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Der e.V.

Ein Verein kann zu ganz unterschiedlichen Zwecken gegründet werden - bestimmte Formalitäten bei der Gründung und Organsation des Vereins bleiben jedoch immer gleich. Dieser Leitfaden erklärt Ihnen, was bei der Vereinsgründung auf Sie zukommt und welche Voraussetzungen Sie bei den Anmeldeformalitäten, der Vereinssatzung, der Gründungsversammlung und der Vorstandswahl beachten müssen. Außerdem enthält dieser "Ratgeber Vereinsgründung" eine Muster-Satzung und viele Praxis-Tipps.

Vereine gibt es überall: Deutschland ist ein Land mit einer regen Vereinskultur. Sie prägen das Bild unserer Gesellschaft, fast jeder erwachsene Deutsche ist Mitglied in einem Verein, ebenso viele Kinder und Jugendliche. Welche Voraussetzungen für eine Vereinsgründung bestehen und wie man selbst einen Verein gründen kann, ist dagegen kaum bekannt.

Was ist eigentlich ein Verein? Was sind die Voraussetzungen für einen "e.V."? Wie gründe ich einen Verein? Was sind die Vorteile eines Vereins? Diese und ähnliche Fragen sollen in diesem Beitrag eine Antwort finden.

Es gibt viele Gründe, einen Verein zu gründen!

  • Befreundete Eltern wechseln sich bei der Kinderbetreuung ab. Immer öfter kommen auch Kinder von Bekannten und Kollegen dazu. Eines Tages entsteht die Idee, eine Kita zu gründen.

  • Die Absolventen einer Fakultät möchten nach dem Abschluss ein jährliches Ehemaligentreffen veranstalten. Sie wollen auch nach dem Studium untereinander und mit der Universität in Kontakt bleiben, um sich beim Berufeinstieg gegenseitig zu unterstützen.

  • Eine Gruppe von Lehrern und Eltern verschiedener Nationalitäten findet sich bei einem Schulfest zusammen und beklagt die Schwächen des Angebots zur Integration von Kindern ausländischer Herkunft. Das Thema lässt die Beteiligten nicht mehr los, sie treffen sich fortan regelmäßig. Die Idee zu einem konkreten Projekt nimmt Gestalt an.

  • Gesundheits- und umweltbewusste Gourmets wollen angesichts von Lebensmittelskandalen und Genfood gemeinsam im Dienste des Genusses die ökologisch einwandfreie, regional- und saisonale Küchenkultur pflegen und verbreiten.

Die geeignete Organisationsform in all diesen Fällen ist ein Verein!

Der Verein - rechtlich betrachtet

Einen Verein kennzeichnet, dass sich

  • mehrere Personen (mindestens 7)

  • auf eine gewisse Dauer

  • zu einem gemeinsamen Zweck

  • unter einem gemeinsamen Namen zusammenfinden,

  • der Verein durch einen Vorstand vertreten wird

  • und sein Fortbestehen vom Wechsel der Mitglieder unabhängig ist.

Das Bürgerliche Gesetzbuch behandelt den "nicht wirtschaftlichen Verein" oder "Idealverein" und den "wirtschaftlichen Verein".

Beide unterscheiden sich nach ihrem Vereinszweck. Der wirtschaftliche Verein ist auf den Betrieb eines Geschäftsbetriebes gerichtet, der Idealverein nicht. Im Idealverein ist ein wirtschaftlicher Zweck dem ideellen stets eindeutig untergeordnet, auch wenn z. B. ein Sportverein als Nebenzweck ein Vereinslokal betreibt. Steuerliche Vergünstigungen gibt es nur für Idealvereine.

Im Rahmen des Idealvereins unterscheidet das Bürgerliche Gesetzbuch wiederum den rechtsfähigen Verein (§§ 21-53) und den nichtrechtsfähigen Verein (§ 54). Der "rechtsfähige Idealverein" hat in der Praxis viele, insbesondere haftungsrechtliche Vorteile und wird uns hier beschäftigen.

