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Mehr Mut zum Erfolg!

Warum eine gesunde Einstellung zum Erfolg förderlich fürs Geschäft ist

Unternehmerinnen und Unternehmer, die für sich festgelegen, was "Erfolg" bedeutet, haben es deutlich leichter. Denn wer weiß, wann er erfolgreich ist (und wann nicht), kann besser Prioritäten setzen und daraus konkrete Ziele ableiten.

Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie viel Erfolg für Sie sein darf? Was würde passieren, wenn Sie den Durchbruch schaffen und mit Ihrem Unternehmen viel Geld verdienen? Würden Sie damit die Umgebung, in der Sie groß geworden sind, hinter sich lassen? Welche Einstellung zum Erfolg hatten Ihre Eltern?

Viele Menschen kennen ihre tief verwurzelten Überzeugungen über Erfolg nicht. Sie wundern sich zwar, wenn sie nicht die Ergebnisse erzielen, die sie sich wünschen. Aber sie suchen die Ursache dafür dann gerne außerhalb – bei den allgemeinen Umständen, bei schlechter Planung oder anderen Gründen. Sie verkennen, dass eine direkte Verbindung besteht zwischen den Ergebnissen, die sie erzielen, und ihrer Einstellung zum Erfolg. Ihre persönlichen Überzeugungen können dazu führen, dass Sie sich selbst sabotieren, ohne es überhaupt zu merken.

Eine wichtige Rolle rund um das Thema Erfolg spielen ...

  • die Muster, die Sie aus der Familie übernommen haben und die Ihr Verhalten und Ihren Erfolg als Selbständiger beeinflussen,

  • daraus abgeleitet persönliche Erfolgsvermeidungsstrategien und Ausprägungen von Selbst-Sabotage,

  • die Angst vor dem Erfolg – ein Phänomen, das besonders bei Frauen anzutreffen ist, und schließlich

  • Ihre persönliche Erfolgsdefinition.

Die familiären Muster erkennen

Unsere Familie prägt nicht nur unsere Verhaltensweisen in sehr hohem Maße, sondern beeinflusst auch unsere Werte und unsere Einstellungen zu den wichtigen Fragen des Lebens, so auch zum Erfolg. Betrachten Sie dazu folgende Fragen:

  • Wie erfolgreich ist meine Familie?

    Würden sich meine Eltern als erfolgreich bezeichnen? Einer von beiden oder beide? Woran messe ich in diesem Fall "Erfolg"? Welche Kriterien und Maßstäbe lege ich an?

  • Welche Einstellungen gab es in meiner Familie zum Erfolg?

    Wurden erfolgreiche Menschen als beneidenswert/nachahmenswert/bedauernswürdig/ ... betrachtet?

  • Was hat mein Vater/meine Mutter mir mit auf den Weg gegeben?
    Sollte ich erfolgreich sein? Oder besser „nicht nach den Sternen greifen“? Oder „es einmal besser haben“?
    Notieren Sie sich alle Aussagen, an die Sie sich erinnern können.

  • Wie habe ich mich zu den Botschaften meiner Familie verhalten? Habe ich mich angepasst oder bin ich in die Rebellion gegangen?

  • Wo spüre ich die Wirkung dieser Botschaften noch heute?

  • Was bedeutet Erfolg für mich persönlich?

  • Woran messe ich meinen Erfolg? Welche Kriterien habe ich dafür? Woran erkenne ich, dass ich erfolgreich bin? Was ist dann vorhanden, was ich jetzt noch nicht habe?

  • Wie viel Erfolg darf für mich sein, damit ich mich noch wohlfühle?

Werten Sie Ihre Antworten anschließend anhand der folgenden Fragen aus:

  • Welchen roten Faden gibt es in den Antworten?

  • Wo liegen die Gemeinsamkeiten? Wo liegen Abweichungen und Widersprüche?

Eine persönliche Erfolgsgeschichte schreiben

Nehmen Sie sich zehn Minuten Zeit und schreiben Sie eine kurze Geschichte Ihrer bisherigen Erfolge und Misserfolge. Beginnen Sie in Ihrer Kindheit und schreiben Sie alles auf, was Ihnen einfällt. Sie können die Geschichte auch einem Freund oder einer Freundin erzählen oder auf Kassette sprechen.

