Erfolgreich als IT-Trainer

Von: Heike Neidhardt
Stand: 16. Februar 2009
4.25
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Perspektivenwechsel

So "ticken" Ihre Teilnehmer

EDV-Kurse werden häufig von wahren IT-Profis gehalten. Oft sind es "Freaks", die selbst nie einen Kurs besucht haben. Vielmehr scheinen diese Dozenten EDV-bezogene Inhalte geradezu intuitiv zu verstehen und haben sich ihr umfangreiches Wissen selbst erarbeitet, ohne das als mühevoll zu empfinden.

Aber selbst wenn Sie als EDV-Dozent nicht zu dieser Gruppe zählen, haben Sie vermutlich trotzdem schon erlebt, wie schwierig es sein kann, sich in die Denk- und Herangehensweise vieler Teilnehmer hineinzudenken. Z.B. in Anfänger, die starke Berührungsängste mitbringen, oder auch in User, die zwar "notgedrungen" (z.B. aus beruflichen Gründen) mit dem PC arbeiten, aber eher eine distanzierte Beziehung zu allem pflegen, was damit verbunden ist.

Doch um auch solche Interessenten behutsam an den Umgang mit dem PC heranzuführen, ist es notwendig, sich auf deren Denkweisen einzulassen und sich auf ihre Ebene zu begeben. Gar nicht so einfach, wie das folgende fiktive Beispiel zeigt:

Stellen Sie sich diese Situation vor: Bildungseinrichtung Musterstadt; in fünf Minuten beginnt ein Computerkurs für Anfänger.

Herr Amend (30) leitet den Computerkurs. Seine Gedanken vor Kursbeginn: "Heute machen wir erstmal Einführung. Ich hab' mir was besonders Anschauliches ausgedacht: Ich hab' einen alten PC mitgebracht, den nehmen wir erstmal auseinander und schauen uns die Einzelkomponenten an. Das ist sicher interessant, viele haben wahrscheinlich noch nie einen Computer von innen gesehen.
Und dann hab' ich eine Liste der wichtigsten Fachbegriffe samt 'Übersetzung' zusammengestellt. Viele wissen ja nicht mal, was "Hardware" oder "Software" bedeutet. Das ist eine gute und wichtige Grundlage für die nächsten Stunden. Dann wissen alle, was gemeint ist, wenn ein Begriff verwendet wird.
Ich hoffe, dass alles gut läuft und die Teilnehmer auch merken, dass ich Ahnung von der Materie habe und ihnen möglichst viel beibringen will."

Sie sehen schon: Herr Amend hat sich viele Gedanken gemacht bei der Kursvorbereitung. Er hat sich etwas Anschauliches überlegt, sogar seinen alten Rechner und Werkzeug mitgebracht, er hat ein Arbeitspapier zusammengestellt etc. Vor allem: Er hat wirklich versucht, sich in die Situation der Teilnehmer hineinzuversetzen und zu überlegen, was diese interessieren könnte. Und das ist, wie gesagt, eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein gutes Seminar.

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