Die Ehrenamtspauschale: Steuerfrei 500 Euro für das Engagement im Verein oder andere gemeinnützige Zwecke

Wie Sie die Steuerbefreiung für Ihr ehrenamtliches Engagement erhalten

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Stand: 16. Juli 2012

Zur Förderung von ehrenamtlichen Tätigkeiten gewährt der Staat einen Freibetrag, die sogenannte Ehrenamtspauschale: Menschen, die ein Ehrenamt ausüben, können dafür bis zu 500 Euro pro Jahr steuerfrei und auch sozialversicherungsfrei einnehmen. Wir erklären, für welche Art von Tätigkeit sie gilt und welche sonstigen Kriterien zu erfüllen sind, um in den Genuss der Steuerfreiheit zu kommen.

Wichtig ist dabei weniger, welche Tätigkeit ausgeführt wird, als vielmehr, für wen sie erfolgt: für nebenberufliche Tätigkeiten in gemeinnützigen Vereinen und Stiftungen, in Kirchen und für Körperschaften öffentlichen Rechts.

Wer für solche Tätigkeiten eine Entlohnung, eine pauschale Tätigkeitsvergütung oder Aufwandsersatz erhält, braucht diese bis zu 500 Euro nicht als Einnahmen zu versteuern. Krankenversicherungsbeiträge, Rentenversicherungs- und Pflegeversicherungsbeiträge fallen darauf ebenfalls nicht an.

Voraussetzung ist allerdings, dass die Tätigkeit nebenberuflich ausgeübt wird und dass tatsächlich Einnahmen fließen. (Eine gewisse Ausnahme ist hierbei die Konstruktion der Rückspende.)

Die Rechtsgrundlage

§ 3 Nr. 26a Einkommensteuergesetz (EStG)

„Steuerfrei sind

(...)

26a. Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten im Dienst oder Auftrag einer juristischen Person des öffentlichen Rechts, die in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem Staat belegen ist, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum Anwendung findet, oder einer unter § 5 Absatz 1 Nummer 9 des Körperschaftsteuergesetzes fallenden Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke (§§ 52 bis 54 der Abgabenordnung) bis zur Höhe von insgesamt 500 Euro im Jahr. ²Die Steuerbefreiung ist ausgeschlossen, wenn für die Einnahmen aus der Tätigkeit – ganz oder teilweise – eine Steuerbefreiung nach § 3 Nummer 12, 26 oder 26b gewährt wird. ³Überschreiten die Einnahmen für die in Satz 1 bezeichneten Tätigkeiten den steuerfreien Betrag, dürfen die mit den nebenberuflichen Tätigkeiten in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang stehenden Ausgaben abweichend von § 3c nur insoweit als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden, als sie den Betrag der steuerfreien Einnahmen übersteigen;“

(...)

§ 3 Nr. 26a EStG Volltext

Eingeführt wurde diese Regelung am 10.10.2007 durch das „Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements“, das den zitierten Nr. 26a in § 3 EStG einfügte.

Wo muss man ehrenamtlich tätig sein, um die Ehrenamtspauschale zu erhalten?

Die Ehrenamtspauschale gilt für Tätigkeiten in steuerbegünstigten Körperschaften zur Förderung

  • gemeinnütziger,

  • mildtätiger und

  • kirchlicher Zwecke.

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Über den Autor:

Dr. Oliver Hettmer ist seit Jahren als Unternehmensberater, Moderator, Referent, Lehrbeauftragter und Autor selbständig tätig. Die Beratungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten Unternehmensstrategie, ...

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