Eigentumswohnung als Altersvorsorge - oft eine Milchmädchenrechnung

Eine Eigentumswohnung taugt nur bedingt als Kapital- und Altersvorsorge-Anlage

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Stand: 31. Januar 2013

Die Eigentumswohnung wird immer wieder als Alternative zum Eigenheim und als gute Kapitalanlage speziell für die Altersvorsorge dargestellt. Doch wie jede Medaille, hat auch diese zwei Seiten. Wer über den Erwerb einer Eigentumswohnung nachdenkt, sollte deshalb das Für und Wider in Ruhe abwägen.

Irrtum 1: Meine Eigentumswohnung ist mein alleiniges Eigentum

Wie der Name schon sagt, erwirbt man bei der Eigentumswohnung kein komplettes Haus, sondern lediglich eine Wohnung innerhalb einer Immobilie. Im Haus gibt es also mehrere Personen, die jeweils Eigentümer einer Wohnung sind (mit Einschränkungen, dazu weiter unten).

Doch was ist eigentlich mit dem Treppenhaus? Wem gehört das? Und wie sieht es mit der Fassade aus? Kann hier jeder den Teil, der zu seiner Wohnung gehört, in der Farbe streichen lassen, die er will? - Natürlich nicht. Bei Eigentumswohnungen unterscheidet man zwischen dem "Sondereigentum", das ist die Wohnung, die man gekauft hat. Darüber hinaus gibt es aber auch noch Gemeinschaftseigentum, das die Eigentümer gemeinsam verwalten.

Wenn es mehrere Eigentümer gibt, muss natürlich genau geklärt werden, wem was gehört und welche Entscheidungen alleine oder nur gemeinsam getroffen werden können. In der Teilungserklärung steht,

  • was Sie als "Sondereigentum" erwerben;

  • was als "Gemeinschaftseigentum" zusammen mit den anderen Eigentümern verwaltet wird;

  • eventuell, welche Sondernutzungsrechte Sie am Gemeinschaftseigentum haben.

Zur Teilungserklärung gehört ein Aufteilungsplan, in dem die Teile des Sondereigentums mit einer Nummer versehen sind. Teile mit gleicher Nummer gehören zum gleichen Sondereigentum. Teile ohne Nummerierung gehören zum Gemeinschaftseigentum.

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Kosten-Nutzen ETW

Der Beitrag spiegelt die Realität wider.
Risiken werden nicht verharmlost, aber auch nicht übertrieben
dargestellt.
Der Verfasser setzt ein fundiertes Signal gegen die
(bedingt durch die Euro-Krise) aufkommende Angst-Tendenz zu dem
Sachwert "Immobilie".

Ergänzen möchte ich, dass eine Eigentumswohnung steuerlich belastet ist (Grunderwerbssteuer, Grundsteuer).
Im Krisenfall ist die Wohnung dem Staatszugriff somit voll ausgesetzt.

Vergleich Mietwohnung / Eigentumswohnung hinkt gewaltig!

Die monatlichen Kosten einer Mietwohnung 1:1 mit einer Eigentumswohnung zu vergleichen ist von sehr weit hergeholt, den bei einer Meite zahle ich einfach nur die Kosten, bei dem hier gegebenen Beispiel sind die Kreditzinsen und die Rückzahlung irgendwann mal fertig und die Wohnung ist mein "Eigentum". Dann sind die mtl. Kosten WESENTLICH geringer und ich habe immer noch mein angelegtes kapital. bei einer Mietwohnung habe ich.... NICHTS!

Nach der Abzahlung ist vor der Abzahlung

Ein Haus weist nach einigen Jahren erhebliche Mängel auf, die nicht mehr von der Instandhaltungspauschale gedeckt sind, sondern zusätzliche schmerzhafte Investitionen erfordern, die von der Eigentümergemeinschaft zu tragen sind. Wer nicht genug Rücklagen hat, muss eventuell einen neuen Kredit aufnehmen.

und langfristig?

Wieso endet jede Berechnung gegen Eigentum mit dem Ende der Ratenzahlungen? Dann fallen die Tilgungskosten weg und es bleibt lediglich das Hausgeld und die selbst auferlegten Rücklagen ... da ist der Unterschied zwischen Miete und Kosten dann deutlich verschoben. Würde die Rechnung immer noch aufgehen wenn man von einer 30-jährigen Nutzung ausgeht???

Guter Beitrag!

Interessanter Beitrag Herr Fischer!
Wäre schön, wenn Sie auch mal eine solche Rechnung für ein Einfamilienhaus aufstellen könnten. Was ist günstiger? Ein Haus mieten oder kaufen?

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Über den Autor:

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Hartmut Fischer war über 15 Jahre für eines der führenden Steuersoftwareunternehmen Europas tätig und ist seit 2006 mit seiner Firma Wort Macht selbstständig tätig. Als freier Journalist mit Schwerpunkt Steuerrecht schreibt er für verschiedene Verlage.

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