Setzen Sie Strukturierungshilfen im Text ein
Ihre Gliederung ist die Unterteilung Ihres Textes in über- und untergeordnete Gedanken - und sie ist ein entscheidender Faktor für die Textverständlichkeit. Ihre entwickelte Struktur können Sie dem Leser mit Strukturierungshilfen verdeutlichen. Das verschafft ihm Orientierung und macht es leichter, Ihren Text zu verstehen und sich die Inhalte zu merken. Strukturierungshilfen sind zum Beispiel:
Überschriften
eine sinnvolle Abfolge der Textinhalte in Absätzen
die Hervorhebung wichtiger Inhalte
Zusammenfassungen
Kästen
Marginalien
Spitzmarken
Überschriften
Überschriften markieren die inhaltliche Organisation Ihres Textes nicht nur sprachlich, sondern visualisieren sie auch typographisch durch größere Abstände und eine andere Schrift.
Formale Überschriften zeigen nur Gliederungspunkte an, ohne etwas über den Inhalt zu sagen:
Einleitung
Hauptteil
Schluss
Zusammenfassung
Mit formalen Überschriften verschenken Sie die Möglichkeit, zentrale Aussagen Ihres Textes zu betonen. Besser sind thematische Überschriften. Diese sprechen das Thema des Abschnitts bereits an:
Blockaden lösen
Strategien entwickeln
Kompetenzen erweitern
Eine weitere Möglichkeit sind perspektivische Überschriften. Hier kommt Ihre Position thesenartig zum Ausdruck:
Ein Hoch auf Open Space
Perspektivische Überschriften können den Leser schon in eine Richtung beeinflussen. Auch Fragen als Überschriften können zur Lektüre motivieren:
Ein Team coacht einen Manager - geht das?
Überlegen Sie gut, ob Ihre Überschrift "trifft". Denn die Überschrift löst Erwartungen über den Inhalt aus, die der folgende Text auch erfüllen sollte.
Absätze
Absätze fassen mehrere Sätze zu einem Gedankengang zusammen. Sie signalisieren den Übergang zu einem neuen Gesichtspunkt - und unterteilen Ihre Informationen in mundgerechte Happen. Achten Sie bei Ihren Absätzen auf die inhaltliche Geschlossenheit: Jeder Absatz sollte einen zentralen Gedanken entwickeln - eine Zeilenschaltung macht noch keinen Absatz!
Was für den ganzen Text gilt, gilt auch für den Absatz: Das Wichtige steht am Anfang, also im ersten Satz. Die weiteren Sätze vertiefen die Aussage durch Details, Begründungen, Erklärungen, Definitionen. Wichtig ist, dass Sie Ihren Absatz mit seinem Vorgänger und seinem Nachfolger verzahnen. Verlieren Sie nie Ihren roten Faden! Sonst wirken Ihre Absätze wie unverbundene Gedanken zu einem Thema.
Wegweiser einbauen
Nutzen Sie für die Verzahnung Ihrer Absätze Formulierungen, die der Verknüpfung dienen. Das sind einmal einzelne Wörter, besonders Konjunktionen (aber, denn, zudem), aber auch ganze Teilsätze. Stellen Sie diese "Wegweiser" in Ihrem Text auf. Schreiben Sie nicht einfach: "Machen Sie XY, weil ...", sondern "Es gibt vier Gründe, warum Sie XY tun sollten. Erstens ... Zweitens ..."
Hilfreich sind z. B. solche Formulierungen:
"Sie haben hier zwei Möglichkeiten: Die erste ist ..."
"zum einen ... zum anderen ..."
"Drei Faktoren spielen hier eine Rolle: Erstens ..."
Redundanz
Redundanz kann nützlich sein und hat eine sinnvolle Funktion im verständlichen Text. Wir merken uns Dinge besser, wenn wir sie schon einmal gehört haben. Eine Möglichkeit für sinnvolle Redundanz ist das Zusammenfassen von Inhalten zu Beginn (Kapitelvorspann) oder am Ende eines Textes (Fazit, Zusammenfassung). Damit machen Sie Ihren Text zwar länger und erhöhen die Lesezeit. Das wirkt sich aber positiv auf die Verständlichkeit aus.
Andere Orientierungsmarken
Marginalien sind Stichworte am Rand, neben dem Fließtext. Sie finden sie vor allem in Sach- und Fachbüchern. Marginalien werden meistens für Querverweise und Literaturhinweise genutzt. Sie dürfen nicht in Konkurrenz zu den Überschriften treten und diese nicht einfach wiederholen.
Spitzmarken sind typographisch hervorgehobene Wörter am Anfang eines Absatzes. Sie dienen als Ersatz für Zwischenüberschriften. In diesem Abschnitt habe ich beispielhaft Spitzmarken genutzt.
Kästen kennen Sie aus den akademie.de-Artikeln. Kästen heben Inhalte eines Textes optisch hervor. Gerade für Bildschirmtext sind diese optischen Orientierungsmarken sehr wichtig, denn das Lesen am Bildschirm ist anstrengend.
Typographische Hervorhebungen durch gefettete oder kursive Schrift. Längere Zitate werden z. B. oft kursiv hervorgehoben. Ebenso wichtige Schlüsselbegriffe.
Aufzählungen - nummeriert oder mit Spiegelstrichen - haben einige Vorteile.
Sie
lockern den Text auf,
lassen sich mit einem Blick erfassen und
fallen schon beim flüchtigen Überfliegen auf.
Achten Sie auf Ausgewogenheit zwischen Fließtext und Listen. Seitenlange Aufzählungen sind genauso schwer zu lesen wie seitenlanger Text. Aufzählungen sollten sich mit normalen Absätzen abwechseln.
