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Der e.V.

Ein Verein kann zu ganz unterschiedlichen Zwecken gegründet werden - bestimmte Formalitäten bei der Gründung und Organsation des Vereins bleiben jedoch immer gleich. Dieser Leitfaden erklärt Ihnen, was bei der Vereinsgründung auf Sie zukommt und welche Voraussetzungen Sie bei den Anmeldeformalitäten, der Vereinssatzung, der Gründungsversammlung und der Vorstandswahl beachten müssen. Außerdem enthält dieser "Ratgeber Vereinsgründung" eine Muster-Satzung und viele Praxis-Tipps.

Vereine gibt es überall: Deutschland ist ein Land mit einer regen Vereinskultur. Sie prägen das Bild unserer Gesellschaft, fast jeder erwachsene Deutsche ist Mitglied in einem Verein, ebenso viele Kinder und Jugendliche. Welche Voraussetzungen für eine Vereinsgründung bestehen und wie man selbst einen Verein gründen kann, ist dagegen kaum bekannt.

Was ist eigentlich ein Verein? Was sind die Voraussetzungen für einen "e.V."? Wie gründe ich einen Verein? Was sind die Vorteile eines Vereins? Diese und ähnliche Fragen sollen in diesem Beitrag eine Antwort finden.

Es gibt viele Gründe, einen Verein zu gründen!

  • Befreundete Eltern wechseln sich bei der Kinderbetreuung ab. Immer öfter kommen auch Kinder von Bekannten und Kollegen dazu. Eines Tages entsteht die Idee, eine Kita zu gründen.

  • Die Absolventen einer Fakultät möchten nach dem Abschluss ein jährliches Ehemaligentreffen veranstalten. Sie wollen auch nach dem Studium untereinander und mit der Universität in Kontakt bleiben, um sich beim Berufeinstieg gegenseitig zu unterstützen.

  • Eine Gruppe von Lehrern und Eltern verschiedener Nationalitäten findet sich bei einem Schulfest zusammen und beklagt die Schwächen des Angebots zur Integration von Kindern ausländischer Herkunft. Das Thema lässt die Beteiligten nicht mehr los, sie treffen sich fortan regelmäßig. Die Idee zu einem konkreten Projekt nimmt Gestalt an.

  • Gesundheits- und umweltbewusste Gourmets wollen angesichts von Lebensmittelskandalen und Genfood gemeinsam im Dienste des Genusses die ökologisch einwandfreie, regional- und saisonale Küchenkultur pflegen und verbreiten.

Die geeignete Organisationsform in all diesen Fällen ist ein Verein!

Der Verein - rechtlich betrachtet

Einen Verein kennzeichnet, dass sich

  • mehrere Personen (mindestens 7)

  • auf eine gewisse Dauer

  • zu einem gemeinsamen Zweck

  • unter einem gemeinsamen Namen zusammenfinden,

  • der Verein durch einen Vorstand vertreten wird

  • und sein Fortbestehen vom Wechsel der Mitglieder unabhängig ist.

Das Bürgerliche Gesetzbuch behandelt den "nicht wirtschaftlichen Verein" oder "Idealverein" und den "wirtschaftlichen Verein".

Beide unterscheiden sich nach ihrem Vereinszweck. Der wirtschaftliche Verein ist auf den Betrieb eines Geschäftsbetriebes gerichtet, der Idealverein nicht. Im Idealverein ist ein wirtschaftlicher Zweck dem ideellen stets eindeutig untergeordnet, auch wenn z. B. ein Sportverein als Nebenzweck ein Vereinslokal betreibt. Steuerliche Vergünstigungen gibt es nur für Idealvereine.

Im Rahmen des Idealvereins unterscheidet das Bürgerliche Gesetzbuch wiederum den rechtsfähigen Verein (§§ 21-53) und den nichtrechtsfähigen Verein (§ 54). Der "rechtsfähige Idealverein" hat in der Praxis viele, insbesondere haftungsrechtliche Vorteile und wird uns hier beschäftigen.