Was fiel Ihnen leichter? Konnten Sie sich sofort an bestimmte Ereignisse erinnern, auf die Sie stolz sind, oder mussten Sie dafür erst mühsam in Ihrem Gedächtnis kramen? Konnten Sie die Geschichte Ihrer Niederlagen schneller verfassen, weil diese so viel präsenter sind?

Wie sind Sie mit Niederlagen umgegangen? Welche Schlüsse haben Sie daraus gezogen? Gab es in Ihrem Leben Ereignisse oder Erfolge, auf die Sie sehr stolz waren und die andere Ihnen madig gemacht haben? Falls ja, wie sind Sie damit umgegangen? Welche Konsequenzen haben Sie daraus für sich gezogen? „Jetzt erst recht!“ oder „Hat ja doch alles keinen Sinn!“?

  • Welche Hauptmuster sind in meiner Geschichte enthalten? Welche Dinge wiederholen sich immer wieder?

  • Gibt es wiederkehrende Verhaltensweisen?

Die Muster, die Sie aus Ihrer Vergangenheit kennen, werden auch Ihr Verhalten als Unternehmer bestimmen, daher ist es wichtig, dass Sie sich bewusst machen, was Sie geprägt hat. Erst wenn Sie wissen, ob Ihre Muster hilfreich sind oder hinderlich, können Sie etwas daran ändern.

Lassen Sie mich dies mit einem Bild illustrieren: Solange Sie die Blümchentapete nicht wahrnehmen, weil sie schon immer da war und zu einem Teil Ihrer Einrichtung geworden ist, werden Sie überhaupt nicht auf den Gedanken kommen, dass Ihnen Streifen viel lieber sind, und die Tapete ersetzen.

Genauso ist es auch mit Überzeugungen und Einstellungen: Erst wenn sie uns bewusst sind, können wir entscheiden, ob sie uns gefallen und wir sie deshalb behalten wollen. Oder ob wir genug davon haben und daher für die Zukunft eine andere Wahl treffen.

Einen guten Überblick über Ihr eigenes Verhalten und Ihre vergangenen Prägungen erhalten Sie, wenn Sie eine Chronologie Ihres Lebens unter besonderer Berücksichtigung verpasster Gelegenheiten erstellen.

Eine Chronik verpasster Gelegenheiten erstellen

Teilen Sie Ihr Leben in Fünf-Jahres-Rhythmen ein und notieren Sie sich alle Situationen, in denen Sie nicht das bekommen haben, was Sie wollten. Wie ist es dazu gekommen? Wie sind Sie dabei vorgegangen? Seien Sie neugierig und betrachten Sie Ihre Vergangenheit mit den Augen eines Außenstehenden, der beauftragt ist, einen Überblick über Ihre Erfolgsvermeidungsstrategien zu erstellen.

Verwenden Sie dafür folgende Anhaltspunkte:

  • Wann habe ich geschwiegen, anstatt den Mund aufzumachen, obwohl ich etwas gerne erreicht hätte?

  • Wann bin ich am Ball geblieben, auch wenn es Widerstände gab oder sich die Dinge als schwieriger herausstellten als erwartet?

  • Welche Menschen habe ich nicht angesprochen, die ich unbedingt kennengelernt wollte und die wichtig für mich gewesen wären?

  • Wie habe ich mich bei sportlichen Aktivitäten verhalten? In der Schule? Bei Verabredungen?

  • Wie habe ich es begründet, wenn ich mögliche Schritte nicht gegangen bin?

  • Wie habe ich mein Verhalten vor mir selbst und vor anderen gerechtfertigt?

Selbst-Sabotage erkennen

Selbst-Sabotage beginnt in dem Moment, wenn Sie etwas, das Sie wirklich wollen, nicht verfolgen. Mit der Chronik verpasster Gelegenheiten entdecken Sie, unter welchen Umständen, zu welchen Zeiten und bei welchen Bedingungen Sie den möglichen – und vielleicht sogar zum Greifen nahen – Erfolg vermeiden.

