Probleme systematisch lösen

Von: Rita Ostendorf-Schrumpf
Stand: 7. September 2007
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Willkommen an Bord

Wer hat's gefunden? Die Psychologen.

Wenn man bedenkt, dass seit Menschengedenken Tag für Tag Probleme gelöst werden müssen, verwundert es doch, dass erst um 1910 (von John Dewey) Ideen für eine systematische Problemlösung entwickelt und publiziert wurden.

Weitere 60 Jahre dauerte es, bis die Psychologen D'Zurilla und Goldfried 1971 die Ideen Deweys zu ihrem Konzept weiterentwickelten und in die Verhaltenstherapie einbrachten. Ihre fünf Schritte des Problemlösens sind:

  1. Allgemeine Orientierung: Erkennen, dass Probleme im Leben normal sind; Wahrnehmung problematischer Situationen; Impulsives Handeln bzw. ein Ignorieren des Problems muss verhindert werden.

  2. Problemdefinition und -formulierung: Erkennen der wesentlichen Charakteristika einer problematischen Situation.

  3. Erarbeitung möglichst mehrerer Alternativen in einem Brainstorming.

  4. Formulierung von Entscheidungen: Realistische Alternativen sind unter Berücksichtigung kurz- und langfristiger Konsequenzen auszuwählen.

  5. Schrittweise Umsetzung der ausgewählten Lösungsstrategie und abschließende Bewertung

Ein ähnliches Konzept wurde 1997 von Schmelzer für die Supervision, die Beratung zur Sicherung und Verbesserung der Qualität beruflicher Arbeit, entwickelt. Sein Problemlösemodell beinhaltet:

  1. Einstieg und erste Orientierung,

  2. Situationsanalyse (Klärung des IST-Zustandes),

  3. Zielfindung (Klärung des SOLL-Zustandes),

  4. Suche und Auswahl von Lösungen,

  5. Umsetzung der Lösungen und Effektkontrolle,

  6. Abschluss der Episode und Transfer.

Interessant für Sie sind hierbei die Punkte der Klärung von Ist- und Soll-Zustand. Diese bilden eine optimale Ergänzung zur Problemdefinition. Der Blick auf die derzeitige und auf die angestrebte Situation ist meist realistischer und weniger emotionsgeladen als der Blick auf ein zu beschreibendes Problem.

Sie können auf Basis der Beschreibung von IST und SOLL zudem ein wesentlich größeres Maß an Informationen berücksichtigen, was u. a. für die Entwicklung von Lösungsalternativen (möglichst viele sollen es werden!) wichtig ist.

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