Die einschlägigen Vorschriften sind durchaus auch für Laien verständlich, Sie können sie jederzeit im Internet nachlesen.

Die Rechtsfähigkeit - der e.V.

Die Rechtsfähigkeit erlangt ein Verein durch die Eintragung in das Vereinsregister des Amtsgerichtes, in dessen Bezirk er seinen Sitz hat. Mit der Eintragung wird sein Name durch das Kürzel e.V. ergänzt. Das heißt "eingetragener Verein".

Rechtsfähigkeit bedeutet, dass der Verein selbst Träger von Rechten und Pflichten werden kann. Er wird damit zu einer eigenständigen, juristischen Person.

Das hat in der Praxis zahlreiche Vorteile. Hier seien nur einige genannt:

  • Der Verein kann - wie eine natürliche Person - ein eigenes Vermögen bilden. Das einzelne Mitglied haftet grundsätzlich nicht für Vereinsschulden, diese werden aus dem Vereinsvermögen bestritten.

  • Fördermittel gibt es fast ausschließlich für einen e.V. als juristische Person.

  • Ein rechtsfähiger Verein kann im eigenen Namen klagen und verklagt werden.

Überblick Vereinsgründung: Wie gründe ich einen e.V.?

Die wichtigsten Voraussetzungen zunächst im Überblick:

  • Finden Sie insgesamt mindestens 7 Mitglieder.

  • Formulieren Sie eine Vereinssatzung.

  • Halten Sie eine Gründerversammlung ab - mindestens zu siebt.

  • In diesem Rahmen verabschieden Sie die Satzung, führen die ersten Wahlen durch und protokollieren die Sitzung.

  • Melden Sie Ihren Verein zur Eintragung beim Vereinsregister an.

Auch eine Möglichkeit: Der "Nicht-e. V."

Eine schnelle und unbürokratische Möglichkeit, zu einem Verein zu kommen, ist es, auf die Eintragung zu verzichten und sich auf einen einfachen Verein bürgerlichen Rechts zu beschränken. Diese Konstruktion und ihre Vor- und Nachteile gegenüber dem eingetragenen Verein schildern wir im Beitrag
"Schnell gegründet, nicht eingetragen - und trotzdem gemeinnützig: Der einfache Verein bürgerlichen Rechts".

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c.k.

Unser Verein (Fanclub und daher gemeinnützig) wurde vor gut 10 Jahren gegründet und auch ordentlich notariell ins Vereinsregister eingetragen. Zur Zeit stellt sich bei uns die Frage nach der Steuernummer. Keiner von uns würde sie kennen. Die damaligen Gründungsmitglieder, die es eventuell noch wissen könnten, sind entweder verzogen (Ausgetreten und nicht mehr erreichbar) oder können sich nicht mehr erinnern.
Daher meine grundsätzliche Frage: Ist es bei jeder Vereinseintragung verpflichtend sich eine Steuernummer zu holen? Oder erfolgt die Zuweisung einer Steuernummer mit dem Eintrag im Vereinsregister? Sollte es wirklich der Fall sein, dass wir über 10 Jahre ohne Steuernummer unseren Verein betrieben haben, welche Konsequenzen hätte man zu erwarten?

Danke im Voraus

Steuernummer

Fragen Sie einfach das Finanzamt, das die Gemeinnützigkeit anerkannt hat oder sehen Sie auf dem Bescheid nach, mit dem die Gemeinnützigkeit anerkannt wurde.

Automatisch Mitglied bei Vereinsgründung?

Wenn die Vereinsgründungsversammlung abgehalten wird,ist dann automatisch Mitglied,wer dabei unterschrieben hat?Im Grunde ist man ja dann Gründungsmitglied und das Wort beinhaltet ja schon den Begriff des Mitglieds...

Ja, eben

Guten Tag,

das ist auch meine - völlig unmaßgebliche - Meinung: Wer das Gründungsprotokoll unterschreibt, ist Mitbegründer und damit Mitglied. Wenn eines der Mitglieder der Gründungsversammlung es vorzieht, den Verein in der beschlossenen Form bzw. mit der beschlossenen Satzung doch nicht beizutreten, dann müsste das in dem Gründungsprotokoll erwähnt werden, denke ich, jedenfalls sollte so jemand das Protokoll nicht unterschreiben.