Manchmal ist das einzige, was Menschen tun, um nicht erfolgreich zu sein, ihre Weigerung, die eigenen Interessen mit voller Energie zu verfolgen. Ein deutliches Signal sind Situationen, in denen Sie einfach nicht in die Gänge kommen.

Es ist keineswegs die Angst vor Niederlagen, die Menschen davon abhält, etwas zu tun, was sie sich wünschen. Wer Niederlagen befürchtet, wird sehr erfinderisch und findet jede Menge Ausflüchte und vor allem Wege aus seinem Dilemma.

Diejenigen, die alles fürchten, fangen überhaupt nicht an. Sie sind von Anfang an blockiert und wie gelähmt, unfähig, auch nur einen einzigen Schritt zu tun. Alle anderen finden immer wieder Begründungen und lenken sich von dem ab, was ansteht. Verdacht ist immer da angebracht, wo Worten keine Handlungen folgen. Dies sind deutliche Signale von Selbst-Sabotage und Erfolgsvermeidungsmustern.

Doch nicht jeder Rückzug ist automatisch ein Zeichen von Selbst-Sabotage. Es gibt manchmal gute Gründe dafür, einen Weg nicht zu verfolgen, auch wenn es in den Augen anderer eine tolle Chance wäre, die man angeblich verstreichen lässt. Sabotage beginnt dort, wo Sie etwas nicht verfolgen, was Sie sich immer gewünscht haben und das sich jetzt als Chance anbietet. Doch Sie sind nicht für jede verpasste Gelegenheit verantwortlich.

Deshalb ist es wichtig zu lernen, zwischen Ereignissen zu unterscheiden, die innerhalb Ihres Einflussbereiches liegen, und solchen, auf die Sie keinen Einfluss haben. Wenn Sie ehrlich mit sich sind, wissen Sie genau, wann etwas möglich gewesen wäre und wann Sie eine Begründung gefunden haben, die Ihr eigenes Verhalten rechtfertigt. Solange Sie sich nichts vormachen, lernen Sie aus Ihrem Vorgehen und können sich dadurch von alten Mustern befreien.

Aufgabe: Den Mustern auf die Spur kommen: Zukunft ausmalen

Mit der folgenden zweiteiligen Übung können Sie Ihren Mustern weiter auf die Spur kommen. Zunächst verleihen Sie Ihren Träumen eine Stimme. Anschließend kommt dann Ihre Anti-Erfolgsstimme zum Zuge, als Wortführerin aller Gefahren und Einschränkungen, die ein Leben auf Erfolgskurs mit sich bringen könnte.

Setzen Sie sich mit geschlossenen Augen an einen ruhigen Platz und stellen Sie sich mindestens fünf Minuten lang vor, dass nichts Sie aufhalten kann und Sie Ihren größten Wunsch verwirklichen. Sie haben es geschafft und sind am Ziel Ihrer Träume angelangt.

  • Was sehen, hören und fühlen Sie bei dieser Vorstellung? Schmücken Sie Ihre Zukunft so glänzend wie möglich aus.

  • Beschreiben Sie anschließend Ihren Erfolg und begründen Sie, warum das Leben in dieser Situation wundervoll ist. Auch wenn es Ihnen schwer fällt, bleiben Sie mindestens fünf Minuten in dieser Situation.

  • Was war das Ergebnis? Können Sie sich vorstellen, diesen Weg tatsächlich zu beschreiten oder sehen Sie viele Gefahren auf sich zukommen?

Geben Sie anschließend Ihrer Anti-Erfolgsstimme die Möglichkeit, zu Wort zu kommen und alle Befürchtungen zum Ausdruck zu bringen. Diese Stimme warnt sie beispielsweise davor, dass „erfolgreiche Menschen einsam sind“ oder „sich der ganze Aufwand doch überhaupt nicht lohnt“.

Die Anti-Erfolgsstimme schlummert in jedem Menschen, doch bei einigen ist sie so leise geworden, dass sie nicht mehr vernommen wird. Was nicht heißt, dass sie nichts mehr bewirken kann.

  • Was sagt diese Stimme? Notieren Sie alle Argumente.

