Empfehlungsmarketing: Warum Sie sich nicht drauf verlassen sollten

Auf Dauer ist es bedenklich, wenn Empfehlungen die einzige Quelle der Kundengewinnung sind

Von: Lorenz Hölscher
Stand: 13. September 2011
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Über den Autor: Lorenz Hölscher

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Lorenz Hölscher ist freiberuflicher Dozent, Berater und Programmierer mit Schwerpunkt Anwendungs-Programmierung. Vorrangig widmet er sich Access, Word und Excel sowie begleitenden grafischen Arbeiten. Er legt viel Wert auf benutzerfreundliche Oberflächen und ordentliches Design in Optik und Programmierung. Zu Hilfe kommen ihm da seine langjährigen "branchenfremden" Erfahrungen als Architekt, Layouter und Designer.

Lorenz Hölscher bietet eigene Hilfeseiten an und hat bei Microsoft Press mehrere Bücher veröffentlicht zu Access 2007, Access 2007 VBA, Word 2007 VBA und Access 2010.

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Am Anfang sind Selbstständige oft dankbar, wenn jemand sie weiterempfiehlt. Woher sonst sollen denn auch die Aufträge kommen? Auf Dauer ist es aber bedenklich, wenn Empfehlungen die einzige Quelle der Kundengewinnung sind, warnt Lorenz Hölscher.

Weniger erfolgreiche Empfehlungen

Eigentlich ist jede Empfehlung grundsätzlich ja erst einmal super. Schließlich enthält sie ein Lob Ihres Auftraggebers bzw. Kunden, sogar eines, welches so groß ist, dass er es anderen weitersagt. Immerhin "bürgt" er ab dann mit seinem Namen für Ihre Qualität.

Das könnte Sie auf die Idee bringen, diese Empfehlungen zu fördern. Wenn etwas oft empfohlen wurde, muss es ja gut sein. Es gibt viele Websites, welche diese Form der Werbung kultivieren.

Andreas K. aus F. schreibt begeistert: "Seitdem ich dieses Produkt nutze, bin ich viel glücklicher!" Und Marianne (49) aus Hamburg jubelt: "Ich würde es jederzeit wieder kaufen!", während K.-H. N., Abteilungsleiter einer großen Firma, nüchtern feststellt, dass sich sein "Umsatz damit in kürzester Zeit verdoppelt" habe.

Wenn Sie jetzt schon mit der Maus zucken, um das hier beworbene Wunderzeugs auch ja sofort zu bestellen, könnte ich Ihnen auch weismachen, dass dicke, rotbekleidete und weißbärtige Männer durch Ihren Kamin Geschenke liefern. Sollte Ihre Zielgruppe dermaßen leichtgläubig sein, wäre das eine optimale Werbestrategie. Sonst nicht.

Solche Kunden möchte ich, ehrlich gesagt, gar nicht haben. Ich mache meine Arbeit gut und erwarte, dass meine Auftraggeber das auch zu würdigen wissen. Nicht jedes klitzekleine Detail davon, aber immerhin kann man auch dann ein Ei beurteilen, wenn man kein Huhn ist.

Und nur, wer meine Arbeit auch einigermaßen beurteilen kann, ist jemand, der mich auch weiterempfehlen kann. Oder wären Sie überzeugt, wenn Ihr Nachbar Ihnen auf Nachfrage erklärt, warum Sie genau seinen Elektriker beauftragen sollen: "Tja, also, ich weiß nicht, aber irgendwie hat er einen sympathischen Eindruck gemacht und das Licht funktioniert seitdem auch wieder."

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Hallo Herr Hölscher,

ich muss zugeben, nach der Überschrift ("... warum Sie sich nicht darauf verlassen sollten") und dem ersten Abschnitt ("Auf Dauer ist es aber bedenklich, wenn Empfehlungen die einzige Quelle der Kundengewinnung sind") war ich perplex.

Als Trainer für Empfehlungsmarketing bin ich - offen gesagt - etwas voreingenommen, aber ich verstand trotzdem nicht, wie man in der heutigen Zeit eines der wichtigsten Marketingwerkzeuge - Empfehlungen von zufriedenen Kunden - so negativ darstellen und sogar davor warnen kann.

Sie haben dann im weiteren Artikel zwar die eine oder andere Sache glattgezogen ("Geteilte Empfehlungen als Werbestrategie"), dennoch finde ich persönlich den Einstieg als viel zu negativ.

Viele Grüße

Tom Glasauer
www.tomglasauer.de

Hallo Herr Glasauer,

ich kann Ihren Einwand verstehen und möchte daher deutlich machen: EmpfehlungsMARKETING ist eine aktive Tätigkeit und auf jeden Fall sinnvoll. Hier ging es um das passive Weiterlaufenlassen von oft eher zufälligen Empfehlungen, die früher mal funktionierten. Wer sich darauf ausruht, ist zu passiv und verpasst seine Chancen.

Mit freundlichen Grüßen,
Lorenz Hölscher