Fragen zu einem konkreten Einzelfall besprechen Sie am besten mit einem auf Vereinsrecht spezialisierten Rechtsanwalt.

Beste Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion

Kann ich Vorstandsvorsitzende werden?

Vor einigen Jahren war ich stellv. Vorstandsvorsitzende in einem gemeinnützigen e.V., für den wir leider Insolvenz anmelden mussten.
Kann ich jetzt nach der längeren Zeit wieder einen neuen Verein gründen, als Vorstandsvorsitzende?
Lieben Dank!

Warum nicht?

Guten Tag,

bitte beachten Sie, dass eine Rechtsberatung hier nicht möglich ist. Deshalb nur ganz allgemein und als unmaßgebliche Einzelmeinung: Ein Gewerbeverbot oder die Untersagung der Geschäftsführung wie im GmbH-Recht gibt es meines Wissens für Vereine nicht. Um was für einen Verein handelt es sich denn? Und gab es eine Verurteilung wegen eines Insolvenzdeliktes? Problematisch dürfte es sein, wenn jemand das Amt als Kassenführer eines Vereins antritt, der eine Vorstrafe wegen Insolvenzstraftaten aufweist. Ansonsten sehe ich keine grundsätzlichen Einschränkungen. Ratschlag zum Einzelfall sollten Sie sich bei einem Rechtsanwalt für Vereinsrecht einholen.

Beste Grüße

Der GmbH eine e.V. koppeln

Guten Tag,
wir sind gerade dabei mit meinem Geschäftspartner zusammen eine GmbH zu gründen. Wir würden gerne einen Teil der Erlöse direkt an Hilfebedürftige spenden. Das soll automatisch direkt geschehen. Nun sind wir auf die Idee gekommen, gleich noch einen Verein zu gründen für hilfebedürftige Menschen in das wir monatlich Geld von der GmbH fließen lassen.
Welche steuerlichen Vorteile hätten wir hier, außer die bereits genannten?
Kann man beides GmbH und e.V. unter einem Dach führen?
Beste Grüße,
Max

GmbH und Verein

Guten Tag,

bitte beachten Sie: Eine Rechtsberatung ist nicht möglich, nur allgemeine Einschätzungen zu allgemeinen Fragen.

Ein eingetragener Verein kann eine GmbH "besitzen" (bzw. deren beherrschender Gesellschafter sein), so lange dies die Gemeinnützigkeit nicht berührt - dafür gibt es genug Beispiele. Aber eine Kapitalgesellschaft kann natürlich keinen Verein besitzen oder beherrschen, zumindest ist das körperschaftsrechtlich nicht vorgesehen.

Wenn das Führungspersonal der beiden juristischen Personen identisch ist, scheint mir das kein grundsätzliches Problem für die Eintragung. Wenn das Finanzamt allerdings Indizien dafür findet, dass der Verein nicht eigenständig oder nicht gemeinnützig agiert, wird es die Gemeinützigkeit nicht anerkennen bzw. aberkennen.

In manchen Fällen ist die Gründung einer gemeinnützigen GmbH (gGmbH) eine sinnvolle Alternative. Während eine Vereinssatzung kaum darauf hingestrickt werden kann, einer bestimmten Partei oder Gruppe verlässlich die Macht zu erhalten(zum Glück), ist die Satzung einer gGbmH selbstverständlich so gestaltbar, dass die Gründer und Gesellschafter das Sagen haben und behalten.

Eine andere gemeinnützige Alternative ist eventuell die Stiftung.