  • Woher stammt diese Stimme und an wen erinnert sie?

  • Gab es in Ihrer Familie jemanden, der unglücklich, unzufrieden oder erfolglos war?

  • Wer hat Ihnen Ihre Erfolge nicht gegönnt oder sich darüber geärgert?

Angst vor dem Erfolg

Wie bereits erwähnt, ist sie bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern, auch wenn diese ebenfalls nicht vollkommen davon verschont sind. Viele Frauen haben Angst davor, den großen Durchbruch zu schaffen. Sie befürchten die Veränderungen, die dadurch in ihrem Leben und ihren Beziehungen entstehen können. Einige der Fragen, die dabei auftauchen und denen sie sich meist nicht stellen, sind:

  • Was passiert, wenn ich erfolgreich bin?

  • Welche Konsequenzen hat es, wenn ich als selbständige Unternehmerin mehr verdiene als mein (angestellter) Mann? Kann er damit umgehen?

  • Welchen Einfluss hat mein Erfolg auf andere Menschen in meiner Umgebung, z. B. meine Kinder oder meine Eltern?

Diese und ähnliche Fragen müssen Sie klären, ehe Sie Ihr Vorhaben umsetzen und Geld wie Heu verdienen können. Sonst werden Sie sich nie zu fragen haben, wie Sie Ihr Geld sinnvoll und gewinnbringend anlegen. Das klingt jetzt ein wenig provokativ und ich höre schon den Widerspruch: „Ich will überhaupt nicht Geld wie Heu verdienen. Ich möchte nur mein Auskommen haben und zufrieden sein.“

Solche Aussagen höre ich häufig von Frauen und sie sind Teil ihrer Erfolgsvermeidungsstrategien.

Frauen setzen vielfach andere Prioritäten und bereiten sich gerade dadurch Schwierigkeiten. Bei ihnen spielt sich vieles auf der rein emotionalen Ebene ab. Sie haben mehrere Seelen in der Brust, die miteinander im Wettstreit liegen und dazu beitragen, dass der Durchbruch zu materiellem Erfolg – und das heißt zunächst einmal nur, vom eigenen Einkommen auch leben zu können – nicht wirklich gelingt.

Die Angst vor dem Erfolg kann auch darin zum Ausdruck kommen, dass man sich nicht wirklich festlegt und sich stattdessen möglichst viele Hintertürchen offen lässt.

Ursachen

Es gibt eine Reihe von Ursachen für diese Angst vor dem Erfolg, von denen ich einige hier ansprechen möchte:

  • Jemanden hinter sich lassen

    Wir möchten die Menschen, die wir lieben, nicht verletzen oder gar hinter uns lassen. Das spielt eine besondere Rolle im Verhältnis von Müttern und Töchtern. Eine Frau, die zu Hause das Vorbild einer unglücklichen und in ihrer beruflichen Entfaltung gehemmten Mutter erlebt hat, wird sich schwer tun, einen Weg zu beschreiten, der diesem Rollenmodell zuwider läuft. Das sieht dann schnell nach Verrat am eigenen Geschlecht aus.

    Diese Blockade lässt sich nur dadurch lösen, dass die Frau bewusst daran arbeitet und sich damit auseinandersetzt.

  • Eine erfolglose Herkunftsfamilie

    Falls die Geschichte Ihrer Familie überwiegend von Misserfolgen geprägt ist, fällt es Ihnen wahrscheinlich sehr schwer, sich von diesem Programm zu trennen, das Sie tief verinnerlicht haben.

    Suchen Sie sich Vorbilder, die es wahrscheinlich auch in Ihrer Familie gibt – vielleicht in Form eines erfolgreichen schwarzen Schafes. Oder suchen Sie sich jemanden außerhalb Ihrer Familie, der Sie unterstützt und ermutigt, das Familienmuster zu durchbrechen.

