Factoring für Kleinunternehmer und Handwerksbetriebe

Auch kleine Firmen können offene Forderungen verkaufen

Von: Robert Chromow
Stand: 11. Mai 2010
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Über den Autor: Robert Chromow

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Robert Chromow ist gelernter Industriekaufmann, Betriebswirt und Politologe. Seit über fünfzehn Jahren arbeitet er als freiberuflicher Journalist, Texter und Berater im eigenen Projektbüro. Print- und Online-Medien beziehen dort Fach- und Serviceartikel sowie Lernmaterialien. Außerdem schreibt er Handbücher, Webtexte und Newsletter für Unternehmen.

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Forderungsverkauf und externes Debitoren-Management - das ist normalerweise etwas für Großunternehmen oder Mittelständler mit Millionenumsätzen. Aber es gibt auch Factoring für "Kleine": Zusammen mit der bayerischen TEBA-Bank bietet der Factoring-Ableger des RKW Nordwest schon seit Jahren auch kleineren Unternehmen die Möglichkeit, gegen einen Abschlag aus offenen Posten schnell und bequem liquide Mittel zu machen. Das Angebot können selbst Freelancer und Einzelunternehmer nutzen.

Existenzrisiko: Zu hohe Außenstände

Fehlende Liquidität ist einer der wichtigsten Gründe für das Scheitern von Betrieben: Wenn die Zahlungsmoral der Kundschaft schlecht ist und systematisches Forderungsmanagement fehlt, gleiten sogar wirtschaftlich gesunde Betriebe irgendwann in die Insolvenz ab.

Hohe Außenstände verschlechtern die eigene Finanzlage: Kontokorrent-Limits werden überschritten, zusätzliche Darlehen sind erforderlich. Die eigene Bonität gegenüber Kreditinstituten leidet. Einkaufsvorteile und Skonti können nicht mehr genutzt werden, Lieferanten berechnen Verzugszinsen und Mahngebühren bzw. liefern nicht mehr oder zu verschlechterten Konditionen.

Refinanzierungs-Initiative: Forderungsverkauf

"Wie macht man schnell risikofrei und effizient seine Forderungen zu Geld?" fragte sich vor fast zehn Jahren die Landesgruppe Nord des Rationalisierungs- und Innovationszentrums der Deutschen Wirtschaft (RKW, vormals Rationalisierungskuratorium) angesichts der schwierigen Liquiditätssituation vieler kleiner und mittelständischer Betriebe.

Zusammen mit der genossenschaftlichen TEBA Kreditbank entwickelten die gemeinnützigen Berater ein ungewöhnliches Konzept des Forderungsverkaufs, das sich ausschließlich an kleinere Unternehmen richtet und mittlerweile vor allem von Handwerksunternehmen genutzt wird. Mit 2,5 Millionen Euro (inländischem) Jahresumsatz gibt es für die Factoring-Branche untypischerweise eine Umsatz-Obergrenze - eine Untergrenze ist nicht festgelegt. Sogar selbstständige Einzelkämpfer wie Webdesigner oder IT-Dienstleister können das "Factoring für kleine Leute" in Anspruch nehmen, sofern sie die Bonitätskriterien erfüllen.

Ebenfalls ungewöhnlich: Angekauft wird grundsätzlich der gesamte inländische Umsatz - selbst der mit Privatkunden oder staatlichen Auftraggebern.

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Die Möglichkeit des Factorings ist doch aber bestimmt nur für "offenkundig unstrittige" Forderungen geeignet, oder?
(Das wäre dann ähnlich wie bei Inkasso-Büros)

So ist es: Zivilprozesse lassen sich auf diese Weise nicht umgehen. :-)
Freundliche Grüße
Robert Chromow