Freundliche Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion

Verein eintragen

Hallo zusammen

ich hätte da mal eine Frage und zwar sind wir gerade dabei unseren Sportverein eintragen zu lassen heiß alle Unterlagen Liegen beim Gericht schon vor. Ab wann kann ich den Zusatz e.V. verwenden (Homepage und so)

Hoffe ihr könnt mir helfen

LG

René

Ab der Eintragung im Vereinsregister

Der Verein muss im Vereinsregister eingetragen sein, damit er auch offiziell als "eingetragener Verein" bezeichnet werden darf. Die Eintragung wird auch im Amtsblatt veröffentlicht.

Solange nur die Eintragung beantragt ist, ist die Bezeichnung streng genommen noch nicht gerechtfertigt, es kann ja auch eine Ablehnung erfolgen (Satzungsfehler o. ä.)

Beste Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion

Vereins und der gemeinschaftliche Bau einer KKA

Wir, 10 Eigenheimbesitzer mit insgesamt 25 Einwohnern in einer Siedlung, wollen eine gemeinschaftliche Kleinkläranlage errichten. Dafür möchten wir von der Gemeinde ein Grundstück erwerben, auf dem dann der Bau stattfinden soll. Wir gründen für den Kauf des Grundstücks nun einen Verein, in dem alle Bewohner der Siedlung dann Mitglied werden. In der Satzung haben wir die gemeinschaftliche KKA nicht aufgeführt und den Inhalt eher allgemein gehalten.
Die Unterhaltung und Pflege des gemeinschaftlichen Grundstücks würden wir über den Verein und die Mitgliedsbeiträge realisieren.
Wir müssen aber für den Bau der Anlage Investionskosten und die laufenden Betriebskosten einfordern, wie kann man das am besten regeln?
Folglich soll das Ganze so aussehen:
Bau der Anlage + Grundstückskauf = 20.000€
> Jedes Haus investiert 2000€
Laufende Betriebskosten pro Jahr: 1.200€
1.200 : 25 Bewohner = 48€ pro Bewohner im Jahr
Jeder Hauseigentümer soll anhand seiner Bewohner die jährlichen Betriebskosten entrichten. Das wären bei einem 4-Personen-Haus dann 192€ jährlich.
Kann man also eine Art Investionsvertrag zwischen dem Verein und jedem der 10 Hauseigentümer mit jeweils einer Summe von 2.000€ erstellen und dann für die laufenden Kosten einen jährlichen Betriebskostenvertrag? Wenn ja, wie würden solche Veträge dann aussehen und was müsste man in Hinsicht auf den Verein beachten?

Seit wann ist eine Kläranlage gemeinnützig?

Natürlich kann ein Verein Kläranlage betreiben. Aber das ist wohl kaum ein Zweckbetrieb, denn der Kläranlagenbetrieb dürfte kaum als gemeinnützig gelten. Schließlich müssen die Anwohner ja ihr Abwasser geregelt entsorgen.

Und die Beteiligung an den Errichtungs- und Betriebskosten können auch nicht über die Vereinsmitgliedschaft geregelt werden (da könnte ja jeder einfach austreten). Wenn man sowieso Verträge mit allen Nutzern braucht und eine Einnahme-Überschuss-Rechnung für das gemeinsame Projekt erstellen muss, warum dann nicht gleich eine normale GbR gründen?

Antwort: Vereins und der gemeinschaftliche Bau einer KKA

Vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Eine Einzelfall-Rechtsberatung ist an dieser Stelle nicht möglich - schon gar nicht bei einem so speziellen Vorhaben wie dem Ihren. Angesichts der Investitionshöhe sind Sie und Ihre Mitstreiter gut beraten, sich von einem erfahrenen Rechtsanwalt und / oder Steuerberater unterstützen zu lassen. Das erhöht zwar die Anlaufkosten - dafür sind Sie aber rechtlich halbwegs auf der sicheren Seite und vermeiden die gröbsten Fehler.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Vereinsgründung