Die einschlägigen Vorschriften sind durchaus auch für Laien verständlich, Sie können sie jederzeit im Internet nachlesen.

Die Rechtsfähigkeit - der e.V.

Die Rechtsfähigkeit erlangt ein Verein durch die Eintragung in das Vereinsregister des Amtsgerichtes, in dessen Bezirk er seinen Sitz hat. Mit der Eintragung wird sein Name durch das Kürzel e.V. ergänzt. Das heißt "eingetragener Verein".

Rechtsfähigkeit bedeutet, dass der Verein selbst Träger von Rechten und Pflichten werden kann. Er wird damit zu einer eigenständigen, juristischen Person.

Das hat in der Praxis zahlreiche Vorteile. Hier seien nur einige genannt:

  • Der Verein kann - wie eine natürliche Person - ein eigenes Vermögen bilden. Das einzelne Mitglied haftet grundsätzlich nicht für Vereinsschulden, diese werden aus dem Vereinsvermögen bestritten.

  • Fördermittel gibt es fast ausschließlich für einen e.V. als juristische Person.

  • Ein rechtsfähiger Verein kann im eigenen Namen klagen und verklagt werden.

Überblick Vereinsgründung: Wie gründe ich einen e.V.?

Die wichtigsten Voraussetzungen zunächst im Überblick:

  • Finden Sie insgesamt mindestens 7 Mitglieder.

  • Formulieren Sie eine Vereinssatzung.

  • Halten Sie eine Gründerversammlung ab - mindestens zu siebt.

  • In diesem Rahmen verabschieden Sie die Satzung, führen die ersten Wahlen durch und protokollieren die Sitzung.

  • Melden Sie Ihren Verein zur Eintragung beim Vereinsregister an.

Auch eine Möglichkeit: Der "Nicht-e. V."

Eine schnelle und unbürokratische Möglichkeit, zu einem Verein zu kommen, ist es, auf die Eintragung zu verzichten und sich auf einen einfachen Verein bürgerlichen Rechts zu beschränken. Diese Konstruktion und ihre Vor- und Nachteile gegenüber dem eingetragenen Verein schildern wir im Beitrag
"Schnell gegründet, nicht eingetragen - und trotzdem gemeinnützig: Der einfache Verein bürgerlichen Rechts".

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Mitspracherechte Mitglieder

Hallo,

wie verhält es sich mit dem Mitspracherecht in einem Verein? Da bei uns auch unser persönlicher Besitz (Hof, Haus, Tiere, etc.) vom Verein genutzt werden haben wir Angst, dass sich eine Dynamik entwickeln kann, die sich über unser aufgebautes Leben erhebt. Wir würden gerne in unserem Verein möglichst viel Kontrolle und Entscheidungsmacht bei uns behalten. Was müssen wir dazu bei der Vereinsgründung in der Satzung bedenken? Welche Formulierungsmöglichkeiten gibt es?

Vielen Dank für Infos

Kontrolle über den Verein

Guten Tag,

bitte beachten Sie, dass wir keine Rechts- oder Einzelfallberatung leisten können. Dazu sind ohnehin zu wenig Details bekannt. Deshalb nur ganz allgemein:

Sie können die Satzung eines gemeinnützigen Vereins nicht so strukturieren, dass Sie dadurch von vornherein die "Kontrolle und Entscheidungsmacht" bei sich behalten: Das oberste Entscheidungsgremium ist immer die Mitgliederversammlung, diese wählt den Vorstand, kann die Satzung ändern und den Kurs bestimmen bzw. ändern. Und der Verein kann nicht bestimmte Gruppen oder Menschen als Neumitglieder von vornherein ausschließen, sonst ist die Gemeinnützigkeit bedroht (auch wenn es umgekehrt keine generelle Aufnahmepflicht oder einen generellen Aufnahmeanspruch gibt). Genauso kann niemandem von vornherein und grundsätzlich das Stimmrecht oder die Kandidatur für den Vorstand einfach verwehrt werden.

