?

2. Was bringt dem Verein so ein "Status"? Ist die Gemeinnützigkeit bei der Förderung des Vereins ein Vorteil?

Ich freue mich sehr auf Ihre Antwort, und noch vielen dank für Ihre Arbeit.

Liebe Grüße,
Cécile

Gemeinnützigkeit und deren Anerkennung durch das Finanzamt

Hallo Cécile,

in Ergänzung zu Roberts Erklärungen noch zwei Linktipps - wir haben nämlich gleich zwei Beiträge, die sich mit dem Thema "Gemeinnützigkeit" befassen:

Anerkennung der Gemeinnützigkeit - Vereine und Finanzamt
http://www.akademie.de/wissen/anerkennung-gemeinnuetzigkeit-vereine-fina...

Vereinsrecht: Der gemeinnützige, eingetragene Verein
http://www.akademie.de/wissen/gemeinnuetzig-verein-vereinsrecht

Der erste Beitrag ist eher praktisch gehalten, der zweite eher grundsätzlich. Informativ sind sie beide. :-)

Die Gemeinnützigkeit wird immer vom Finanzamt anerkannt - oder halt auch nicht. Und kann später auch wieder aberkannt werden, auch rückwirkend. Es handelt sich nämlich um eine steuerrechtliche Eigenschaft mit zwei Vorteilen: Erstens spart der Verein selbst jede Menge Steuern, und zweitens kann er für Spenden Quittungen ausstellen, die dem Spender Steuern sparen helfen.

Das Finanzamt prüft deshalb auch bei dem neuen Verein - der zunächst ja mal als normale steuerpflichtige Körperschaft gilt - ob Gemeinützigkeit vorliegt. Und das wird zunächst ganz formal betrachtet, die schauen sich die Satzung an. Die Vereinssatzung muss eine ganze Reihe von Bestimmungen enthalten, damit der Verein gemeinnützig sein kann. Sonst wird er gar nicht erst als gemeinnützig anerkannt. Dazu gehören Feinheiten wie beispielsweise die, das die Satzung vorschreiben muss, dass eine festgelegte, ebenfalls gemeinnützige Körperschaft das Vereinsvermögen bekommt, wenn der Verein aufhört zu existieren. Wird eine solche Regelung vergessen, ist der neue Verein schon erst mal nicht mehr gemeinnützig.

Aber das steht eigentlich alles in dem Beitrag oben und den beiden verlinkten Leitfäden.

Viel Erfolg mit Eurem Verein!

die akademie.de-Redaktion
Simon Hengel

Gemeinnützigkeit

Vielen Dank für Ihre hilfsreichen Antworten. Ich werde mir die beiden Leitfäden anschauen.

Mit freundlichen Grüßen,
Cécile

Antwort: Die Gemeinnützigkeit

Hallo Cécile,
Sie haben Recht: meine zugespitzte (in einem anderen Zusammenhang getroffene) Feststellung, dass die Gemeinnützigkeit "bei einem e.V. im Unterschied zum n.e.V. üblicherweise vorausgesetzt" werden kann, ist missverständlich. Insbesondere bedeutet sie nicht, dass bei jeder Eintragung eines e.V. die Gemeinnützigkeit nachgewiesen werden muss!
Vereinsgründung und Gemeinnützigkeit bedingen einander nicht - weder in der einen noch in der anderen Richtung: Es gibt sowohl nicht gemeinnützige Vereine als auch gemeinnützige Körperschaften, die keine Vereine sind.
Der wichtigste Vorteil der Gemeinnützigkeit ist, dass Spenden vom Finanzamt (beim Zuwendungsgeber) als Sonderausgaben anerkannt werden. Das wiederum erhöht erfahrungsgemäß die Bereitschaft, zu spenden.
Dass die Gemeinnützigkeit eine Voraussetzung für die Vergabe von Fördermitteln ist, lässt sich m. W. nicht verallgemeinern. Sie besprechen diese Frage am besten im konkreten Einzelfall mit einem Steuerberater, der oder die sich im Gemeinnützigkeitsrecht auskennt.
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Vereins- Vorstands- Entscheidung unerwünscht

Hallo liebe Vereins- Freunde,

soweit ich das übersehen kann, ist die Frage vom 08.11.2008 noch nicht klar beantwortet: Was können Mitglieder unternehmen, wenn sie mit einer Vorstands- Entscheidung nicht einverstanden sind.

Meine Ideen dazu wären:

1. Unverzüglich das direkte Gespräch mit dem Vorstand, z.B. auf dessen nächster Sprechstunde, suchen um so vielleicht eine neue Entscheidung herbeizuführen,

2. bei Ablehnung der Änderungsvorstellungen unbedingt auch die weiteren Vereins- Mitglieder zu dem Thema informieren und dazu vielleicht auch eine von gleichgesinnten Mitgliedern unterzeichnete schriftliche Eingabe erstellen und an den Vorstand richten,

3. wenn zeitnah die nächste Vereins- Versammlung ansteht, dann unbedingt schriftlich die Hereinnahme dieses Themas als Tagesordnungspunkt beantragen,

4. wenn dies unberücksichtigt bleibt, auf der Mitgliederversammlung selbst per Wortmeldung die Aufnahme dieses neuen Tagesordnungspunktes verlangen und den Wortlaut schriftlich der Versammlungsleitung dazu vorlegen,

5. wenn auch dies nicht zum Erfolg führt: § 37 BGB sieht hier eine klare gesetzliche Regelung vor, mit der eine Vereins- Versammlung herbeigeführt werden kann:

------------------------------------------------------------------

§ 37 Berufung auf Verlangen einer Minderheit

(1) Die Mitgliederversammlung ist zu berufen, wenn der durch die Satzung bestimmte Teil oder in Ermangelung einer Bestimmung der zehnte Teil der Mitglieder die Berufung schriftlich unter Angabe des Zweckes und der Gründe verlangt.

