In sieben Schritten zur Entscheidung
Schritt 5: Bewertung der Lösungsalternativen und der Entscheidung
Nun können Sie die gewonnenen Lösungsalternativen bewerten. Hierzu können Sie Bewertungskriterien festlegen, anhand derer Sie die Lösungen beurteilen. Sie können Ihre Lösungsalternativen auch nach einem Gesamteindruck bewerten. Ein altbewährtes Verfahren ist das Abwägen der jeweiligen Vor- und Nachteile.
Beispiel:
Wenden wir uns wieder einmal Ihnen und Schmidt zu und verwenden zu Demonstrationszwecken sämtliche Bewertungsmöglichkeiten.
Nehmen wir als Bewertungskriterien "realistisch/gut durchführbar" und "ohne Risiko" an.
Als unrealistisch werden zwei Ideen aussortiert: Sie beide werden mit Handschellen aneinander gekettet und müssen ein Abenteuerwochenende zusammen bestehen. Sie inszenieren eine Entführung Schmidts von Außerirdischen und lassen ihn dort mit Botschaften für einen friedlichen Umgang mit Kollegen berieseln.
Zu riskoreich scheinen die folgenden Lösungsalternativen: Sie und Schmidt gehen mal so richtig einen saufen. Sie klären die Sache bei einer Prügelei auf dem Firmenparkplatz.
Die Lösung eines Gesprächs zusammen mit der Personalabteilung und der Chefin scheint folgende Vor- und Nachteile zu bieten:
Vorteile: Der Konflikt wird thematisiert. Durch die Anwesenheit der Chefin und des Personalleiters bleibt die Gesprächsatmosphäre voraussichtlich sachlich.
Nachteile: Ihr Kollege Schmidt fühlt sich vermutlich "verpetzt" und könnte sich rächen wollen. Ihre Chefin traut Ihnen nach diesem Gespräch vielleicht nicht mehr zu, dass Sie Konflikte mit anderen auch alleine lösen können.
Die folgende Option scheint Ihnen im Gesamteindruck sehr spekulativ im Hinblick auf die Problemursachen und auf die Problemlösefähigkeit: Sie erläutern Schmidt, aus welchem Grund Sie die Mehraufgaben in Ihrem Team übernommen haben.
Im Gesamteindruck scheint Ihnen diese Lösung sehr geeignet: Sie laden Schmidt und seine Lebensgefährtin für ein festliches Abendessen zu sich nach Hause ein und versuchen langfristig, ein gewisses Maß an Freundschaft in Ihre berufliche Beziehung zu bringen.
Wenn Sie sich für die letztgenannte Lösung entscheiden sollten, so sollten Sie sich die Zeit nehmen, Variationen zu überlegen. Vielleicht wäre als erster Schritt anstelle eines Abendessens mit Schmidts Freundin eher ein Restaurantbesuch nur von Ihnen und Schmidt geeigneter? Oder ein kurzes Kaffeetrinken in der Kantine?
Außerdem müssten Sie sich ganz ehrlich die Frage beantworten, ob Sie Ihren Kollegen sympathisch finden und Sie sich eine lose Freundschaft mit ihm vorstellen können.
Wenn Sie sich für diese Lösungsvariante entscheiden, müssen auch überlegen, ob Sie die Sticheleien zum Thema machen möchten.
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