Wenn es sich um eine gemeinnützige Einrichtung handeln soll und Sie die angestrebte Kontrolle realisieren wollen, eignet sich meines Erachtens eine andere gemeinnützige Körperschaft besser - eine gemeinnnützige GmbH oder UG zum Beispiel. Vielleicht ist auch eine GbR bzw. ein nicht eingetragener, nicht gemeinnütziger Verein die richtige Lösung.

Oder Sie regeln die Überlassung von Haus und Hof an den Verein durch klare Verträge, die Ihnen als Eigentümer der überlassenen Sachen ein entsprechendes Mitspracherecht bei der Nutzung einräumen.

Es hängt immer davon ab, was eigentlich gewollt ist, die optimale rechtliche Konstruktion lösst sich ja nur vom Ziel her herausarbeiten. In jedem Fall klingt mir das nach einen Fall für eine Beratung durch einen Anwalt, der sich im Gesellschafts- und Vereinsrecht gut auskennt.

Beste Grüße
Simon Hengel
Redaktion akademie.de

Gründungsmitglieder NICHT EU-Bürger (kein Deutscher Pass)

Hallo,
können Sie mir sagen, ob es möglich ist, dass ein Teil der Gründungsmitglieder eines (deutschen Vereins - Sitz in Deutschland) nicht EU-Bürger sind. Also keinen deutschen Pass besitzen?
Gibt es dazu irgendwelche Vorschriften?
Ich bin für jeden Hinweis sehr dankbar!
Herzlichen Dank im Voraus,
Tanja

Antwort: Gründungsmitglieder NICHT EU-Bürger (kein Deutscher Pas

Guten Tag,
das BGB enthält m. W, keine Vorschriften über die Nationalität der Vereinsgründer, Mitglieder oder Vorstandsmitglieder.
Für ...

* "Ausländervereine" (das sind Vereine mit _überwiegend_ ausländischen Gründern / Mitgliedern) und
* "Ausländische Vereine" (das sind Vereine, deren (Haupt-)Sitz außerdehalb dere Bundesrepublik liegt)

... gelten aber Sondervorschriften, die im "Vereinsgesetz" geregelt sind, vgl. §§ 14 und 15 VereinsG:
http://www.gesetze-im-internet.de/vereinsg/__14.html
http://www.gesetze-im-internet.de/vereinsg/__15.html

Viele Grüße
Robert Chromow

Ausländerverein - Verhältnis Deutsche und Ausländer?

vielen herzlichen Dank für die schnelle Antwort.

bei Ausländerverin steht: "Vereine, deren Mitglieder oder Leiter sämtlich oder überwiegend Ausländer sind (Ausländervereine"

wenn der Verein aus ca. i/3 deutschen und 2/3 Arabern besteht
und die Gründungsmitglieder 3 Deutsche und 5 Araber sind,
kann dann ein "normaler" e.V. gegründet werden oder läuft es dann unter Ausländerverein?
(Vereinssitz ausschließlich in Deutschland)

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Antwort: Ausländerverein - Verhältnis Deutsche und Ausländer?

Guten Tag,
wie gesagt: eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
"Sämtlich oder überwiegend" bedeutet nach meinem Verständnis mehr als die Hälfte. Das ist bei beiden von Ihnen genannten Zahlenverhältnissen der Fall.

2.
Insofern handelt es sich nach meinem laienhaften Verständnis um einen Ausländerverein.

3.
Gravierende Unterschiede für die laufende Vereinsarbeit ergeben sich daraus m. E. aber nicht: Ausländervereine haben weitergehende Auskunftspflichten als Vereine, deren Mitglieder und Funktionsträger überwiegend die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Außerdem kann der Staat Ausländervereine im Zweifel schneller verbieten als andere Vereine.