  • Das Vorzeigeexemplar der Familie

    Möglicherweise gehören Sie zu den Menschen, die von klein auf als Hoffnungsträger der Familie galten. Sie waren und sind intelligent, musikalisch, kreativ oder was auch immer. Das spielt auch keine große Rolle. Wichtig ist nur, dass auf Ihnen die Hoffnungen Ihrer Familie nach Ruhm, Anerkennung oder Fortsetzung der Familientradition ruhten. Diese Erwartungen stellen eine große Bürde dar, denn meist interessiert sich niemand dafür, was Sie selber wollen. Es wurde immer als selbstverständlich angenommen, dass Sie einen bestimmten Beruf einschlagen oder in die Fußstapfen Ihres Vaters treten und sein Nachfolger werden.

    Sich aus diesen Erwartungen zu lösen, kann bedeuten, dass Sie auf Abstand zu Ihrer Familie gehen. Schlimmstenfalls kann es sogar erfordern, dass Sie mit Ihrer Familie brechen, um Ihr Leben anders leben zu können.

  • Auf den Retter warten

    Waren Sie ein Einzelkind, dem alles abgenommen wurde? Wenn es in Ihrem Leben immer jemanden gab, der Ihnen die schwierigen Dinge abnahm und sich darum gekümmert hat, erwarten Sie dies auch heute noch. Bei Frauen kam häufig noch dazu, dass von ihnen erwartet wurde, dass sie ohnehin heiraten und dann von einem Ehemann versorgt würden.

    Das sind nicht gerade ideale Voraussetzungen, um als Selbständige erfolgreich zu werden, denn als Unternehmer müssen Sie viele Dinge selber erledigen. Vor allem müssen Sie regelmäßig Entscheidungen treffen und anschließend deren Konsequenzen tragen. Das ist nicht immer leicht und für jemanden, dem zeitlebens alle Unannehmlichkeiten abgenommen wurden, auch ziemlich unbequem. Dann lässt sich niemand mehr dafür verantwortlich machen, wenn etwas schiefläuft und die Dinge anders kommen als erwartet. Mit widrigen Umständen alleine zurechtzukommen, das ist Teil des Reifeprozesses, der erforderlich ist, um als Selbständiger zu überleben und erfolgreich zu sein.

  • Neider, Missgünstige und andere Feinde

    Viele Menschen haben Angst davor, was passiert, wenn sie wirklich das erreichen, was sie sich wünschen. Sie denken sofort an andere Situationen in ihrem Leben, in denen sie sich über einen Erfolg gefreut haben und dieser ihnen im nächsten Moment von Neidern madig gemacht wurde.

    Das wird auch in der Selbständigkeit nicht ausbleiben. Es gibt immer Menschen, die anderen den Erfolg nicht gönnen und deshalb alles daran setzen, diesen in Misskredit zu bringen. Daran müssen Sie sich gewöhnen. Sie können machen, was Sie wollen, diese Menschen werden nie Ihre Freunde sein. Ihnen geht es nicht um Ihre Person oder Ihren Erfolg. Sie gönnen niemandem mehr als sie selber haben, ohne allerdings bereit zu sein, sich das Leben und die Umstände zu schaffen, die sie sich wünschen.

    Suchen Sie sich Menschen, die Ihnen als Vorbild dienen können und von denen Sie Ermutigung und Unterstützung erfahren.

  • Frauen sollen nicht erfolgreich sein

    In manchen Kreisen besteht immer noch die Auffassung, dass eine Frau am besten zu Hause bei den Kindern aufgehoben ist und sich deshalb jede Investition in ein eigenes Unternehmen (wohl aber in eine neue Küche) nicht lohne. Selbstständigkeit ist bestenfalls Spielerei und Zeitvertreib, damit sie nicht auf dumme Gedanken kommt. Ansonsten hat sie klar umrissene Aufgaben als Ehefrau und Mutter zu erfüllen. Damit würde der Aufbau eines eigenen Unternehmens doch nur kollidieren.

    Solche Gedanken herrschen noch in vielen Köpfen. Sie sind häufig unbewusst und kommen nicht immer in dieser Deutlichkeit zum Ausdruck, sondern eher durch subtile Bemerkungen wie „Wird dir das auch nicht zu viel?“ oder „Willst du dir das wirklich antun?“ Solche Fragen hinterlassen Wirkung. Sie unterminieren langsam, aber sicher das Selbstvertrauen von Frauen oder ruinieren es sogar. Schließlich trauen sie sich nichts mehr zu und setzen unterbewusst alles daran, zu beweisen, dass die Auffassung der Umgebung doch richtig war. Viele Frauen schaffen es dann nicht, eine an sich vielversprechende Idee tatsächlich zu realisieren und sich eine eigene berufliche Existenz aufzubauen.