Hallo,
wir haben einen Familienverband gegründet im Oktober 2014 nach einem
großen Familientreffen. Bei der Gründungssitzung waren noch ca. 20
Teilnehmer anwesend, die dann den Vorstand gewählt haben. Die Sitzung wurde vom örtlichen Bürgermeister geleitet und protokolliert samt
Satzung.
Daraufhin strebte die Vorständin die Gemeinnützigkeit an, was aber nach
längerem Hin und Her vom FA abgelehnt wurde.
Nun soll der Verein als e.V. eingetragen werden.
Zwischenzeitlich sind schon ca. 60 Personen beigetreten.
Die Vorständin berichtet nun, daß für eine Eintragung als e.V. alle
bisher eingetretenen Mitglieder unterschreiben müssten und nicht nur,
wie üblich, mindestens 7 (Vorstand).
Das leuchtet mir nicht ganz ein, denn es handelt sich ja immer noch um eine Ersteintragung und ist keine Änderung.
Vielleicht haben Sie eine Antwort
Vielen Dank
S. Schuster

Vereine in der Schweiz

Hallo!

mein Name ist Jeanne Marchand,ich sitze gerade an meiner Bachelorarbeit und recherchiere das Vereinsrecht in der Schweiz.

Ich habe wohl wenig Chancen, dass sich jemand damit auskennt aber ich versuche es trotzdem.
Im ZGB Art. 60 ff. sind die Vereine geregelt, jedoch wie ich finde viel schlechter als im BGB. Ich verstehe das so, dass eingetragene Vereine kommerziell sein können oder auch gemeinnützig. Im BV und STG ZH stehen für gemeinnützige Vereine Steuerbefreiungen und unter einem anderen Punkt, dass die Steuer die Hälfte der normalen beträgt. Ich gehe davon aus das gilt für kommerzielle?
Ich schreibe Konkret auch über die FIFA und da schein sich jeder was aus dem Hut zu ziehen ohne fundierte Kenntnisse. Wäre die Fifa ein eingetragener gemeinnütziger Verein , müsste sie ja gar keine Steuern zahlen, das tut sie aber. Auch wenn es wenig sind. Wenn Sie ein normaler Verein ist , dann zahlt sie auch direkte Bundessteuer und Staatssteuer in Zürich.

Mir würde schon reichen zu wissen, ob kommerzielle Vereine den ermäßigten Satz erhalten oder wieso im Gesetz steht 1.Vereine werden soundso besteuert und dann 2. ausgenommen sind Vereine die den und den Zweck haben.....

Ich verstehe das Gesetz nicht so ganz.

mit freundlichen Grüßen , Jeanne Marchand

Gemeinnützigkeit von Vereinen

Hallo,

sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz ist ein Verein nach BGB und ein Verein nach Art. 60ff ZGB nicht automatisch gemeinnützig, also steuerbefreit. Das sind zwei grundsätzlich zu unterscheidende Tatbestände.

Es gibt durchaus Vereine, die nicht steuerbefreit sind. Ein typisches Beispiel in der Schweiz sind viele Sportvereine, weil Sport allein meist kein Grund für die Gemeinnützigkeit ist. Die Sicht ist, dass es zwar keine Gewinnerzielungsabsicht gibt, aber die Vereinsmitglieder für sich selbst etwas tun. Die Gemeinnützigkeit wird erst erreicht, wenn der Verein etwas für andere tut. Im Prinzip ist das in Deutschland genauso.

Die FIFA ist jedenfalls eindeutig ein Verein. Als solcher ist er in Handelsregister eingetragen (hier ist der Link: http://zh.powernet.ch/webservices/net/HRG/HRG.asmx/getHRGHTML?chnr=CH-02...)

Wenn ich mich recht erinnere gilt er auch als gemeinnützig. Das bedeutet aber nicht, dass er gar keine Steuern zahlen müsste. Die Befreiung ist lediglich von Unternehmenseinkommenssteuern.

Vereinsgründung sinnvoll?