Viele Grüße
Robert Chromow

Vereinsgründung - Sitz ersichtlich?

Guten Tag zusammen,

uns stellt sich derzeit die Frage wie es bei einer Vereinsgründung aussieht wenn man kein Vereinsheim oder sonstiges besitzt welchen Sitz man im Vereinsregister eintragen muss.
Langt es ein Postfach zu mieten und dieses anzugeben?
Es geht darum das die Adresse des Vorstands nicht im Vereinsregister für jeden zu sehen ist.
Über eine Antwort würde ich mich freuen, Danke !

Ladefähige Adresse

Der Verein wird durch die Eintragung zur Rechtsperson, deshalb braucht ihr eine ladefähige Adresse. Da kann aber ein Postfach reichen. Und ansonsten ist "Sitz des Verein" = Amtsgerichtsbezirk des zuständigen Amtsgerichts. In Berlin reicht "Berlin". WIe es woanders ist weiß ich nicht. Der Sitz des VEreins muss aber jedenfalls nicht dort sein, wo der Verein de fakto verwaltet wird - das kann auch der Kellerraum des Vorsitzenden in Potsdam sein, wenn der dort wohnt.
Grüße
Vereinsheimer

c.k.

Unser Verein (Fanclub und daher gemeinnützig) wurde vor gut 10 Jahren gegründet und auch ordentlich notariell ins Vereinsregister eingetragen. Zur Zeit stellt sich bei uns die Frage nach der Steuernummer. Keiner von uns würde sie kennen. Die damaligen Gründungsmitglieder, die es eventuell noch wissen könnten, sind entweder verzogen (Ausgetreten und nicht mehr erreichbar) oder können sich nicht mehr erinnern.
Daher meine grundsätzliche Frage: Ist es bei jeder Vereinseintragung verpflichtend sich eine Steuernummer zu holen? Oder erfolgt die Zuweisung einer Steuernummer mit dem Eintrag im Vereinsregister? Sollte es wirklich der Fall sein, dass wir über 10 Jahre ohne Steuernummer unseren Verein betrieben haben, welche Konsequenzen hätte man zu erwarten?

Danke im Voraus

Steuernummer

Fragen Sie einfach das Finanzamt, das die Gemeinnützigkeit anerkannt hat oder sehen Sie auf dem Bescheid nach, mit dem die Gemeinnützigkeit anerkannt wurde.

Automatisch Mitglied bei Vereinsgründung?

Wenn die Vereinsgründungsversammlung abgehalten wird,ist dann automatisch Mitglied,wer dabei unterschrieben hat?Im Grunde ist man ja dann Gründungsmitglied und das Wort beinhaltet ja schon den Begriff des Mitglieds...

Ja, eben

Guten Tag,

das ist auch meine - völlig unmaßgebliche - Meinung: Wer das Gründungsprotokoll unterschreibt, ist Mitbegründer und damit Mitglied. Wenn eines der Mitglieder der Gründungsversammlung es vorzieht, den Verein in der beschlossenen Form bzw. mit der beschlossenen Satzung doch nicht beizutreten, dann müsste das in dem Gründungsprotokoll erwähnt werden, denke ich, jedenfalls sollte so jemand das Protokoll nicht unterschreiben.

Fragen zu einem konkreten Einzelfall besprechen Sie am besten mit einem auf Vereinsrecht spezialisierten Rechtsanwalt.

Beste Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion

Leitfaden für Vereinsgründer - Gründungsprotokoll unterschreiben

Gründungsprotokoll unterschreiben und Gründungsmitglied werden sind nicht automatisch eins.
Wer das Gründungsprotokoll unterschreibt erklärt damit nur die Richtigkeit des Protokolls.

Wer nur Gast bei der Gründungsversammlung ist, sollte im Protokoll auch als Anwesender Gast erwähnt werden.

