Selbstständig statt arbeitslos: Praxis-Anleitung zum Gründungszuschuss und anderen Arbeitsagentur-Fördermitteln

Auch nach der Gründungszuschuss-Kürzung können Sie die Arbeitsagentur einspannen, um selbstständig tätig zu werden!

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Stand: 25. Februar 2013 (aktualisiert)

Herzlich Willkommen im Club! Sie haben keinen Arbeitsplatz, aber eine Geschäftsidee? Sie bekommen Arbeitslosengeld oder den Gründungszuschuss? Dann sind Sie hier genau richtig: Unser Infopaket "Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit" zeigt Ihnen, wie Sie über Testballons risikolos starten und hinzuverdienen, danach Ihr Gründungsvorhaben systematisch vorantreiben und dabei alle Fördermöglichkeiten nutzen.

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Noch Kleinunternehmer gemäß § 19 Umsatzsteuergesetz?

Hallo,
vielen Dank für Ihren Artikel. Zwei Sachen sind mir noch unklar:
1) Ich bin seit 2015 Kleinunternehmer und möchte dies gerne langfristig bleiben. Momentan erhalte ich den Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit. Zählt dieser Geldeingang zu den 17.500 Euro?
2) 2015 war ich unter den 17.500 Euro. Falls ich 2016 zwischen 17.500 und 50.000 Euro liege, wäre ich dann 2017 automatisch kein Kleinunternehmer mehr?
Vielen Dank!
Alfred

Antwort: Noch Kleinunternehmer gemäß § 19 Umsatzsteuergesetz?

Hallo Alfred,
eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Der Gründungszuschuss gilt _nicht_ als Umsatz: Er hat keinen Einfluss auf den umsatzstuerlichen Status (Kleinunternehmer oder Regelbesteuerung).

2.
Liegt der Umsatz im Jahr 2016 über 17.500 Euro, unterliegen Sie ab Januar 2017 automatisch der Regelbesteuerung: Sie sind dann kein umsatzsteuerlicher Kleinunternehmer mehr.

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Arbeitslosengeld I und Unterrichtende Tätigkeit

Hallo,
ich beziehe bald das Arbeitslosengeld I und plane eine Selbstständigkeit im Bereich "Unterrichtende Tätigkeit". Ich habe gleich im ersten Monat der Arbeitslosigkeit einen Auftrag (2 Tage an einem Wochenende) für eine unterrichtende Tätigkeit im Umfang von insgesamt 15h (+ Vorbereitung) und ca. 450€.
- Lohnt es sich (und ist es überhaupt möglich) mich bei 450€ Einkommen für das Wochenende vom AG abzumelden?
- Auf was muss ich achten, um später die Chance auf den Gründungszuschuss zu haben? (Stichwort "Förderschaden" vermeiden)
- Werden die erlaubten 15h Nebentätigkeit/Woche auf das ganze Monat gerechnet oder Wochenweise betrachtet?
Ich hoffe auf Ihre Hilfe!
Danke!

Antwort: Arbeitslosengeld I und Unterrichtende Tätigkeit

Guten Tag,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Die Unterbrechung des Leistungsbezuges für eine "Zwischenbeschäftigung" (oder zwischenzeitliche selbstständige Tätigkeit) ist grundsätzlich tageweise möglich. Welche Auswirkungen eine kurzfristige Abmeldung übers Wochenende auf das ausgezahlte Arbeitslosengeld hat, erfragen Sie am besten direkt bei Ihrem Sachbearbeiter / Arbeitsberater.

2.
Falls Sie vorhaben, den Gründungszuschuss zu beantragen, sollten Sie Ihren Ansprechpartner bei der Arbeitsagentur ohnehin möglichst früh mit ins Boot holen: Wenn Sie Ihrem Arbeitsberater plausibel machen können, dass Sie im Vorlauf einer eventuellen Selbstständigkeit ein paar Testballons als Selbstständige/r starten wollen, kann er die hinterher nicht als förderschädlich einstufen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Kapitel "Förderschaden vermeiden"
http://www.akademie.de/wissen/existenzgruendung-aus-arbeitslosigkeit/foe...

3.
Was die Berechnung der Arbeitszeit betrifft:
§ 138 SGB III
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__138.html
stellt ausdrücklich auf die _wöchentliche_ Arbeitszeit ab. Die Ermittlung von Durchschnittswerten auf Monats- oder gar Jahresbasis ist nicht vorgesehen. Sobald Sie in einer Woche 15 Stunden oder länger beschäftigt sind oder einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen, gelten Sie grundsätzlich nicht mehr als arbeitslos im Sinne des SGB III.
Wichtig (gerade für unterrichtende Tätigkeiten): Vor- und Nachbereitungszeiten gehören zur Arbeitszeit! Sie dürfen also nicht nur die reine Unterrichtszeit zugrunde legen. Weitere Informationen finden Sie im Beitrag "Wann gilt ein Selbstständiger als arbeitslos?"
http://www.akademie.de/wissen/status-arbeitslos-selbststaendige

Weiterhin viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Unternehmer auf Zeit ohne Gründundschaden

Sie schreiben "Förderschaden" vermeiden...(...)Wenn Sie einen Gründungszuschuss beantragen wollen , müssen Sie aufpassen, dass ihre vorherigen selbstständigen Aktivitäten nicht als vorgezogene Existenzgründung interpretiert werden.