(2) Wird dem Verlangen nicht entsprochen, so kann das Amtsgericht die Mitglieder, die das Verlangen gestellt haben, zur Berufung der Versammlung ermächtigen; es kann Anordnungen über die Führung des Vorsitzes in der Versammlung treffen. Zuständig ist das Amtsgericht, das für den Bezirk, in dem der Verein seinen Sitz hat, das Vereinsregister führt. Auf die Ermächtigung muss bei der Berufung der Versammlung Bezug genommen werden.

------------------------------------------------------------------
Meisst enthalten ja auch die jeweiligen Vereins- Satzungen dazu bereits eigene Regelungen.

6. Wenn dann auch auf einer "erzwungenen" Mitgliederversammlung deer alte Vorstand nicht zur Veränderung seiner angegriffenen Entscheidung bereit ist, dann könnte auf der nächsten oder einer ausserordetlichen jahreshauptversammlung des Vereins dann schlicht deshalb ein neuer Vorstand gewählt wird ...

Mit freundlichen Grüssen aus Berlin,

Lutz Bernard, Ass. jur.

@anonym vom 1.11.

Für die gemeinschaftliche Verwaltung von Wohneigentum durch mehrere Parteien sieht das "Gesetz über das Wohnungseigentum und das Dauerwohnrecht" (WEG) eine besondere Form der Gesellschaft vor, die Wohnungseigentümergemeinschaft. Die ähnelt in vielen Hinsichten, etwa der Haftung, einer GbR, es gibt aber auch Unterschiede. Einige Informationen finden Sie in der Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Wohnungseigentümergemeinschaft, das WEG im Wortlaut finden Sie hier: http://www.gesetze-im-internet.de/woeigg/

Ein e.V. erscheint zur Verwaltung hier nicht geeignet. Sie sollten diese Fragen aber, weil ja stark einzelfallabhängig, auf jeden Fall durch eine anwaltliche Beratung abklären.

Guten Tag, danke für den wirklich ausfühlichen Artikel. Ich hätte da noch ein Anliegen. Ich habe ein Reihenhaus erworben. Wie sich im Nachhinein rausstellte ist die Rigole (Versickerungsanlge)anscheinend Gemeinschaftseigentum. Nun müsste zur Wartung und Instandsetzung Geld eingesammelt werden, dazu wollen wir eine Gemeinschaft gründen evt. mit einem Externen Verwalter. Zu welcher Rechtsform würden sie uns raten?
Vielen Dank!

Guten Tag AR,

vielen Dank für die freundlichen Worte. Auf den wirtschaftlichen Verein als rechtsfähige juristische Person gehen wir in diesem Beitrag aufgrund der bereits unten ausgeführten Umstände nicht näher ein: Diese Sonderform findet nur selten Anwendung, etwa bei Erzeugergemeinschaften oder auch bei Verwertungsgesellschaften, in diesen wenigen Fällen ist wohl eine Rechtsberatung ohnehin unumgänglich. Für den "Normalbedarf" bleiben für "Vereine" mit kommerzieller Zielsetzung dagegen nur die üblichen Rechtsformen etwa der Genossenschaft oder der Kapitalgesellschaft, die übrigens zumindest laut Wikipedia in der juristischen Systematik auch als Sonderfälle von Vereinen gelten.

beste Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion

Guten Tag Frau Mihelcic-Bethge,

vielen Dank für Ihren guten und informativen Beitrag zur Thematik Vereinsgründung.

Wenn ich mir noch eine Optimierung erlauben könnte:
In Ihrem Artikel wäre es angebracht noch kurz und knapp auf die Thematik eines wirtschaftlichen Vereins einzugehen, so wie es bereits hier in den Kommentaren zu lesen ist.
Dies würde den Artikel abrunden.

Mit besten Grüßen
AR

Ja, das haben Sie richtig verstanden.
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Frage:
Wenn ich das richtig verstanden habe, muss ein "e.V." NICHT zwangsläufig gemeinnützig sein?
Im Voraus vielen Dank für die Antwort.

Hallo Herr Kroepelin,
vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Sie schreiben:
> wir sind eine Ev. Freie Gemeinde - Glaubensgemeinde -
> wir sammeln keine Kollekte ein - wenn Missionare kommen, wird
> gesammelt und zu 100% mitgegeben - ab welcher Summe Geldgeschäfte
> muss ich einen Verein gründen?
Aus meiner Sicht müssen Sie überhaupt keinen Verein gründen. Erst wenn Ihre Gemeindemitglieder die Spenden steuerlich geltend machen wollen, müssen Sie gegenüber dem Finanzamt die Gemeinnützigkeit Ihrer Glaubensgemeinde nachweisen. Selbst dafür ist nicht unbedingt ein Verein vonnöten. Die Einzelheiten besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater oder fragen direkt beim Finanzamt nach.
Noch etwas: Wenn es sich um größere Bargeldbeträge handelt, könnte außerdem der Verdacht der Geldwäsche aufkommen. Informationen zu diesem Thema finden Sie zum Beispiel hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Geldw%C3%A4sche
Mit freundlichen Grüße
Robert Chromow

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