In logischer Konsequenz kann dann auch dieser Gast das Gründungsprotokoll als richtig mit unterschreiben.

Kann ich Vorstandsvorsitzende werden?

Vor einigen Jahren war ich stellv. Vorstandsvorsitzende in einem gemeinnützigen e.V., für den wir leider Insolvenz anmelden mussten.
Kann ich jetzt nach der längeren Zeit wieder einen neuen Verein gründen, als Vorstandsvorsitzende?
Lieben Dank!

Warum nicht?

Guten Tag,

bitte beachten Sie, dass eine Rechtsberatung hier nicht möglich ist. Deshalb nur ganz allgemein und als unmaßgebliche Einzelmeinung: Ein Gewerbeverbot oder die Untersagung der Geschäftsführung wie im GmbH-Recht gibt es meines Wissens für Vereine nicht. Um was für einen Verein handelt es sich denn? Und gab es eine Verurteilung wegen eines Insolvenzdeliktes? Problematisch dürfte es sein, wenn jemand das Amt als Kassenführer eines Vereins antritt, der eine Vorstrafe wegen Insolvenzstraftaten aufweist. Ansonsten sehe ich keine grundsätzlichen Einschränkungen. Ratschlag zum Einzelfall sollten Sie sich bei einem Rechtsanwalt für Vereinsrecht einholen.

Beste Grüße

Der GmbH eine e.V. koppeln

Guten Tag,
wir sind gerade dabei mit meinem Geschäftspartner zusammen eine GmbH zu gründen. Wir würden gerne einen Teil der Erlöse direkt an Hilfebedürftige spenden. Das soll automatisch direkt geschehen. Nun sind wir auf die Idee gekommen, gleich noch einen Verein zu gründen für hilfebedürftige Menschen in das wir monatlich Geld von der GmbH fließen lassen.
Welche steuerlichen Vorteile hätten wir hier, außer die bereits genannten?
Kann man beides GmbH und e.V. unter einem Dach führen?
Beste Grüße,
Max

GmbH und Verein

Guten Tag,

bitte beachten Sie: Eine Rechtsberatung ist nicht möglich, nur allgemeine Einschätzungen zu allgemeinen Fragen.

Ein eingetragener Verein kann eine GmbH "besitzen" (bzw. deren beherrschender Gesellschafter sein), so lange dies die Gemeinnützigkeit nicht berührt - dafür gibt es genug Beispiele. Aber eine Kapitalgesellschaft kann natürlich keinen Verein besitzen oder beherrschen, zumindest ist das körperschaftsrechtlich nicht vorgesehen.

Wenn das Führungspersonal der beiden juristischen Personen identisch ist, scheint mir das kein grundsätzliches Problem für die Eintragung. Wenn das Finanzamt allerdings Indizien dafür findet, dass der Verein nicht eigenständig oder nicht gemeinnützig agiert, wird es die Gemeinützigkeit nicht anerkennen bzw. aberkennen.

In manchen Fällen ist die Gründung einer gemeinnützigen GmbH (gGmbH) eine sinnvolle Alternative. Während eine Vereinssatzung kaum darauf hingestrickt werden kann, einer bestimmten Partei oder Gruppe verlässlich die Macht zu erhalten(zum Glück), ist die Satzung einer gGbmH selbstverständlich so gestaltbar, dass die Gründer und Gesellschafter das Sagen haben und behalten.

Eine andere gemeinnützige Alternative ist eventuell die Stiftung.

Freundliche Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion

Verein eintragen

Hallo zusammen

ich hätte da mal eine Frage und zwar sind wir gerade dabei unseren Sportverein eintragen zu lassen heiß alle Unterlagen Liegen beim Gericht schon vor. Ab wann kann ich den Zusatz e.V. verwenden (Homepage und so)

Hoffe ihr könnt mir helfen

LG

René

Ab der Eintragung im Vereinsregister

Der Verein muss im Vereinsregister eingetragen sein, damit er auch offiziell als "eingetragener Verein" bezeichnet werden darf. Die Eintragung wird auch im Amtsblatt veröffentlicht.