Im Rahmen mehrerer Treffen mit Arbeitskollegen, Studienfreunden und ehemaligen Studenten der Universtät Mainz, denken wir über die Gründung eines Vereines oder einer Stiftung nach. Zweck dieser Gründung soll die Vergabe von Stipendien sein, insbesondere denken wir über Promotionsstipendien und Stipendien zum Studienabschluss nach.
Diese sollen nicht fachgebunden sein, da wir als "Spender" verschiedenen Fachbereichen/Fakultäten angehörten und teilweise noch angehören. Leider findet sich in unserem Freundeskreis kein Jurist oder Steuerberater, wir sind Ärzte, Lehrer, Ingenieure, Geisteswissenschaftler.
Die Mitglieder würden einen jährlichen Beitrag zahlen und dieser sollte zum einen einen Grundstock an Kapital bilden und zum anderen wollen wir Stipendien vergeben!
Wie verfährt man hier am besten und kann man dies auch gemeinnützig machen? Wir sind bisher ca. 60 "Gründer" und dachten an einen jählichen Beitrag zwischen 100 bis 250€, je nach privaten Möglichkeiten! Meinen Dank im voraus!

Antwort: Vereinsgründung sinnvoll?

Guten Tag,
in dem von Ihnen beschriebenen Fall lohnt sich die Gründung eines Vereins oder einer Stiftung bestimmt. Da Sie für die Anerkennung der Gemeinnützigkeit auch ohne Vereinsgründung einen Steuerberater benötigen, besprechen Sie mit ihm am besten auch die Fragen der Vereinsgründung. Oder Sie lassen sich von ihm einen Rechtsanwalt nennen, der sich im Vereinsrecht auskennt.

Zugegeben: Das Hinzuziehen von Experten kostet Geld. Der Versuch, das von Ihnen beschriebene Projekt ohne professionelle Unterstützung zu verwirklichen, würde angesichts der zu erwartenden Probleme und Konflikte zwischen den Beteiligten vermutlich deutlich teurer.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Vorherige "Überprüfung" zur Satzung zwecks Gemeinnützigkeit

Hallo,

ein paar Freunde ich wollen zusammen einen Verein gründen. Hierbei streben wir die Gemeinnützigkeit an.

Meine Frage: Hat man die Möglichkeit, bevor man die Satzung offiziell in der Gründerversammlung beschließt, die Satzung auf Gemeinnützigkeit "prüfen" zu lassen? D.h. kann man bspw. mit der Satzung zum Finanzamt gehen und fragen, ob diese für die Genehmigung der Gemeinnützigkeit ausreichend ist? Oder was dem Finanzamt noch wichtig wäre, um die Gemeinnützigkeit zu erhalten?

Viele Grüße
Rebecca

Leitfaden vom Finanzamt Niedersachsen

Hier mal ein Leitfaden vom Finanzamt Niedersachsen:
http://www.ofd.niedersachsen.de/download/54745/Frage-Antwort-Katalog_zum...

Mit Muster-Satzung und Muster Bescheinigungen etc.

Gemeinnützigkeit

Man kann mit der Satzung zum Finanzamt gehen, die werden sich aber üblicherweise hüten vorab eine "verbindliche Auskunft" (so heißt das im Amtsdeutsch) zu erteilen. Sowas ist wiederum an bestimmte Voraussetzungen gebunden. Und die sind kaum erfüllbar, da sich die Satzung ja z.B. in der Gründungsversammlung noch ändern kann...
Hilfreich ist ein Blick ins Gesetz - hier §52 Abgaben-Ordnung.
Und natürlich kann man auch mal einen Rechtsanwalt oder Steuerberater befragen.

Die Finanzämter sind aber von ihren Oberfinanzdirektionen angehalten, die Voraussetzungen für die Gemeinnützigkeit großzügig auszulegen.
(z.B. Karnevals-Verein...)

also, sieben Freunde müsst ihr sein...
viel Erfolg

Antwort: Vorherige "Überprüfung" zur Satzung zwecks Gemeinnützig

Hallo Rebecca,
"möglich" ist (fast) alles. Versuch macht klug. :-) Allzu viel Hoffnung würde ich mir an Ihrer Stelle aber nicht machen: Für solche Aufgaben gibt es Steuerberater und Rechtsanwälte, die sich mit dem Gemeinnützigkeitsrecht auskennen.

