Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit: Gründungszuschuss und andere Fördermöglichkeiten: Eine Praxis-Anleitung

Von: Robert Chromow
Stand: 4. Januar 2012
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Der Gründungzuschuss

Die Altersvorsorge

Die gute Nachricht: Der Gründungszuschuss ist nicht rentenversicherungspflichtig. Trotzdem: Selbst wenn bis zu Ihrem Ruhestand noch Jahrzehnte ins Land gehen, muss dieser Teil der sozialen Absicherung unbedingt mit in die Kalkulation Ihres "Unternehmerlohns" und damit letztlich in Ihre Preis oder Honorare einfließen. Ob Sie ausgerechnet während der Anlaufphase finanzielle Mittel in eine Renten- bzw. Kapitallebensversicherung einzahlen oder für andere Formen der Vermögensbildung verwenden, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Die 300-Euro-Pauschale des Gründungszuschusses ist als Beitrag zur sozialen Sicherung des Gründers und seiner Angehörigen gedacht. Darin sind auch Zuschüsse zur Alterssicherung enthalten. Dass diese Mittel tatsächlich für die Rentenversicherung verwendet werden, kontrolliert die Arbeitsagentur jedoch nicht. Als geförderter Existenzgründer sind Sie grundsätzlich nicht rentenversicherungspflichtig.

Versicherungspflichtige Selbstständige

Ausnahmen gelten insbesondere für selbstständige Lehrer und Erzieher sowie für Künstler und Publizisten. Weiterfürhende Informationen finden Sie in den Beiträgen ...

Gesetzliche Rentenversicherung

Ungeachtet dessen dürfen Sie als Selbstständiger bei Bedarf freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Ihren Monatsbeitrag bestimmen Sie in diesem Fall selbst: Er kann derzeit zwischen einer Mindesthöhe von 79,60 Euro (19,9 % auf die Mindestbemessungsgrenze von 400 Euro) und der Höchstgrenze von 1.094,50 Euro (Stand: 2011) liegen. In der Praxis stellen Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung jedoch keine optimale Altersvorsorgestrategie dar.

Private Vermögensbildung und Altersvorsorge

In aller Regel ist die private Vermögensbildung und Altersvorsorge lohnender. Das mögliche Anlagespektrum ist groß - es reicht von Notgroschen und Eigenheim über Risiko- und Kapital-Lebensversicherungen bis hin zum Aktienmix. Als Existenzgründer sollten Sie so früh wie möglich einen ganz persönlichen Plan für Vermögensaufbau und Altersvorsorge entwickeln. Selbst wenn Sie zu Beginn nur minimale Monatsbeträge darauf verwenden: Ein wenig sollte es auf jeden Fall sein - und sei es nur als "Merkposten"! Nur so können Sie Ihr Anlage- und Vorsorgeverhalten systematisch trainieren.

Denken Sie als Gründer nicht nur daran, andere zu bezahlen, sondern auch sich selbst. Investieren Sie - soweit möglich - einen gewissen Teil Ihrer Einnahmen als Mix von kurz- und langfristigen Anlagen. Der kann zum Beispiel so aussehen:

  • ein gebührenfreies, zinsbringendes Online-Tagesgeldkonto als kurzfristige Liquiditäts-Reserve,,

  • eine steuerbegünstigte Kapitallebensversicherung (Stichwort: Riester- und / oder Rürup-Rente) und

  • ein Brokerkonto für Aktien- und Anleihefonds usw.

Wenn Sie Ihren Vermögensaufbau konsequent und langfristig betreiben, halten Sie unvermeidliche Durststrecken besser durch: Ihre Wasserflasche reicht dann bis zur nächsten Oase. Zum Überlebenswillen des Gründers gehört daher auch der systematische Auf- und Ausbau von Rücklagen.

Vermeiden Sie, wenn irgend möglich, Ihren letzten Pfennig in Ihre Geschäftsidee zu investieren! Vielleicht brauchen Sie noch Reserven: Etwa, wenn sich der Erfolg nicht sofort einstellt, die Geschäftsidee nach den ersten Erfahrungen noch umkonzipiert werden muss oder Sie etwas ganz anderes anfangen wollen oder müssen. Ein Geschäftskonzept kann vielfach auch mit geringeren Investitionen auf seine Chancen hin angetestet werden, wenn man hartnäckig genug nachdenkt, wie es auch mit weniger Eigengeld gehen kann.

Bedenken Sie, dass man beim dauernden Fokussieren auf die Gründungsidee leicht abhebt und sich dann unrealistisch große Gewinne ausmalt. Seien Sie aber gerade dann ein vorsichtiger Kaufmann, der im Überschwang nicht gleich alle Ersparnisse einsetzt. Wenn die Idee so gut ist, sollten Sie - statt alles auf diese Karte zu setzen - auch finanzkräftigere Anleger - möglichst außerhalb der Familie - finden können.

Weiterführende Lektüre

Wenn Sie sich mit den zahlreichen Facetten des Themas Vermögensbildung ganz praktisch und konkret auseinandersetzen wollen, legen wir Ihnen unsere Beiträge zum Thema "Private Finanzen/Spartipps" ans Herz. Diese richten sich an alle, die es mit dem Sparen und Vermögensaufbau ernst meinen.