Solange nur die Eintragung beantragt ist, ist die Bezeichnung streng genommen noch nicht gerechtfertigt, es kann ja auch eine Ablehnung erfolgen (Satzungsfehler o. ä.)

Beste Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion

Vereins und der gemeinschaftliche Bau einer KKA

Wir, 10 Eigenheimbesitzer mit insgesamt 25 Einwohnern in einer Siedlung, wollen eine gemeinschaftliche Kleinkläranlage errichten. Dafür möchten wir von der Gemeinde ein Grundstück erwerben, auf dem dann der Bau stattfinden soll. Wir gründen für den Kauf des Grundstücks nun einen Verein, in dem alle Bewohner der Siedlung dann Mitglied werden. In der Satzung haben wir die gemeinschaftliche KKA nicht aufgeführt und den Inhalt eher allgemein gehalten.
Die Unterhaltung und Pflege des gemeinschaftlichen Grundstücks würden wir über den Verein und die Mitgliedsbeiträge realisieren.
Wir müssen aber für den Bau der Anlage Investionskosten und die laufenden Betriebskosten einfordern, wie kann man das am besten regeln?
Folglich soll das Ganze so aussehen:
Bau der Anlage + Grundstückskauf = 20.000€
> Jedes Haus investiert 2000€
Laufende Betriebskosten pro Jahr: 1.200€
1.200 : 25 Bewohner = 48€ pro Bewohner im Jahr
Jeder Hauseigentümer soll anhand seiner Bewohner die jährlichen Betriebskosten entrichten. Das wären bei einem 4-Personen-Haus dann 192€ jährlich.
Kann man also eine Art Investionsvertrag zwischen dem Verein und jedem der 10 Hauseigentümer mit jeweils einer Summe von 2.000€ erstellen und dann für die laufenden Kosten einen jährlichen Betriebskostenvertrag? Wenn ja, wie würden solche Veträge dann aussehen und was müsste man in Hinsicht auf den Verein beachten?

Seit wann ist eine Kläranlage gemeinnützig?

Natürlich kann ein Verein Kläranlage betreiben. Aber das ist wohl kaum ein Zweckbetrieb, denn der Kläranlagenbetrieb dürfte kaum als gemeinnützig gelten. Schließlich müssen die Anwohner ja ihr Abwasser geregelt entsorgen.

Und die Beteiligung an den Errichtungs- und Betriebskosten können auch nicht über die Vereinsmitgliedschaft geregelt werden (da könnte ja jeder einfach austreten). Wenn man sowieso Verträge mit allen Nutzern braucht und eine Einnahme-Überschuss-Rechnung für das gemeinsame Projekt erstellen muss, warum dann nicht gleich eine normale GbR gründen?

Antwort: Vereins und der gemeinschaftliche Bau einer KKA

Vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Eine Einzelfall-Rechtsberatung ist an dieser Stelle nicht möglich - schon gar nicht bei einem so speziellen Vorhaben wie dem Ihren. Angesichts der Investitionshöhe sind Sie und Ihre Mitstreiter gut beraten, sich von einem erfahrenen Rechtsanwalt und / oder Steuerberater unterstützen zu lassen. Das erhöht zwar die Anlaufkosten - dafür sind Sie aber rechtlich halbwegs auf der sicheren Seite und vermeiden die gröbsten Fehler.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Vereinsgründung