Je nachdem, in welchem Bereich der Verein gegründet wird, ist auch der übergeordnete bundes- oder landesweite Dachverband (sofern vorhanden) eine gute Anlaufstelle. So gibt es zum Beispiel in vielen Sportarten und Kultursparten solche Einrichtungen.

Viele Grüße
Robert Chromow

Verband

Hallo,
gibt es die Möglichkeit, wenn man minderjährig ist, eine Art Dachverband zu gründen? Also vergleichbar mit der FIFA?
Und wenn ja, was gibt es dabei zu beachten? Hierbei kann es sich meines Wissens auch um einen Verein handeln, oder?

Benötigt man immer professionelle Hilfe, also von einem Rechtsanwalt z.B. oder kann man auch ohne einen Juristen an seiner Seite einen Dachverband gründen?

Und wenn man noch keine Kontakte in diesem Bereich, in dem der Verband gegründet werden soll, hat, an wen widmet man sich am besten? Wäre es ratsam, sich an einen größeren Verein oder eine Persönlichkeit wie z.B. den Präsidenten eines größeren Vereins zu widmen und dort um Unterstützung zu bitten?
Als Einzelkämpfer kann man vermutlich nichts erreichen, oder?

Viele Grüße

Antwort: Verband

Hallo,
ich bin nicht sicher, ob ich Ihr Anliegen richtig verstanden habe: Die Gründung eines Verbandes ist doch kein Selbstzweck!? (auch wenn die von Ihnen ins Feld geführte FIFA ein unschönes Beispiel dafür ist, dass ein ursprünglich vermutlich nützlicher Dachverband ein fragwürdiges Eigenleben entwickelt).

Wenn Sie, wie Sie sagen, Einzelkämpfer sind und "noch keine Kontakte in diesem Bereich" haben, ergibt eine Verbandsgründung aus meiner Sicht wenig Sinn. Ein Verband wird ja erst sinnvoll, wenn die Interessen vieler Einzelpersonen, Unternehmen, Vereine oder ähnlicher Organisationen gebündelt werden. Bevor Sie sich über rechtliche Details Gedanken machen, klären Sie daher am besten, welches konkrete Anliegen Sie haben und welche Ziele Sie erreichen möchten ...

Ach so: Wenn's dann soweit ist, halte ich professionelle juristische Unterstützung bei einer Verbandsgründung für ausgesprochen sinnvoll. Abgesehen davon ist die Gründung eines Vereines oder Verbandes auch durch Minderjährige möglich. Allerdings benötigen Sie in dem Fall m. W. das Einverständnis eines Erziehungsberechtigten.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Einen Fußballverein gründen

Guten Tag,
meine Freunde und ich wollen gerne eine neuen Fußballverein für "unser" Dorf gründen und selbst für diesen spielen. Wir sind "nur" ein Ortsteil und besitzen keinen eigenen Fußballplatz.

Nun meine Fragen:

1. Dürften wir Rechtlich gesehen den Fußballplatz der Gemeinde benutzen ?

2. Wir sind 18-25 Jahre alt dürften wir diesen Verein schon gründen ?

3. Was für Gefahren könnte eine Vereinsgründung haben (finanziell, etc.) ?

4. Wie sind die Spieler/ Vereinsmitglieder versichert ?

5. Was passiert wenn angenommen in zwei Jahren die Vereinsmitglieder keine "lust" mehr haben und sich keine neuen Leute finden lassen ?