Erfolg definieren

Nachdem wir bislang viel über die inneren Beschränkungen und persönlichen Überzeugungen gesprochen haben, die dazu beitragen, dass Menschen nicht den Erfolg erzielen, den sie sich wünschen, sollten wir einen weiteren Aspekt nicht außer acht lassen: die fehlende Definition dessen, was für sie Erfolg bedeutet. Auch das ist ein Stolperstein für viele Menschen. Sie lassen sich beeinflussen von den Standards, die in der Gesellschaft als Maßstab für Erfolg betrachtet werden: Statussymbole, wie ein großes Auto oder ein teuer ausgestattetes Büro. Erfolg ist jedoch mehr als Äußerlichkeiten.

Ohne eine innere Komponente sind Äußerlichkeiten wertlos und hinterlassen auf Dauer ein Gefühl der Unzufriedenheit und Leere. Materielle Güter sind nur ein Maßstab für Erfolg, der ergänzt werden sollte durch weitere Elemente wie größere Zufriedenheit, gestärktes Selbstvertrauen oder die Möglichkeit, eine persönliche Idee oder ein wichtiges Vorhaben zu verwirklichen. Gerade als Selbständiger kann man auch andere Bereiche einbeziehen und Gestaltungsräume nutzen, die einem Angestellten weitgehend verschlossen bleiben. Sie können sich Ihre Ziele selber setzen und dabei Ihre vorhandenen Fähigkeiten, Eigenschaften und Kompetenzen verbinden und ausschöpfen.

Damit diese Aspekte nicht im Vagen steckenbleiben, empfehle ich Ihnen, für die wichtigsten Bereiche Ihres Lebens festzuhalten, was Sie erreichen möchten, um in Ihren Augen erfolgreich zu sein. Notieren Sie auch, was Sie tun werden, um diese Ergebnisse zu erzielen.

Die Bereiche sind:

  • Finanzen

  • Gesundheit und körperliches Wohlbefinden

  • Möglichkeiten, interessante Dinge zu tun

  • Familie, Freundeskreis, Partnerschaft

  • Erfolgserlebnisse

  • Stimmungslage

  • andere Bereiche, die Ihnen wichtig sind

Mut zum Erfolg!

Überprüfen Sie regelmäßig, ob sich Definitionen einzelner Bereiche überschneiden oder gar widersprechen. Falls dies der Fall ist, entscheiden Sie, was Ihnen das Wichtigste ist, und verändern Ihre Definition. Andernfalls bauen Sie sich über Ihre Erfolgsdefinition weitere Hindernisse, die Sie davon abhalten werden, so erfolgreich zu sein, wie Sie es wünschen. Ihre Erfolgsdefinitionen sind ein sehr wirksames Instrument, mit dem Sie jederzeit Ihre Prioritäten erkennen und daraus konkrete Ziele ableiten können.

Wenn Sie sich die einzelnen Zutaten Ihres persönlichen Erfolgsrezeptes bewusst gemacht haben und wissen, wo Ihr Rezept noch Schwachstellen hat, können Sie das Rezept nach und nach anpassen und verfeinern. Damit wird Ihre Selbständigkeit im Laufe der Zeit genau den Geschmack entfalten, der nicht nur Ihnen mundet, sondern auch Ihren Kunden schmeckt. Damit läuft dann vieles von ganz alleine, und ohne dass Sie viel darüber nachdenken müssen.

Zum Weiterlesen:

Mut zum Erfolg ist das eine, Mut zum Scheitern das andere. Für einen gelassenen Umgang mit Misserfolgen plädiert Robert Chromow: Mehr Mut zum Misserfolg!

Diesen und noch weitere Beiträge finden Sie auf unserer Themenseite Überlebenstipps für Selbstständige.

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