Hallo,
wir haben einen Familienverband gegründet im Oktober 2014 nach einem
großen Familientreffen. Bei der Gründungssitzung waren noch ca. 20
Teilnehmer anwesend, die dann den Vorstand gewählt haben. Die Sitzung wurde vom örtlichen Bürgermeister geleitet und protokolliert samt
Satzung.
Daraufhin strebte die Vorständin die Gemeinnützigkeit an, was aber nach
längerem Hin und Her vom FA abgelehnt wurde.
Nun soll der Verein als e.V. eingetragen werden.
Zwischenzeitlich sind schon ca. 60 Personen beigetreten.
Die Vorständin berichtet nun, daß für eine Eintragung als e.V. alle
bisher eingetretenen Mitglieder unterschreiben müssten und nicht nur,
wie üblich, mindestens 7 (Vorstand).
Das leuchtet mir nicht ganz ein, denn es handelt sich ja immer noch um eine Ersteintragung und ist keine Änderung.
Vielleicht haben Sie eine Antwort
Vielen Dank
S. Schuster

Vereine in der Schweiz

Hallo!

mein Name ist Jeanne Marchand,ich sitze gerade an meiner Bachelorarbeit und recherchiere das Vereinsrecht in der Schweiz.

Ich habe wohl wenig Chancen, dass sich jemand damit auskennt aber ich versuche es trotzdem.
Im ZGB Art. 60 ff. sind die Vereine geregelt, jedoch wie ich finde viel schlechter als im BGB. Ich verstehe das so, dass eingetragene Vereine kommerziell sein können oder auch gemeinnützig. Im BV und STG ZH stehen für gemeinnützige Vereine Steuerbefreiungen und unter einem anderen Punkt, dass die Steuer die Hälfte der normalen beträgt. Ich gehe davon aus das gilt für kommerzielle?
Ich schreibe Konkret auch über die FIFA und da schein sich jeder was aus dem Hut zu ziehen ohne fundierte Kenntnisse. Wäre die Fifa ein eingetragener gemeinnütziger Verein , müsste sie ja gar keine Steuern zahlen, das tut sie aber. Auch wenn es wenig sind. Wenn Sie ein normaler Verein ist , dann zahlt sie auch direkte Bundessteuer und Staatssteuer in Zürich.

Mir würde schon reichen zu wissen, ob kommerzielle Vereine den ermäßigten Satz erhalten oder wieso im Gesetz steht 1.Vereine werden soundso besteuert und dann 2. ausgenommen sind Vereine die den und den Zweck haben.....

Ich verstehe das Gesetz nicht so ganz.

mit freundlichen Grüßen , Jeanne Marchand

Gemeinnützigkeit von Vereinen

Hallo,

sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz ist ein Verein nach BGB und ein Verein nach Art. 60ff ZGB nicht automatisch gemeinnützig, also steuerbefreit. Das sind zwei grundsätzlich zu unterscheidende Tatbestände.

Es gibt durchaus Vereine, die nicht steuerbefreit sind. Ein typisches Beispiel in der Schweiz sind viele Sportvereine, weil Sport allein meist kein Grund für die Gemeinnützigkeit ist. Die Sicht ist, dass es zwar keine Gewinnerzielungsabsicht gibt, aber die Vereinsmitglieder für sich selbst etwas tun. Die Gemeinnützigkeit wird erst erreicht, wenn der Verein etwas für andere tut. Im Prinzip ist das in Deutschland genauso.

Die FIFA ist jedenfalls eindeutig ein Verein. Als solcher ist er in Handelsregister eingetragen (hier ist der Link: http://zh.powernet.ch/webservices/net/HRG/HRG.asmx/getHRGHTML?chnr=CH-02...)

Wenn ich mich recht erinnere gilt er auch als gemeinnützig. Das bedeutet aber nicht, dass er gar keine Steuern zahlen müsste. Die Befreiung ist lediglich von Unternehmenseinkommenssteuern.

Vereinsgründung sinnvoll?