Antwort: Einen Fußballverein gründen

Guten Tag,
und vielen Dank für die vertrauensvolle Anfrage. Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle leider möglich. Daher nur ganz allgemein:

zu 1. Einen generellen Rechtsanspruch gibt es meines Wissens nicht. Wenn andere Sportvereine den Fußballplatz nutzen dürfen, wird die Gemeinde dem neuen Verein das Recht allerdings auf Dauer kaum verwehren können (und wollen) - vorausgesetzt natürlich, dass Sie die damit verbundenen Auflagen erfüllen können und wollen.

zu 2. Ja.

zu 3. Rechtlich gesehen ist ein nicht eingetragener Verein zunächst einmal eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts. In dem Fall haftet jedes Mitglied prinzipiell für alle Verbindlichkeiten und Schäden, die durch den gesamten Verein oder andere Mitglieder verursacht werden, sofern sie im Namen des Vereins handeln. Eine Beschränkung der Haftung auf das Vereinsvermögen ist durch Gründung eines rechtsfähigen _eingetragenen_ Vereins möglich. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem ausführlichen "Leitfaden für Vereinsgründer"
http://www.akademie.de/wissen/e-v-leitfaden-verein-gruenden

Mit Ihren Versicherungs- und weiteren Detailfragen wenden Sie sich am besten an den Fußballverband Ihrer Region.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Vereinsvorstand

Ein gemeinnütziger Verein soll gegründet werden.

Darf ein Vorstandsmitglied mehrere Vorstandsposten innehaben?
z. B. das sich 2 Personen den gesamten Vorstand teilen?
1. Vorsizender + Kassenwart
2. Vorsizender + Schriftführer

Danke für die Info

Sigi Schmitz

Antwort: Vereinsvorstand

Guten Tag, Herr Schmitz,
die einschlägigen BGB-Vorschriften zum Verein (§ 21ff BGB), insbesondere § 26 BGB ("Vorstand und Vertretung")
http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__26.html
machen keine genauen Angaben über die Zahl der Vorstandsmitglieder und deren Aufgabenverteilung. Sofern die Satzung einen zweiköpfigen Vorstand vorsieht, ist aus meiner Sicht auch die von Ihnen beschriebene Funktionsverteilung möglich.

Die Details besprechen Sie am besten mit einem Rechtsanwalt oder Steuerberater: Um die Gemeinnützigkeit wasserdicht zu machen, empfiehlt sich das ohnehin.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

e. V. Gründung

Hallo,

- Können die (mindestens) 7 Gründungsmitglieder auch Ausländer sein?
- Können diese Ausländer Ihren Wohnsitz auch im Ausland haben?
- Können deutsche Vereine Ableger im Ausland haben?
- Umgekehrt, kann ein ausländischer Verein einen Ableger hier in Deutschland als e.V. gründen?
Grüße,
E. Bernhard

"Ausländerverein"

Hallo,

im Vereinsrecht gibt es den so genannten "Ausländerverein", dessen Mitglieder und Vorstand ausschließlich oder überwiegend (Nicht-EU-)-Ausländer sind, und den "ausländischen Verein", der trotz Sitz im Ausland seine Tätigkeit auf Deutschland konzentriert (§§ 14, 15 VereinsG). Diese Paragraphen beziehen sich auf Verbotsgründe, daraus folgt im Umkehrschluss aber, dass es bei Nichtvorliegen solcher Verbotsgründe keine Ursache gibt, die Gründung eines Vereins mit satzungsgemäßem Sitz in Deutschland grundsätzlich nicht anzuerkennen.

Und auch im für die Vorschriften zur Vereinsgründung etc. einschlägigen BGB-Paragraphen §§ 21- 79 BGB und speziell in den für die nach § 60 BGB für die Eintragung entscheidenden §§ 56 - 59 steht nirgends, dass die zitierten sieben Gründungsmitglieder (§ 56) einer bestimmten Nationalität sein müssten o. ä.

Im Prinzip sehe ich auch nicht, warum ein Verein keinen Unterverein im Ausland haben sollte, in jedem Fall wird aber bei grenzüberschreitenden Ablegern die Gemeinnützigkeit nachgewiesen werden müssen. Schon deshalb sollten Sie solche Fragen mit einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater besprechen, der sich mit Vereinsrecht auskennt.

Beste Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion

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Über die Autorin:

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Ana Mihelcic-Bethge ist Volljuristin und Mediatorin in Berlin. Ihre langjährige Arbeit in Vereinen führte sie zu ihren beruflichen Tätigkeitsschwerpunkten, dem Vereinsrecht und der Mediation.

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