Hilfe! Wie vermeide ich das konkret?

Ich möchte als angehende freie Journalistin und frisch ausgebildete Redakteurin, gerne einen Gründungszuschuss als Starthilfe haben.
Das Arbeitsamt ist aber kein "Fan" von meinem Berufswunsch und will mich lieber in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis drängen. Als Beleg reicht dem Jocenter, dass im Prinzip an fast jeder irgendwie gearteten Marketing/PR Stelle der Vermerk "Redakteur" als Schlagwort klebt.

Im kommenden Monat habe ich die Chance für 14 Tagen auf Honorarbasis zu arbeiten. Nur im kommenden Monat! Die Anzahl möglicher Arbeitstage in den Folgemonaten liegt voraussichtlich deutlich drunter. Bin ich bei 14 Tagen automatisch "gegründet"???
Woran wird das festgemacht? 4 Wochen Minijob auf dem Weihnachtsmarkt sind auch nicht gleichbedeutend mit Verkäuferin auf Lebenszeit.
Tausend Dank!

Antwort: Unternehmer auf Zeit

Guten Tag,
bitte haben Sie Verständnis, dass an dieser Stelle keine Einzelfallberatung möglich ist. Daher nur ein paar allgemeine Anmerkungen:
Die Übernahme eines 14-tägigen Einzelauftrags kann ganz sicher nicht als Existenzgründung gewertet werden. Selbst nach jahrelanger nebenberuflicher Selbstständigkeit haben Arbeitsagenturen in der Vergangenheit anstandslos den Gründungszuschuss gezahlt. Dessen Ziel ist ja die Förderung der Aufnahme einer _haupt_beruflichen selbstständigen Tätigkeit. Trotzdem würde ich an Ihrer Stelle vor der Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit zwecks Übernahme des freiberuflichen Auftrags ein Gespräch mit dem Arbeitsberater führen. Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Arbeitsagentur Ihrem Gründungsvorhaben von vornherein keine Chance geben will, sollten Sie sich unbedingt Unterstützung von einem Unternehmens- oder Gründungsberater vor Ort holen, der weiß, wie die AA "tickt". Der Vorrang der Vermittlung in eine Beschäftigung muss in jedem Einzelfall begründet werden - erfolgversprechende Gründungsvorhaben dürfen nicht schon deshalb abgeschmettert werden, weil es in der betreffenenden Branche bzw. dem Beruf offene Stellen gibt. Weitere Informationen zum Thema "Unternehmer auf Zeit" finden Sie auf folgender Seite:
http://www.akademie.de/wissen/existenzgruendung-aus-arbeitslosigkeit/arb...
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Gründe für Selbstständigkeit

Hallo, Sie schreiben, dass wenn man als "gut vermittelbar" eingestuft wird, nicht gleich die Flinte ins Korn werfen soll. Was wären denn gute Gründe für die Selbstständigkeit, die auch für die Arbeitsagentur von Vorteil sind?

Bei mir als baldiger freier Projektmanager wären es mehr Geld verdienen und dabei flexibler sein. Aber ich glaube dass das nicht die richtigen Gründe für den Arbeitsvermittler sind....

Wie sieht es denn mit der Eingliederungsvereinbarung aus? Muss man die unterschreiben, wenn man vorhat sich selbstständig zu machen oder nicht? Wie würde sich das dann auf die Gewährung des Gründerzuschusses auswirken?

Antwort

Guten Tag,
verallgemeinerbare Argumente für eine (geförderte) Existenzgründung gibt es leider nicht. Dazu unterscheidet sich die Bewilligungspraxis der Arbeitsagenturen vor Ort zu sehr. Entscheidend ist letztlich jeder Einzelfall. Denkbare Argumente für eine Gründungsförderung trotz prinzipiell guter Vermittelbarkeit könnten aber zum Beispiel sein:
* bessere Vereinbarung von Beruf und Familie,
* Vermeidung langer Pendelzeiten in ländlichen Gebieten,
* überzeugendes, zukunftsweisendes Geschäftsmodell,
* Schließen einer lokalen / regionalen Angebotslücke,
* perspektivisch: Schaffung zusätzlicher Ausbildungs-/Arbeitsplätze,
* mangelnde persönliche Eignung für Beschäftigungsverhältnisse (häufige Kündigungen / Stellenwechsel) oder auch
* andere individuelle Vermittlungshemmnisse trotz prinzipiell guter Vermittelbarkeit (z. B. Krankheiten, fortgeschrittenes Alter)
Wie gesagt: Die Tragfähigkeit dieser und ähnlicher Argumente lässt sich nur auf Grundlage der Persönlichkeit und beruflichen Lebensgeschichte des potenziellen Gründers sowie der Bewilligungspraxis der örtlichen Arbeitsagentur beurteilen. Dabei wiederum lassen Sie sich am besten von einem erfahrenen Gründungs-/Unternehmensberater unterstützen!
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

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