Im Rahmen mehrerer Treffen mit Arbeitskollegen, Studienfreunden und ehemaligen Studenten der Universtät Mainz, denken wir über die Gründung eines Vereines oder einer Stiftung nach. Zweck dieser Gründung soll die Vergabe von Stipendien sein, insbesondere denken wir über Promotionsstipendien und Stipendien zum Studienabschluss nach.
Diese sollen nicht fachgebunden sein, da wir als "Spender" verschiedenen Fachbereichen/Fakultäten angehörten und teilweise noch angehören. Leider findet sich in unserem Freundeskreis kein Jurist oder Steuerberater, wir sind Ärzte, Lehrer, Ingenieure, Geisteswissenschaftler.
Die Mitglieder würden einen jährlichen Beitrag zahlen und dieser sollte zum einen einen Grundstock an Kapital bilden und zum anderen wollen wir Stipendien vergeben!
Wie verfährt man hier am besten und kann man dies auch gemeinnützig machen? Wir sind bisher ca. 60 "Gründer" und dachten an einen jählichen Beitrag zwischen 100 bis 250€, je nach privaten Möglichkeiten! Meinen Dank im voraus!

Antwort: Vereinsgründung sinnvoll?

Guten Tag,
in dem von Ihnen beschriebenen Fall lohnt sich die Gründung eines Vereins oder einer Stiftung bestimmt. Da Sie für die Anerkennung der Gemeinnützigkeit auch ohne Vereinsgründung einen Steuerberater benötigen, besprechen Sie mit ihm am besten auch die Fragen der Vereinsgründung. Oder Sie lassen sich von ihm einen Rechtsanwalt nennen, der sich im Vereinsrecht auskennt.

Zugegeben: Das Hinzuziehen von Experten kostet Geld. Der Versuch, das von Ihnen beschriebene Projekt ohne professionelle Unterstützung zu verwirklichen, würde angesichts der zu erwartenden Probleme und Konflikte zwischen den Beteiligten vermutlich deutlich teurer.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Vorherige "Überprüfung" zur Satzung zwecks Gemeinnützigkeit

Hallo,

ein paar Freunde ich wollen zusammen einen Verein gründen. Hierbei streben wir die Gemeinnützigkeit an.

Meine Frage: Hat man die Möglichkeit, bevor man die Satzung offiziell in der Gründerversammlung beschließt, die Satzung auf Gemeinnützigkeit "prüfen" zu lassen? D.h. kann man bspw. mit der Satzung zum Finanzamt gehen und fragen, ob diese für die Genehmigung der Gemeinnützigkeit ausreichend ist? Oder was dem Finanzamt noch wichtig wäre, um die Gemeinnützigkeit zu erhalten?

Viele Grüße
Rebecca

Leitfaden vom Finanzamt Niedersachsen

Hier mal ein Leitfaden vom Finanzamt Niedersachsen:
http://www.ofd.niedersachsen.de/download/54745/Frage-Antwort-Katalog_zum...

Mit Muster-Satzung und Muster Bescheinigungen etc.

Gemeinnützigkeit

Man kann mit der Satzung zum Finanzamt gehen, die werden sich aber üblicherweise hüten vorab eine "verbindliche Auskunft" (so heißt das im Amtsdeutsch) zu erteilen. Sowas ist wiederum an bestimmte Voraussetzungen gebunden. Und die sind kaum erfüllbar, da sich die Satzung ja z.B. in der Gründungsversammlung noch ändern kann...
Hilfreich ist ein Blick ins Gesetz - hier §52 Abgaben-Ordnung.
Und natürlich kann man auch mal einen Rechtsanwalt oder Steuerberater befragen.

Die Finanzämter sind aber von ihren Oberfinanzdirektionen angehalten, die Voraussetzungen für die Gemeinnützigkeit großzügig auszulegen.
(z.B. Karnevals-Verein...)

also, sieben Freunde müsst ihr sein...
viel Erfolg

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Über die Autorin:

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Ana Mihelcic-Bethge ist Volljuristin und Mediatorin in Berlin. Ihre langjährige Arbeit in Vereinen führte sie zu ihren beruflichen Tätigkeitsschwerpunkten, dem Vereinsrecht und der Mediation.

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